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Berliner Lesebühnen: Lesershow

Lesershow

Jeden 2. Samstag ab 21:00 Uhr im Mastul.

Alles sieht aus wie zu Hause im Wohnzimmer vor ungefähr vierzig Jahren: die alte Tapete in schalen Farben, die Leserstühle rings um den kleinen Tisch und direkt vor der ersten Zuschauerreihe ein steinalter Gasofen, der nach kurzer Diskussion mit dem Wirt schließlich vorsichtig angeschaltet wird und anfangs gelegentlich Feuer hustet. In der Pause dominiert das Weddinger Stammpublikum die Theke; wer abseits sitzt, ist entweder neu in Berlin oder Migrant aus dem Prenzlauer Berg.

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Berliner Lesebühnen: Surfpoeten

Surfpoeten

Jeden Mittwoch ab 21:00 Uhr (mittlerweile) im Mauersegler am Mauerpark

Es dauert ein wenig, bis man das „Haus 13“ am Pfefferberg findet. An der Tür kommt „Surfpoet“ Konrad Endler mit einem Hinweisschild unter dem Arm entgegen – das Problem scheint bekannt. Dabei ist allein die Location schon einen Abstecher wert: Der Raum hat zwei Ebenen. Auf der unteren befinden sich Mischpult und optionale Tanzfläche, heute mit Mikro für die Lesenden. Von dort führt eine Treppe zu einer Art Galerie hinauf, die einmal rund um die „Bühne“ zur Bar verläuft. Das Publikum sitzt, mit Getränken eingedeckt, oben und blickt auf die „Poeten“ herab; die Konstellation erinnert wahlweise an ein Theater oder eine Arena. Beides passt auf seine Weise.

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Berliner Lesebühnen: Lauschgift

Alle 2 Monate im Pankower Kurt Lade Klub.

Selbst als Ortsfremder ist leicht zu erkennen, dass der Kurt Lade Klub weitab vom Schuss liegt: mitten in der „Lesebühnenwüste“ von Pankow, deren Begrünung das erklärte Ziel der Nachwuchs-Lesebühne „Lauschgift“ ist. Der Altersdurchschnitt liegt geschätzt bei Mitte zwanzig, es sind die jungen Wilden, die da auf der Bühne stehen, und trotzdem lesen wie alte Routiniers.

Die Location ist übersichtlich, aber bequem. Zwischen den Stuhlreihen thronen ein paar alte Sofas, die natürlich sofort in Beschlag genommen werden. Es lohnt sich, denn auch das „Lauschgift“ bricht nicht mit einer augenscheinlichen Lesebühnen-Tradition in Berlin: Angefangen wird frühestens 30 Minuten nach offizieller Angabe, worüber einen die hauseigene Bar im Nebenzimmer leicht hinwegtröstet.

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Clint Lukas „Lindenbügel“

Clint Lukas liest „Lindenbügel“

Aus seinem Buch mit CD „Für die Liebe für die Kunst“ – erschienen bei periplaneta in der Edition Mundwerk – aufgenommen im Periplaneta Kreativzentrum Berlin von Marion Alexa Müller.

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666 – Das höllische Jubiläum des Stirnhirnhinterzimmers

Ein Lesebühnenerlebnis.

Donnerstagabend bildete sich eine beachtliche Schlange mitten in der schummrigen Z-Bar in Berlin Mitte. Wo diese Schlange hinführte war nicht ersichtlich, die nächsten Örtlichkeiten waren doch tatsächlich die Toiletten. Irgendwann öffnete sich aber irgendwo eine Tür und ein schwarz gekleideter, hagerer Mann ließ die Menge in einen dunklen kleinen Kinosaal hinein. In blutiger Schrift wurde das Motto des Abends auf die Leinwand projiziert: „Hier können Sie das Fürchten lernen“.
Wir schoben uns an der Kasse vorbei und einem riesigen Berg von Büchern, hin zu den Kinosesseln des mit dunkelrotem Stoff verhangenen Zimmers. Und vorne saßen sie schon an einem viel zu kleinen Tisch gedrängt: die Autoren dieser Berge von Büchern, die Meister der Anzüglichkeit, der Epik und des Skurrilen.

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