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DOKTOR WER, BITTE?

Doctor Who – Innovatives Kult-Sci-Fi ohne Laserschwerter, aber mit Schallschraubenzieher.

Die schmale Tür, auf der WC stand, ließ auf ein winziges Bad schließen. Sozusagen ein Plumpsklo mit Wasserhahn. Aber als ich einen Blick hineinwarf, prallte ich einen Schritt zurück. Vor mir lag ein etwa 30 Quadratmeter großer Wellnesstempel mit Bidet, Dusche und Whirlpool. Ich rieb mir die Augen.
„Ines!“, schrie ich. „Ich halluziniere.“
Sie trat zu mir, öffnete ihrerseits die Tür und sah hinein. „Wieso, was ist denn?“
„Dein Bad ist … es ist … na … es ist …“
„Innen viel größer als außen?“
Ich sah sie misstrauisch an. „Du kennst Star Wars nicht. Du kennst Star Trek nicht. Aber Doctor Who kennst du, ja?“
„Welchen Doktor soll ich kennen?“

Kein Wunder, dass Ines aus „Pudel, Nerd & Nymphe“ Doctor Who nicht kennt. Schließlich spielt Dieter Wischnewskis Roman auch in Deutschland. Hier hat traurigerweise kaum jemand von der britischen Kult-Serie gehört.
Ich, enthusiastischer Doctor-Who-Fan, werde das ändern! Wenn jemand die Worte „innen viel größer als außen“ in meiner Gegenwart verwenden würde, ich würde vor Aufregung durch die Gegend hüpfen, im Glauben, einen neuen besten Freund gefunden zu haben! Aber um das zu erreichen, gehen wir erst mal einen Schritt zurück.

Der Doktor ist ein Alien der Spezies Timelord vom Planeten Gallifrey – Alien-Muffels, bitte klickt jetzt nicht weg! Besagter Timelord sieht nämlich aus wie ein normaler Mensch. Mit seiner Tardis (Time And Relative Dimensions In Space) kann er durch Raum und Zeit reisen. Allerdings läuft die Maschine nicht ganz rund und landet selten da, wo und wann der Doktor sie hinsteuert. Außerdem ist ihr Tarnmechanismus defekt: Sie sieht permanent aus wie eine blaue britische Polizei-Notrufzelle.

Die TARDIS!

Von außen betrachtet glaubt man also, dass innen maximal vier Quadratmeter zur Verfügung stehen. Und jedes Mal, wenn der Doktor jemanden in die Tardis einlädt – meist hübsche, junge, menschliche Damen – damit er nicht mehr allein das Universum erkunden muss, steht besagter Jemand mit großen Augen in der Tardis, rennt wieder raus, rennt einmal um die blaue Notrufzelle, kommt wieder rein, und ruft ungläubig: „Sie ist innen viel größer als außen!“
Diese Kult-Phrase kennt in Großbritannien jedes Kind.

Was aber weder in Großbritannien noch im restlichen Whoniverse* jemand kennt, ist der Name des Doktors. Stellt sich der Doktor vor, so folgt oft die Frage „Doktor, wer?“, im engl. Originalton also „Doctor Who?“ Damit wäre also auch das Rätsel um den Titel gelöst und ein weiterer Running Gag der Serie offenbart.
Den Namen der Doktor gab sich der Timelord übrigens selbst und damit gleichzeitig ein Versprechen an die Welt: Er würde immer jenen helfen, die in Not sind.**

Einzig bewaffnet mit einem Schall-Schraubenzieher (Ja, ernsthaft: ein modifizierter Schraubenzieher, der allein mit Schall einfach alles irgendwie beeinflussen kann!), bereist der Doktor die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, fremde Planeten, Raumschiffe, Traumwelten und auch gerne mal ein Paralleluniversum – in Doctor Who gibt es absolut keine Grenzen.

Als Außerirdischer hat der Doktor einige ungewöhnliche Fähigkeiten. Zum Beispiel spricht er fast jede Sprache, so auch Babyisch (einem frischgebackenen Vater teilt er mit, dass sein Sohn nicht Alfie, sondern lieber Stormageddon, Dark Lord of All genannt werden will) oder Pferdisch (ein Reiter muss erfahren, dass sein Hengst eigentlich Susan heißt und um Respekt für seine Lebensentscheidungen bittet). Außerdem hat der Doktor zwei Herzen und immenses Wissen über das Universum und seine Gesetze (Was eigentlich logisch sein sollte, wenn man seit Tausenden von Jahren in Zeit und Raum durch die Gegend reist).

Seit Tausenden von Jahren? Ja, genau. Denn wie alt der Doktor wirklich ist, weiß er selbst nicht mehr. Und so kommen wir nun zur spannendsten Fähigkeit eines Timelords: Wird dieser tödlich verwundet, so stirbt er nicht, sondern regeneriert sich. Er wird zu einer komplett anderen Person (er kann auch das Geschlecht wechseln), mit neuem Aussehen und neuer Persönlichkeit.
Diese spezifische Timelord-Eigenschaft wurde eigentlich aus einer Not heraus geboren – der erste Doktor-Darsteller hörte unerwarteterweise auf. Mittlerweile ist das aber der Clou der Serie. Nun haben wir seit der achten Staffel mit Peter Capaldi den zwölften Doktor.

Aufgrund dessen kann die Serie nicht nur eine unfassbar lange Laufzeit aufweisen (die ersten 26 Staffeln wurden von 1963 bis 1989 ausgestrahlt***, ab 2005 folgten mittlerweile acht neue Staffeln), die Drehbuchautoren haben damit auch immer wieder die Möglichkeit, Doctor Who neu zu erfinden. Jeder Doktor bringt ein neues Grundgefühl in die Serie. Manche haben eine rücksichtslosere Einstellung und bringen bedenkenlos Opfer, während für andere jedes Leben zählt, egal welcher Rasse oder Spezies es angehört. Jeder hat seinen eigenen Charakter, das reicht von arrogant über schrullig bis hin zu schwermütig und kindisch. Durchgeknallt sind sie aber alle.****

Trotzdem haben alle Doktoren gewisse Eigenschaften gemein: Sie helfen immer, ganz im Namen des Doktors, und retten – in den meisten Fällen – den Tag, den Planeten, die Zeitlinie oder, nicht selten, gleich das ganze Universum. Ihre Erklärungen sind oft haarsträubend und mögliche Zeitparadoxe werden mit dem Satz „Zeit kann umgeschrieben werden“ einfach weggeredet.

DAS versucht der Doktor regelmäßig zu verhindern!

Das ungewöhnliche Format einer Science-Fiction-Serie, die ständig wechselnden Darsteller und somit Charaktere machen den Charme der Serie aus und erlauben grenzenlosen Einfallsreichtum, gepaart mit witzigen Sprüchen und zahlreichen Eigenheiten.

Doctor Who ist nicht nur etwas für SciFi-Fans, sondern für alle Serien-Junkies, die bunte, innovative, etwas nerdige, aber auch mal ernste Unterhaltung schätzen. Man kann also behaupten, dass die Serie selbst „innen viel größer als außen ist“.

Werft bei Netflix, ARD ONE oder Amazon Prime einen Blick in meine Lieblingsserie, damit ich öfter vor Aufregung durch die Gegend hüpfen kann, wenn jemand diese Kult-Phrase sagt.

von Antonia Luba (Bloggerin von https://storiesonmyscreen.wordpress.com)

* Serienuniversum von Doctor Who

** Fun Fact 1: Der aktuelle kreative Kopf der Serie, Steven Moffat, „beantwortet“ die Frage zum Namen des Doktors in einem Interview: „Uns wurde befohlen, niemals den Namen des Doktors preiszugeben, sonst müsste die Serie umbenannt werden in ‚Mildred‘ – oh, Mist!“ (Quelle: screenertv.com)

*** Fun Fact 2: Knapp 100 Episoden aus den ersten sechs Staffeln sind mittlerweile vernichtet. In der damaligen Zeit (bis in die 70er Jahre) war es üblich, solche Bänder nur ein paar Jahre aufzubewahren und anschließend wiederzuverwenden und zu überspielen.

**** Fun Fact 3: Außerdem hat jeder Doktor natürlich sein „Markenzeichen“. So bietet der 4. Doktor jedem eine Geleebohne an, der 10. Doktor brüllt jedes Mal „Allons y!“ (dt.: „Los geht’s!“), wenn es nur ansatzweise aufregend wird, und der 11. Doktor verliebt sich in jedes völlig aus der Mode gefallene Kleidungsstück und erklärt dessen Zustand zu „cool“ (u.a. eine Fliege, ein Fez und Hosenträger).

Weitere Informationen zur Serie findet ihr zum Beispiel auf der deutschen Doctor-Who-Wikipedia-Seite, die sehr ausführlich recherchiert ist.
Die neusten Nachrichten, einen Episodenführer und viele ausführliche Episoden-Rezensionen gibt es auf der Seite Serienjunkies.de.

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Kindchenschema

Oder: Ich kann nichts dafür, es ist mein Brutpflegemechanismus.

Ruckartiges Stehenbleiben, aufgerissene Augen, entzücktes Aufkreischen: „Oooh süüüüß!“ Während ich noch wie berauscht dem flauschigen Welpen hinterherblicke, der da gerade um die Ecke biegt, ernte ich meistens genervte Blicke von meiner Begleitung. Sobald das kleine Fellknäuel dann aus meinem Sichtfeld entschwunden ist, erwache ich aus einer Art Trance, senke meine Stimmlage um ein paar Oktaven, und ärgere mich, mal wieder die Kontrolle (und ein Stück meiner Würde) verloren zu haben. Was haben nur diese schlappohrigen, kurzbeinigen Wesen an sich, dass ich mich regelmäßig selbst vergesse und in der Öffentlichkeit blamiere? Das gleiche Spiel erlebe ich bei Freundinnen auch, allerdings vor allem beim Anblick weniger haariger Kreaturen: Babys und Kleinkinder. Die beeindrucken mich zwar nicht so wie Welpen, aber lassen mich doch nicht vollständig kalt – zumindest solange sie keine Geräusche von sich geben oder diverse Körperflüssigkeiten absondern.

Um meinen augenrollenden Freunden zu beweisen, dass es sich bei einem Ausbruch dieser Art um einen Automatismus handelt, dem ich und andere machtlos unterliegen, recherchiere ich im Bereich Tier- und Menschenkinder. Ich stoße auf den Begriff des Kindchenschemas. Dabei handelt es sich um bestimmte Proportionen und Züge eines Kindergesichts, die bei Erwachsenen als Schlüsselreiz wirken und einen Brutpflegemechanismus auslösen. Dazu gehören zum Beispiel große Augen, eine hohe Stirn, ein runder Umriss des Kopfs – ein Babyface eben. Interessanterweise lässt sich dieser Mechanismus laut dem Magazin Spektrum der Wissenschaft auch auf Tiere übertragen, die eben diese Merkmale aufweisen. So löse eine Wüstenspringmaus mehr Sympathie aus als ein Feldhase, ein Mops eher als ein Jagdhund, ja sogar ein Rotkehlchen wecke aufgrund des Kindchenschemas stärkere Zuneigung und Schutzinstinkte als eine Krähe.

Es ist also tatsächlich ein Urinstinkt, meine erste Natur sozusagen, die mich beim Anblick eines Welpen überwältigt. Das erklärt natürlich auch, warum diese Reaktion eher bei Frauen, die in der Evolution nun mal direkt für die Brutpflege verantwortlich waren, als bei Männern ausgelöst wird. Allerdings, das ergeben meine Recherchen, gibt es unter Forschern die Meinung, dass das Kindchenschema auch einen Einfluss auf die Attraktivität einer Frau hat. Kleines Kinn, große Augen, hohe Stirn – die Merkmale, die ein Kindergesicht ausmachen, wurden an einer erwachsenen Frau von den meisten Testpersonen als besonders attraktiv empfunden. Als Prototyp dieses Babyface gilt zum Beispiel Brigitte Bardot.

Ziemlich gruselig, wenn man mal darüber nachdenkt. Wenn ein Mann also auf der Straße einer Frau mit kindlichem Gesicht hinterherschaut und ich einem Welpen, dann handelt es sich im Grunde um den gleichen Instinkt. Mit unterschiedlichen Absichten. Hoffentlich.

Die Vorteile der Niedlichkeit reichen jedoch noch viel weiter. Die Marketingbranche zum Beispiel nutzt das Schema gnadenlos aus und lässt sogar Autos, die eher von Frauen gekauft werden sollen, mit den entsprechenden Elementen im Design versehen (wer schon mal in die großen Augen eines Twingo oder in das Duckface einer Ente geschaut hat, weiß, was gemeint ist).

Dass auch sicherlich Buchcover nicht von dieser Verkaufsstrategie verschont bleiben, ist anzunehmen. Doch laut dem Zeitmagazin sind in den letzten Jahren eher leere Stühle und einsame Frauen in der Landschaft als emotionale Reize bei der Covergestaltung beliebt gewesen.

Einsamkeit des Hurenkindes

Mit dem Vorteil des Kindchenschemas, allerdings in einer eher sprachlichen Art und Weise, beschäftigt sich auch Matthias Niklas in seinem Beitrag in der neuen Vision & Wahn Anthologie „Die Einsamkeit des Hurenkindes“. In diesem erklärt der Lesebühnenautor die Verniedlichungsform, den sogenannten Diminutiv, auch noch zur Lösung des ewig diskutierten Gender-Problems in der deutschen Sprache. Warum eigentlich nicht gleich mit Kindchenschema die Welt retten? Denn wie der Autor so schön schlussfolgert:

Ein Männchen des Volkes wird bestimmt nicht so leicht Diktator wie ein Mann des Volkes, ein Äusländerlein macht einem patriotischen Europäerle nicht ganz so viel Angst, und vielleicht kriegen wir so sogar leichter ein Rüstungsexporteurchen hinter Gittern.

Vanessa Franke

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Die verbotenen Bücher

Installation auf der documenta erinnert an vergangene und aktuelle Zensur.

Was haben die Bibel und Harry Potter gemeinsam? Beide Bücher waren einmal verboten oder zumindest der Zensur unterworfen – und sind es auch heute noch an bestimmten Orten der Welt. Deshalb sind sie zwei der über fünfzigtausend verbotenen Bücher, welche die argentinische Künstlerin Marta Minujín in ihrer Installation „The Parthenon of Books“ derzeit auf der documenta in Kassel ausstellt. Die documenta ist eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihen für zeitgenössische Kunst, die alle fünf Jahre stattfindet. Austragungsort ist dieses Jahr vom 10. Juni bis zum 17. September wie immer Kassel und bis zum 16. Juli zusätzlich Athen.

Die Argentinierin Minujín hat in diesem Rahmen ein 70 Meter langes, 30 Meter breites und 20 Meter hohes Monument nach dem Vorbild des Parthenon-Tempels auf der Akropolis in Athen geschaffen, konstruiert aus einem Metallgerüst und behängt mit einem in Plastik eingeschweißten Bücher-Mosaik, das vor allem durch Spenden von Verlagen zusammenkam. Unter zahlreichen politischen Schriften befinden sich Werke wie Bret Easton Ellis’ American Psycho, Vladimir Nabokovs Lolita, Kinderbücher wie Tom Sawyer sowie die Grimm’schen Märchen – die Weinflasche in Rotkäppchens Präsentkorb für die Großmutter war einer kalifornischen Behörde ein Dorn im Auge. Harry Potter ist übrigens deshalb unter den verbotenen Büchern, weil Eltern in den USA erfolgreich Einspruch dagegen erhoben, dass die Buchreihe in die Schulbibliotheken aufgenommen wird. Die Vorwürfe lauteten dabei unter anderem: Gewalt, Okkultismus, Satanismus, anti-familiäre Tendenzen und Homosexualität (wussten die damals etwa schon von Dumbledore und Grindelwald?!).

Das „Parthenon der Bücher“ – ursprünglich ein ästhetisches und politisches Symbol der ersten Demokratie – steht auf dem Kasseler Friedrichsplatz, auf dem 1933 von den Nazis rund 2000 Bücher verbrannt wurden. Übrigens mitnichten ein rein historisches Vorgehen, wie unter anderem die Harry Potter-Bücherverbrennungen im Jahr 2006 in Moskau und in den USA, oder die Verbrennung der homoerotischen Lyrik des arabischen Dichters Abu Nuwas durch das ägyptische Kulturministerium 2001, beweisen. An solche geschichtlichen sowie hochaktuellen Angriffe auf die Demokratie und die künstlerische Freiheit soll das Kunstwerk erinnern.

Marta Minujín lebte selbst jahrelang in einem Staat voller Zensur und Unterdrückung, nämlich in der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis ’83, und will nun mit ihrer Kunst die Demokratie fördern. Mit ihrer Installation setzt sie ein beeindruckendes Symbol und Mahnmal zugleich. Die Freiheit des Denkens und der Kunst gilt es zu wahren und zu verteidigen, denn sie ist nicht und war nie selbstverständlich gegeben, scheint das „Parthenon der Bücher“ auszusagen.

„Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“, schreibt der Bühnenpoet Lucas Fassnacht im Bezug auf die Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten und zitiert damit einen Satz von Heinrich Heine aus dem Jahr 1823, der sich ein Jahrhundert später bewahrheiten sollte. In seinem Text Feuer und Sprache behandelt Fassnacht die beiden Elemente, die den Menschen seit Anbeginn seiner Zeit ausmachen, mit denen Bücher geschrieben und vernichtet, Kriege geführt und beendet werden können:

FR. 27.10.2017 ab 20 h @ Periplaneta Literaturcafé Berlin: LUCAS FASSNACHT: "FEUER & SPRACHE" LIVE
FR. 27.10.2017 ab 20 h @ Periplaneta Literaturcafé Berlin: LUCAS FASSNACHT „FEUER & SPRACHE“ LIVE

„Feuer und Sprache. Rivalen sind sie, im stetigen Wettstreit befindlich. Wie das Wasser das Feuer zu löschen vermag, so kühlt die Sprache das entbrannte Gemüt. Wo das Feuer hingegen herrscht, verlernen die Menschen zu sprechen.“

Mehr reflektierte Gesellschaftskritik und durchdachte sowie humorvolle Wortkunst gibt es nachzulesen in der gleichnamigen Sammlung von Fassnachts Bühnentexten, erschienen im September 2017 bei Periplaneta.

Vanessa Franke

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Keine halben Sachen zum Welttag des Buches

vier Erdmännchen

Kultur-Quickies, Vorträge, Abendveranstaltungen und Autoren-Speed-Coaching.

V&W Aug 14Zum Welttag des Buches am 23. April 2016 veranstaltet der Börsenverein seine Aktion #verlagebesuchen und forderte Verlage auf, sich für ein oder zwei Tage für Interessierte zu öffnen. Machen wir doch gerne und laden hiermit alle herzlich ein, den Periplaneta Verlag und unser Kreativzentrum kennenzulernen.

Wir machen natürlich keine halben Sachen. Weil wir ja einer der wenigen Verlage mit Kneipe und Bühne sind und wir sowieso auch während der Arbeitszeit durchgängig Thekenbetrieb haben, wirds wohl ein kleines Festivalchen werden. Wir freuen uns jedenfalls auf jeden, der uns besucht. Und wenns nur wegen der Sonderangebote ist 🙂 Selbstverständlich steht auch unser gesamtes lieferbares Sortiment von über 100 Titeln in den Regalen und ist anschaubar und käuflich.

Schon am Freitag abend 20 Uhr gehts los. Wir erleben, erstmalig in Berlin, das Soloprogramm der Verlagschefin Marion Alexa Müller: „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“.

Marion Alexa Müller - periplaneta (Bild von Gert Schober)

Samstag präsentieren wir ab 13.00 Uhr informative Kurzvorträge und kurze Lesungen im Literaturcafé. Dazwischen ist das Mikrofon offen, das heißt, dass wir auch gern spontan AutorInnen und oder MusikerInnen zuhören. Außerdem bieten wir kreativen Menschen 10-minütige Slots für ein Speed-Coaching an, um Fragen zu stellen und sich briefen zu lassen. (Anmeldung erforderlich gern telefonisch: 030 – 44 67 34 33).

Ab 20 Uhr lauschen wir dann keinem geringeren als TT Geigenschrey und  seiner Interpretation einer Kurzgeschichte von HP Lovecraft.
Der Eintritt ist immer frei.

TT Geigenschrey

Das Programm:

l41975469_gFr. 20 Uhr: Marion Alexa Müller „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ (Solo-Lese-Show)

Sa. 13.00 Uhr: Meet & Greet mit dem Verlagsteam
Sa. 14.00 Uhr: Wie entsteht ein Buch? (Vortrag)
Sa. 15.00 Uhr: Fantasy bei Periplaneta (Lesung)
Sa. 16.00 Uhr: Stirbt das Buch aus? (Vortrag)
Sa. 17.00 Uhr: Traumberuf LektorIn? (Vortrag)
Sa. 18.00 Uhr: Bühnentexte & Slam-Literatur bei Periplaneta (Lesung)

Sa. 20 Uhr: TT. Geigenschrey (Violine) featuring Boris Will (Stimme) und YREF (Gitarre): H.P.Lovecrafts DIE MUSIK DES ERICH ZANN

 

Welttag des Buches ?
Am 23. April feiert die ganze Welt ein Lesefest: Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte begehen den „UNESCO-Welttag des Buches und des Urheberrechts“. Rund um den weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren koordinieren der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen in Deutschland zahlreiche Aktionen.

#Verlagebesuchen ?
Über 22 Berliner Verlage laden anlässlich des Welttag des Buches am 22. und 23. April 2016 interessiertes Publikum dazu ein, einen Blick hinter die Kulissen eines Verlags zu werfen. Unter dem Motto #verlagebesuchen finden in den Verlagshäusern unterschiedliche Veranstaltungen statt, zum Beispiel Werkstattgespräche, Autorenlesungen und Verlagsführungen. Das vollständige Programm kann online nachgelesen werden. Auf der Webseite kann sich jeder für die Veranstaltungen anmelden. Der Eintritt ist stets kostenlos.

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26. Dezember: Ein paar E-Books für die leeren Reader

Schönen 2. Weihnachtsfeiertag!

Vielleicht bist Du ja jetzt auch stolzer Besitzer eines E-Readers … oder Du weißt noch nicht, was Du mit dem Hunni von Omma machen sollst. Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: So ein Reader birgt relativ geringe Anfangsfixkosten und hat Platz für mehr Bücher, als in Deine Wohnung reinpassen. Das Lesen ist sehr komfortabel und die Akku-Laufzeit kann man getrost in Wochen angeben. Sogar, wenn man einen dieser Deluxe-Dinger mit Hintergrundbeleuchtung hat. Solltest Du überwiegend englischsprachige Werke lesen, kannst Du Dich auch noch über sehr preiswerte E-Books freuen, denn die englischen E-Books sind meistens um die Hälfte  günstiger als die ausgedruckten. Doch auch der deutsche Markt kommt langsam auf den Trichter, dass ein E-Book nicht nur ein paar Cent weniger kosten sollte.

Bei Periplaneta war das schon immer so. Unsere E-Bücher waren schon immer so kalkuliert, dass die Materialersparnis weitergegeben wurde.

Die Bestückung der Reader ist über Plattformen wie Kindle, iBooks und Tolino am bequemsten. All unsere digitalen Bücher sind in den bekannten E-Book Stores zu haben. Zusätzlich bieten wir aber auch E-Books in unserem Shop an. Diese sind DRM frei. Derzeit gibt es zwar nur E-Pubs in unserem Shop. (Also Bücher für alle Reader außer dem Kindle) Aber auch wir würden unsere Kindle auch nur bei Amazon bestücken, weil das so schön einfach ist.

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Wir wünschen fröhliches Lesen!

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24.Dezember: Scheibenweise tolle Musik

CDs bei Periplaneta.

Auch wenn so mancher wieder Vinyl kauft. Und ein Plattenspieler gerade total hip ist … wir alle wissen, dass die Scheibe so langsam aber sicher aus der Mode kommt, kommen wird. Auch die CDs, DVDs, BluRays. Der Wechsel-Datenträger stirbt aus. Und somit auch das Erlebnis und die Musik als Wert und verkaufbare Ware. (Jaja, das Event bleibt. Fleisch und Blut werden wir bald noch umfangreicher bezahlen, weil es immer wertvoller werden wird und weil die Ganzkörperzurschaustellung das Einzige sein wird, womit ein Künstler dann noch Geld generieren kann … Für die Musik ist das schade, denn als reine Flatrate- Streaming-Dusche verliert sie einerseits qualitativ an Wert und wird zum Wegwerf-Massen-Produkt.

Uns wird es auch 2016 Anliegen sein, den Sympathisanten Werke „haptisch“ zu präsentieren und den Minderheiten, die sich von jener Einheit aus Tonträger und Artwork nicht trennen wollen, weiterhin CDs anbieten. Auch wenn ich die Zeichen der Zeit erkenne, ich MP3 und E-Books ausgiebig nutze und nicht mehr missen möchte, so muss ich doch gestehen, dass mir im Umgang mit den unsichtbaren Büchern und Musikalben irgendetwas fehlt.

Audiophilie ist keine Krankheit. Und es beinhaltet auch die Fähigkeit, einen 128 kbps-Stream von einem vollwertigen, unkomprimierten Songerlebnis zu unterscheiden. Wer es nicht glaubt… nun … Macht den Test, macht euch ein Ohr, blättert in den viel-seitigen Booklets. Und hört vielleicht mal eine Weile einfach nur zu, ohne zu zappen, zu chatten oder U-Bahn zu fahren. Hört laut, bis dass der Nachbar mit seinem Besenstiele an die Decke klopfe… 🙂 Das gilt für Musik-Alben wie Hörbücher gleichermaßen. Und merke: fairtrade ist nicht flatrate.