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Phantastische Flora

In Jesko Haberts Roman „Tiefsommer“ haben sich einige Bauern auf ein ganz besonderes Agrarprodukt spezialisiert: Ballonpflanzen. Diese kautschukartigen, mit extra leichtem Biogas gefüllten Früchte können zu handlichen „Luftballons“ heranwachsen, aber auch zu „Fesselballons“ oder „Zeppelinen“, die groß genug sind, um mehreren Menschen gleichzeitig als Transportmittel zu dienen. Mit Stahlseilen werden Gondeln an ihnen befestigt; Seitenruder, Laufgewichte und Ventile garantieren ihre Manövrierfähigkeit. Angesichts dessen, dass selbst kleinere Luftschiffe mehrere Dutzend Meter lang sind, muss das Gas in ihrem Inneren wirklich sehr leicht sein oder sie ehrfurchtgebietend groß.

Jesko Haberts Zeppelinplantagen gehören definitiv zu den interessantesten Beispielen fantastischer Flora, die mir in letzter Zeit begegnet sind, und geben einen hübschen Anlass ab, über einen seltener beachteten Aspekt fantastischer Literatur zu sprechen: fiktive Pflanzen. Phantastische Flora weiterlesen

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Kalion – Eine neue Welt bei Periplaneta

Neroe - Kalion - Periplaneta

… Doch auch Wut verklingt zu müdem Hauch. Trauer schleift sich ab. Und Hass erlahmt unter den Anforderungen des Alltags. Wie die Glut eines Kamins mögen sie noch eine ganze Weile störrisch glimmen. Wenn niemand sie mit neuen Scheiten nährt, erlischt sie … (Kalion – Die lautlose Woge)

Periplaneta veröffentlicht mit KALION – „Die lautlose Woge“ von Aleš Pickar seine erste High-Fantasy-Reihe. Eigentlich wollten wir so etwas niemals tun, nur weist die Welt von KALION ein paar Besonderheiten auf, die uns verzauberten. Dass nämlich der Lesende verzaubert wird, ist so ziemlich die einzige Übernatürlichkeit, die uns bei KALION begegnete. Weshalb jene Welt vielleicht auch ein bisschen grausamer ist, als beispielsweise eine Welt, in der sprechende Bäume sich entwurzeln können, um den Guten zu helfen. Überhaupt ist das in KALION mit dem „Gut“ und „Böse“ so eine Sache. Aber sehr archaisch sind sie mitunter, die Ereignisse in KALION.

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Herkules, Erdogan und andere Superhelden

Heldformel Banner

Ein Interview mit Mike Krzywik-Groß.

Preisfrage: Was haben Star Wars, Pretty Woman und Herr der Ringe gemeinsam? – Alle drei Werke sind nach einem narrativen Schema aufgebaut, das gemeinhin als „Heldenreise“ bekannt ist. Zu eben dieser haben Mike Krzywik-Groß und Ralf Kurtsiefer ein ungewöhnliches Buchprojekt konzeptioniert, um Autoren dieses sagenhafte „Erfolgrezept für Geschichten“ näherzubringen. Die Heldformel enthält einen Sachtextteil, einen Soundtrack und eine Erzählung, die von einem Kollektiv von acht Autoren geschrieben wurde. Das klingt nach ganz schön viel Arbeit – aber sie hat sich gelohnt, denn das crossmediale Buch erscheint im November bei Periplaneta in der Edition Drachenfliege.
Anlass genug, um mit Mike über Herkulesaufgaben, Superhelden und Erdogan zu sprechen:

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15.Dezember: Herrn Murmelsams Baisertörtchen

Herrn Murmelsams Fieberträume: Ab in den 7. Himmel!

„Lass dir von niemandem einreden, mein Junge“, pflegte er mir einzuschärfen, „dass Wolken nach Zuckerwatte schmecken. Das ist dummer Volksglaube. Unter ernsthaft phantastologischen Gesichtspunkten kann eine Wolke einzig den Geschmack eines Baisertörtchens haben. Alles andere ist weltfremder Humbug.“

Der Phantastologe in Philipp Multhaupts Erzählband „Herrn Murmelsams Fieberträume“ ist felsenfest von seiner Theorie überzeugt. Zwar können wir nicht zu den Wolken fliegen und ein Stück davon kosten, dafür aber ganz köstliche Baisertörtchen selber machen. (Aber bloß nicht im Ofen verbrennen lassen, es sei denn, Du möchtest wissen, wie eine Gewitterwolke schmeckt …)

Das Rezept, das geschmacklich zu den murmelsamen Geschichten passt, findest Du hier:

  • Tipp: Verschenke das Buch mit selbstgebackenen Baisertörtchen. Aber auch für Menschen, die mit Backen nichts am Hut haben, ist „Herrn Murmelsams Fieberträume“ definitiv als Geschenk zu empfehlen. Mit diesem tollen Buch unterm Baume kann man eigentlich nichts falschmachen.

 

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9. Dezember: Winterschlaf

Winterschlaf

Träum schön!

Der Himmel hatte die Farbe von Packeis angenommen. Über dem Talkessel schwebte das erste Flirren des Morgenlichts, kurz bevor die Sonne tatsächlich im Osten hinter den Hügeln hervorkommen würde. Lisa hatte die Hände tief in die Taschen ihres knallroten Stoffmantels vergraben. Seit gestern war es eisig kalt.
„Du siehst aus, als hättest du nicht geschlafen“, stellte Sara fest und wich Lisas Blick aus.
„Hab ich auch kaum“, erklärte Lisa, „du hast keinen Schimmer, wie meine Nächte neuerdings aussehen.“

Lisa hat seltsame Träume, von Monstern, Spinnen und einem geheimnisvollen blauen Mädchen. Bald darauf wird Unheimliches in der kleinen Stadt Blauheim geschehen. Würde man schlagartig in einen Winterschlaf verfallen, wie es Robert Christian Scheel in seinem Fantasy-Abenteuer beschreibt, dann wäre man als Betroffener wohl froh darüber, wenn man sich vorher einen Traumfänger über das Bett gehängt hätte. Diese sammeln nämlich schöne Gedanken für den Schlafenden ein. Damit Du für den nächsten Kälteeinbruch vorbereitet bist, gibt es hier die Bastel-Anleitung:

Robert Christian Scheels Debüt-Roman ist „Frozen Fantasy“ vom Feinsten und gehört zu den immerwährenden Klassikern der Edition Drachenfliege.  Wir haben den Preis für dieses traumhaft schön illustrierte Buch auf 9,99 Euro gesenkt. Zudem bieten wir es in einem besonders günstigen  Winterbundle an:


Tipp: Verschenke dieses Buch zusammen mit einem selbstgemachten Traumfänger.

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8.Dezember: Hanf und andere bewusstseinserweiternde Genussmittel

Menschen mit einem Hang zu bestimmten Genussmitteln sind schwer zu beschenken…

… weil sie generell schon viel zu zufrieden sind. Aber wir haben zwei Bücher, die zumindest als horizonterweiternd gelten. Und das sogar bei zumeist nüchternen Menschen.

Beide sind in der Edition Drachenfliege erschienen.

„Die unwahrscheinliche Erleuchtung des Kiffers Felix B.“ ist ein Buch, in dem Hanf als medizinisches Mittel eine Rolle spielt. Aber Felix ist eben mit Erkenntnissen konfrontiert, die sich auf Dauer auch nicht wegrauchen lassen … Eigentlich geht es in dieser wunderbaren Geschichte von Steve Bürk auch nicht  ums Kiffen, sondern um Erleuchtung in einem besonders schweren Fall und darum, ob und wann das Leben gerecht ist … natürlich auch um Liebe und Freundschaft und ein durchgängig außerordentliches Lesevergnügen.

„Sex Drugs & Feenstaub“ von André Ziegenmeyer war bis vor kurzem bei uns vergriffen, ist aber jetzt endlich wieder zu haben. Herr Ziegenmeyer hat eine eigene Welt, in der Feenstaub ein stärkeres Zeug ist als Heroin, in der die Feen längst ins Drogengeschäft eingestiegen sind und in der Schwarzwichtel ganz bestimmte sexuelle Vorlieben haben. Zudem neigt er dazu, seine skurrilen Geschichten in höchst amüsante Hörspiele zu kleiden, von denen auch ein paar auf der beiliegenden CD zu hören sind.

Tipp: Schenke diese Bücher den enfant terribles Deiner Familie. Also dem Onkel, der früher mal in einer Band gespielt hat oder dem Halbbruder Deiner Großtante stiefmütterlicherseits, der zwei Jahre in Indien gelebt hat oder der Frau Deines Cousins, die keiner leiden kann, weil sie am Kaffeetisch immer die Wahrheit sagt … Sie werden sich bis Ostern total integriert fühlen und Du gehörst für ein Jahr auch zu den coolen Leuten.