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Von ehrlicher Kunst außerhalb des Affengeheges

Calvin Kleemann

Ein Interview mit Calvin Kleemann.

Calvin Kleemann ist leidenschaftlicher Bühnenpoet. Dem junge Performancekünstler ist Pathos und Theatralik alles andere als fremd, und doch ist er so authentisch, dass man aufspringen, zu ihm eilen und sagen möchte: „Setz dich einen Moment, beruhig dich, das geht vorüber.“ Nicht umsonst bekam er von der Bochumer Literaturszene den Beinamen „Der letzte Poet“ verpasst. Wir sprachen mit ihm über sein neues Buch „Sumpfblüte“, über seine kleine Tochter, Kinski und Florian Silbereisen.

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Menschen brauchen andere Menschen

Silvia Klein - periplaneta

Ein Interview mit Silvia Klein.

Anfang 2020 ist Silvia Kleins Debüt-Roman „Nachts sind alle Gedanken grau“ in der Edition Periplaneta erschienen. Die junge Protagonistin Callie zieht nach Amsterdam, um ein Studium und neues Leben zu beginnen. Doch sie muss feststellen, dass es nicht so einfach ist, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Laura Alt hat mit Silvia Klein über psychische Krankheiten, die Lust am Reisen und Familie gesprochen.

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Über die Griechische Komödie, Antihelden und Poetry Slam

Florian Langbein 2019 - periplaneta

Ein Interview mit Florian Langbein

Florian Langbein ist ein Slam-Poet aus Göttingen und hat bei Periplaneta zwei Romane veröffentlicht. Swantje Niemann sprach mit ihm über das Schreiben, Slammen, Antihelden, Fight Club und die alten Griechen.

P: „Friedensweide“ ist nun schon dein zweiter Roman. Hast du das Schreiben deshalb anders erlebt als bei deinem Debütroman?

FL: Ja, ich habe das Schreiben ganz extrem anders erlebt. „Wetterleuchten“ war ein sehr anarchistischer Roman, in ihm hätte an jeder Stelle alles mögliche passieren können, und er ist über drei Jahre genauso anarchistisch und chaotisch geschrieben worden: Je nachdem, wie ich Lust hatte, habe ich mal ein Kapitel geschrieben, in dem ich ein paar Autos in die Luft gejagt habe, dann habe ich das Manuskript wieder drei Wochen liegen lassen, dann wieder ein Kapitel gelöscht und ein neues Ende geschrieben, obwohl der Anfang noch nicht fertig war, und so weiter. „Friedensweide“ dagegen ist der Struktur nach ein Krimi – Whodunnit? – und als solcher viel stärker von Regeln beherrscht. Auch der Handlungsraum, das Dorf, folgt klaren Abläufen: So war auch das Schreiben ein sehr geregelter Prozess. Ich habe Pläne geschrieben, die Handlung aufgezeichnet, die Intrige entwickelt, und mich dann hingesetzt und Kapitel für Kapitel ausgearbeitet.

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Über Makellose Männer und Sprache.

Alexandra Luethen

Ein Interview mit Alexandra Lüthen.

In der Edition Mundwerk ist die Wettbewerbs-Anthologie “Makellose Männer” erschienen. Das Autorenforum Berlin e.V. hatte den Wettbewerb ausgeschrieben und nun die Gewinnertexte und in dieser Anthologie veröffentlicht. Melanie Jacobsen sprach mit der Mitherausgeberin Alexandra Lüthen über Männer, das Autorenforum und ihr eigenes Buch.

P: Wie seid ihr auf das Thema gekommen?

AL: Das Thema hat dieses Jahr Doris Anselm gestellt. Sie hat sich in ihrem Buch „Hautfreundin“ mit Begegnungen einer Frau mit Männern beschäftigt und erzählte auch von A.L. Kennedys Kurzgeschichtenband „Ein makelloser Mann“. Das Thema war also präsent und wir fanden es lohnenswert. Wir wollten nicht nur einen makellosen Mann, sondern gerne mehrere Ideen zu diesem Thema bekommen. Was definieren die Autor*innen als Makellosigkeit, als Männlichkeit? Hat das mit Körperlichkeit zu tun oder verortet man das Thema in Gedanken oder im Konkreten?

P: Die ausgewählten Texte sind sowohl inhaltlich als auch stilistisch sehr unterschiedlich. Auf was wurde bei der Auswahl Wert gelegt?

AL: Die drei preistragenden Texte zeigen sehr gut, was wir wollten: Eine eigene literarische Sprache, einen abgeschlossenen Text, der in sich Weite trägt und eine innere erzählerische Haltung zum Thema.

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Mein inneres Kind mag Krokodile

Götz Hindelang - periplaneta

Ein Interview mit dem Autor Götz Hindelang.

Periplaneta hat ein unerklärliches Faible für Tiergedichte. Als uns das sehr ergötzliche Manuskript mit dem Titel Die taube Taube hört es nicht, was der Tauber zu ihr spricht auf den Lektoratstisch flatterte, mussten wir unseren Entschluss revidieren, keine weiteren Lyrikbände zu verlegen. Wobei ich gleich anmerken muss, dass es in den scharfsinnigen Gereimtheiten von Götz Hindelang nicht nur um Tiere geht, auch wenn er selbst ein ziemlich schräger Vogel ist. Denn der pensionierte Sprachwissenschaftler ist ebenso leidenschaftlich Indien-Reisender wie auch Zyniker. Das Interview mit ihm fiel dementsprechen humorvoll aus:

Was meinen Sie als Fachmann: Welches Ereignis hat die Menschheit dazu bewegt, die Sprache zu erfinden? Schließlich kommen anscheinend alle anderen Existenzformen der Erde hervorragend ohne klar.

G.H.: Es ehrt mich, dass Sie mir eine Antwort auf eine solche anthropologische Grundfrage zutrauen. Aber sie liegt außerhalb der Themen, mit denen ich mich wissenschaftlich beschäftigt habe. Als spekulierender Laie habe ich allerdings die Theorie, dass sich die Sprache aus postkoitalem Wohlfühlgrunzen entwickelt hat. Zu hören waren Klänge wie WoW, Whoa oder Uuuahhh, usw. Da sich diese Laute bei den einzelnen Exemplaren der Gattung Australopithecus charakteristisch voneinander unterschieden haben, wurde die Nachahmung dieser Geräusche dazu verwendet, den Partner des Vortages für eine Wiederholung der Paarung hinter den jeweiligen Gebüschen hervorzulocken. So entstanden die Eigennamen. Der Rest kam dann von selbst. Oder so.

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