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Über leidenschaftliche Phantastologie

Interview mit Philipp Multhaupt.

Herrn Murmelsams Fieberträume ist der erste Kurzgeschichtenband von Philipp Multhaupt und gleicht einer Schatzkiste aus der Kindheit: voller Fantasie und vergessener Träume. Sarah Strehle sprach mit ihm über Bäume vor dem Fenster, Märchen auf Poetry-Slam-Bühnen und die Phantasiearmut in unserer heutigen Gesellschaft.

In deinem Buch beschreibst du einen völlig neuen, wissenschaftlichen Beruf: „… der Phantastologe [versteht sich] auf die Kunst des fundierten Fabulierens und weiß der ziellos gebrauchten Vorstellungskraft des [laienhaften] Phantasten ernsthafte, akademische Forschungsarbeit im Bereich der Einbildung entgegenzusetzen.“ Siehst du dich selbst als einen Phantasten oder einen Phantastologen?

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Die Heimat ist das „Nippelgate“ der Deutschen

Zerbolesch, Hank

Interview mit Hank Zerbolesch.

„Rausch-Hour“ ist das erste Werk von Hank Zerbolesch in der Edition MundWerk bei Periplaneta. Sein Protagonist ist ein selbsternannter Protestpisser, der gegen alles und jeden rebelliert. Ständig sucht dieser nach dem nächsten Kick und den nächsten Stein des Anstoßes. Sarah Strehle sprach mit dem Wuppertaler Poetry Slammer über bewusstseinserweiternde Substanzen, Heimat, Nippel, Prohibition und Thilo Sarrazin.

Würde man jetzt eine Urinprobe von dir nehmen, was würde man dann herausfinden?

Hank Zerbolesch: Dass ich ein unglaublicher Langweiler bin, weil sich mein Flüssigkeitskonsum der letzten 12 Stunden auf zwei Kaffees, ein Glas O-Saft, drei Wasser und zwei Red Bull beschränkt.

Trotzdem ist Rausch das zentrale Thema deines Buchs. Wie definierst du denn Rausch?

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Einfach mal dahin gehen, wo es weh tut

David Wonschewski

Ein Interview mit David Wonschewski

Anfang März erscheint mit „Geliebter Schmerz“ das zweite Buch von David Wonschewski bei Periplaneta. Der Kurzgeschichtenband erzählt von Charakteren, die vom Leben und Schicksal gebeutelt durch den Alltag straucheln; die trauern, hassen, lieben und erst im eigenen Schmerz den Schlüssel zum Leben finden. Franziska Dreke sprach mit dem Berliner Autor und Musikjournalisten über die Bedeutung des Leidens, die unendliche Geschichte und über Witze, die nicht lustig sind.

Lass uns zunächst einmal zurückblicken. Vor anderthalb Jahren ist dein Roman „Schwarzer Frost“ erschienen. Welche Reaktionen von Lesern und Zuhörern sind dir danach besonders in Erinnerung geblieben und haben dich beeindruckt oder glücklich gemacht?

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Es gibt nichts Schlimmeres als braves Kabarett.

Ein erhellendes Interview mit René Sydow

René Sydow hat viele Berufe. Seit letztem Jahr bereichert er nun auch erfolgreich die Poetry-Slam-Szene mit satirischen Texten und schaffte es auf Anhieb auf das Siegertreppchen der Deutschsprachigen Meisterschaften 2012. Und auch für die Nationals 2013 in Bielefeld ist René Sydow wieder am Start. „Deutsche Wortarbeit“, seine erste Bühnentext-Sammlung, besteht vor allem aus bösen Seitenhieben auf Unterhaltungsindustrie und Politik, oftmals verpackt in skurrilen Unterhaltungen mit Zeichentrickfiguren oder Fußballstars. Evelyn Marunde sprach mit dem neuen MundWerk-Autor und erfuhr sehr viel über das Künstlerdasein, die Unterhaltungsbranche und über die Intensionen hinter den Wortgewittern und Gedankenstürme, die uns mit dieser Neuveröffentlichung heimsuchen.

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Charlotte Fritsch „Zwischen mir und mir“

Ein Interview über zerbrechliche Selbstbilder.

Das Buch „Zwischen mir und mir – Sommerferien in der Psychiatrie“ behandelt das heikle Thema Jugendpsychiatrie. Charlotte Fritsch bedient keine Klischees und diffusen Ängste, die sich schnell einstellen können, wenn „Kopfkrankheiten“ wie Depression und Magersucht diskutiert werden. Ihre Geschichte von der sechzehnjährigen Christin vermittelt stattdessen sehr direkt die Gefühlswelt einer scheinbar manisch-depressiven Jugendlichen.

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