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„Schreiben ist vergleichbar mit Atmen“

Heidi Lehmann - periplaneta

Ein Interview mit Heidi Lehmann.

Im Frühjahrsprogramm ist bei Periplaneta der Familienroman „Bienenjunge“ erschienen. Die Hamburger Autorin Heidi Lehmann erzählt darin einfühlsam die Geschichte von Kai, der gegen alle Widrigkeiten versucht, seinem autistischen Sohn Cosmas ein gutes Leben zu ermöglichen. Laura Alt hat mit Heidi Lehmann über Inklusion, Bildung und Kunst gesprochen.

Das Thema Autismus ist in der Öffentlichkeit nicht präsent. Wie hast Du zu diesem gefunden und warum hast Du einen Roman darüber geschrieben?

H.L.: Viele Menschen sind daran interessiert, Autismus zu begreifen. Leider fehlt häufig eine tiefere Betrachtung, die unterschiedliche Perspektiven einnimmt, wenn in Medien darüber berichtet wird. Vermutlich auch deshalb, weil Autismus nicht erklärbar ist. Das war einer der Gründe, warum ich diesen Roman schrieb. Dazu kam noch, dass sich mir Figuren aufdrängten, deren Leben mit Widerständen und Zweifeln verbunden sind. Der Gedanke, wie sie damit umzugehen lernen, hat mich fasziniert.
Außerdem gibt es einen persönlichen Hintergrund. Bei meinem elfjährigen Sohn wurde im Alter von neun Jahren Frühkindlicher Autismus diagnostiziert. Aber schon bevor die Diagnose feststand, habe ich mich intensiv mit Autismus auseinandergesetzt. Ich habe durch den Autismus meines Sohnes sehr viel gelernt und lerne immer weiter mit ihm.

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„Helden sind immer gut für die Auflage“

David Jonathan - Periplaneta

Ein Interview mit David Jonathan.

Ende 2019 ist bei Periplaneta der Roman „Akilah und die Legende von Bashir“ erschienen. Dieser erzählt die Geschichte des Jungen, der laut Medienberichten den Krieg in Syrien ausgelöst haben soll, indem er ein regimekritisches Graffiti an eine Wand in Daraa sprühte. Laura Alt hat mit dem Autor und Journalisten David Jonathan über die Themen Flucht, Integration und Medien gesprochen.

Was hat Sie dazu motiviert, einen Roman über das Thema Flucht zu schreiben?
D.J.: Schon seit einigen Jahren treffe ich mich regelmäßig mit geflüchteten Menschen, viele von ihnen haben mir von ihrer Flucht erzählt. Das sind oft sehr bewegende Geschichten, sowohl von Mitgefühl als auch von tiefen menschlichen Abgründen. So fließen in dem Roman Recherche, eigene Erlebnisse und Fantasie zusammen.

Wieso dann eine Geschichte über einen Mythos?
D.J.: Zunächst war es für mich die Geschichte über den Jungen, der in Syrien den Krieg ausgelöst haben soll. Es gibt verschiedene Artikel, die erst von einer Gruppe Kinder berichten, dann schließlich von einem einzelnen Jungen, einem Anführer. Die Details wie Alter und Name variieren, der Kern der Geschichte bleibt aber konstant. Ich habe mich gefragt, wie sich so ein Produkt unserer Fantasie fühlen würde, wenn es zum Leben erwacht. Während des Schreibens wurde mir schnell klar, dass der Junge aus Syrien fliehen muss, denn ich las ein Interview, in dem behauptet wurde, er halte sich inzwischen in Österreich auf. Außerdem konnte er auch deshalb nicht in seiner Heimat bleiben, weil er als Symbolfigur des Krieges von allen Seiten gesucht wurde.

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Legendäres für die Hotlist

Hotlist 2020

Heiß umkämpfter Wettbewerb um das beste Indie-Buch 2020.

Jedes Jahr ruft der Verein der Hotlist Independentverlage dazu auf, jenen einen Titel einzureichen, den sie für ihren bewegendsten, für den ungewöhnlichsten oder hübschesten halten. Am liebsten hätten wir ja ALLE unsere Bücher eingereicht, aber dieses Jahr schicken wir Akilah und die Legende von Bashir von David Jonathan ins Rennen. Akilah und die Legende von Bashir ist ein spannender Roman über Krieg und Flucht, Emanzipation und kulturelle Traditionen und über das mediale Phänomen des „Helden“. Das Besondere ist seine Erzählperspektive, denn die Geschichte der jungen Akilah wird von Bashir erzählt, einem Jungen, den es (vielleicht) gar nicht gibt.

Dieses Jahr haben noch 170 weitere Verlage ihre „hottesten“ Titel eingereicht. Sie wurden in 13 Kategorien einsortiert: Von Lyrik über Graphic Novel bis hin zu Anthologien oder Romanen ist fast alles vertreten. Grundvoraussetzung für die Teilnahme war, dass der Verlag kein sogenannter Konzernverlag ist (er also frei und mit echtem Herzblut arbeitet; die klassischen Publikumsverlage wie z.B. Heyne, Piper, Ullstein sind nicht zugelassen). Schließlich soll gezeigt werden, wie überaus vielfältig und wundervoll die unabhängige Buchkultur ist – und dass es sie überhaupt gibt.

Um es nicht zu einfach zu machen, hat sich der Verein der Hotlist ein ganz spezielles Procedere ausgedacht: Nachdem nun die Einreichungsphase abgeschlossen ist, wird gerade vom Kuratorium eine Vorauswahl getroffen, von den 170 bleiben lediglich 30 Titel übrig.
Im Anschluss gibt es ein öffentliches Voting; „in den Sommermonaten“ (so die Hotlist) darfst Du für einen der 30 Titel Deine Stimme abgeben. Die drei Titel mit den meisten Fans kommen dann weiter, eine internationale Jury (AT, DE, CH) wählt parallel dazu sieben Titel aus. Damit stehen schließlich Anfang September zehn Titel auf der „heißen Liste“. Anschließend entscheidet die Jury über die Vergabe des Hauptpreises, der im Oktober im Literaturhaus Frankfurt vergeben wird.
Alles klar – oder?!!

Auf der Webseite der Hotlist findest Du noch ganz viele weitere Infos über die Idee dahinter – und natürlich nicht nur in der Kategorie “Deutschsprachige Romane” unseren Roman Akilah und die Legende von Bashir, sondern alle eingereichten Titel. Ein Spaziergang durch die unabhängige Buchkulturlandschaft ist definitiv zu empfehlen. Oder Du stöberst Dich durch unsere heißen Werke, die wir in den letzten Jahren bei der Hotlist eingereicht haben:

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Ein neues Buch von Philipp Multhaupt

Herr Freytag und Miss Kafka

Herr Freytag und Miss Kafka retten die Welt.

Dies ist das zweite Buch aus dem Hause Periplaneta, das nach dem Weltuntergang herauskommt und nichts mit ebendiesem zu tun hat … Und wir sind alle immer noch sehr verliebt in es. Denn es ist voller Hoffnung, Liebe, Zuversicht und Traurigkeit … es hat diesen Zauber, den man auch nicht mit der Quantentheorie erklären kann … es kommen Schafe drin vor und es geht ums Weltretten.

Und nun stellen wir mir Staunen fest, wie wunderbar die dem Autor eigenartige, mit Weisheit, Humor und sprachlicher Eleganz zur Schau getragene Melancholie in diese verrückte und zuweilen kaputte Zeit passt. Huch, werden jetzt einige vielleicht denken, was ist denn da passiert? Nein, würden wir antworten, wir können uns immer noch keine Drogen leisten und auch sonst gibt es nicht so viel Nettes zu sehen und zu hören dort draußen. Aber PHILIPP MULTHAUPT hat ein neues Buch geschrieben, Nicole Altenhoff hat dazu ein Cover gemacht und wir durften es veröffentlichen. Das allein ist Grund genug, fest daran zu glauben, ach, was sag ich, zu wissen, dass wirklich alles gut wird.

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Lovelybooks-Leserunde mit Heidi Lehmann

Heidi Lehmann - periplaneta

Periplaneta stellt 20 E-Books zur Verfügung.

Periplaneta und die Autorin Heidi Lehmann veranstalten eine LovelyBooks-Leserunde zum Roman „Bienenjunge“.
20 Teilnehmer haben noch bis zum 14.06. die Chance, ein eBook (epub oder mobi) zu gewinnen. Die Leserunde findet auf dem Portal lovelybooks.de statt. Am Gewinnspiel teilnehmen können Interessierte unter folgendem Link.
Nach der Verlosung der eBooks beginnt die Leserunde, bei der im Internetforum über das Buch diskutiert werden kann. Der besondere Reiz der Teilnahme ergibt sich aus der Möglichkeit, der Autorin direkt Fragen stellen zu können und in einen Gedankenaustausch zu treten. Mitgelesen werden kann auch spontan zu einem späteren Zeitpunkt – die Leserunde dauert etwa einen Monat. „Bienenjunge“ ist in der Edition Periplaneta erschienen.