Veröffentlicht am

Tödliche Weihnachten

Mehr Liebe, mehr Geschenke, mehr Umsatz, mehr Herzinfarkte.

Weihnachten ist das Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Frieden auf Erden und Harmonie in den Herzen. Es geht nicht um Geschenke und Geld, die Kleinigkeiten sind entscheidend. Eine helfende Hand, eine selbstgebastelte Karte, liebe Worte, … jetzt steht das Miteinander im Vordergrund.
Oder?!?!

Timmy kennt den WeihnachtsmannAuch dieses Weihnachten werden Familien vor dem geschmückten Baum stehen und Kinder werden die Geschenke abzählen. Enttäuschte Aussagen wie „Letztes Jahr waren es mehr!“ und „Ich wollte aber ein PS4“ trüben die feierliche Stimmung. Dann schalten sich die Großeltern ein und erzählen von Früher, als sie nichts hatten und sich noch über Orangen und Nüsse gefreut haben. Das hat aber scheinbar noch nie ein Kind getröstet.
Denn im eingeschneiten London des Jahres 1840 spielt die Geschichte „Timmy kennt den Weihnachtsmann“ von Christian von Aster. Alles, was sich der kleine Timmy wünscht, ist ein stattliches Holzpferdchen. Doch er bekommt vom Weihnachtsmann nur ein winziges Päckchen: einen ollen Holzkreisel. Den haben sich die Eltern sozusagen vom Munde abgespart. Trotzdem ist seine Enttäuschung groß. Er wird im darauffolgenden Jahr bereits ab Januar die ganze Zeit darauf hinarbeiten, dass das nächste Weihnachtsgeschenk nicht auch wieder so armselig ausfällt.

Tödliche Weihnachten weiterlesen

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Berliner Lesebühnen: Das Stirnhirnhinterzimmer

Stirnhirnhinterzimmer

Jeden 2. Donnerstag ab 20:15 Uhr.

Der winzige Kinosaal liegt im Halbdunkel. Während die letzten Zuschauer vergeblich nach freien Sitzen Ausschau halten, haben die Autoren längst Platz genommen an einem kleinen Rundtisch und mustern die Nachzügler belustigt bis ungnädig. Auf der scharlachroten Tischdecke steht eine kleine Lampe, die einzig nennenswerte Lichtquelle im ganz in Rot und Schwarz gehaltenen Saal der „Z-Bar“, wo gelegentlich auch Filmvorführungen stattfinden. Irgendwann ergreift Christian von Aster, einer der drei „Stirnhirnhinterzimmer“-Autoren das Wort: Ein Schwall souveräner Anmoderation ergießt sich über das Publikum, unter dem auch die letzten Nachzügler wortwörtlich zu Boden gehen. Es kann losgehen.

Berliner Lesebühnen: Das Stirnhirnhinterzimmer weiterlesen

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Das Märchen von der zickigen Ziege

Die ganze Wahrheit über Ziegen.

Thüringer Wald ZiegeIm Alltag strafen wir unsere Mitmenschen oftmals mit Beleidigungen wie „Du dumme Ziege“ oder „arrogante Zicke“. Wir bezeichnen mit diesen Wendungen Menschen, die an allem etwas auszusetzen haben oder einfach nur begriffsstutzig sind. Doch sind die gehörnten Wiederkäuer wirklich dumm? Sind sie denn chronische Nörgler?

Als ich kürzlich mit der freilich haltlosen Anklage, ich sei zickig, konfrontiert wurde, stellte ich mir eben jene Fragen und beschloss, dieser allseits bekannten Redewendung auf den Grund zu gehen.

Das Märchen von der zickigen Ziege weiterlesen

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Er legte mir die Pfote auf und ich ward gesund

Die ganze Wahrheit über Tierverehrung.

Haben Sie schon einmal Ihre Katze berührt und plötzlich waren die Kopfschmerzen wie davongeweht? Wenn das passiert und Sie glauben, dass nur Ihre Katze das kann und Ihr Stubentiger besser als Aspirin funktioniert, sollten Sie sobald wie möglich einen Altar organisieren und ein paar Palmenwedel heranschaffen. Denn dann ist Ihr Vieh heilig. Aber machen Sie sich nichts draus, sowas kommt in den besten Kulturen vor.

Er legte mir die Pfote auf und ich ward gesund weiterlesen

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

666 – Das höllische Jubiläum des Stirnhirnhinterzimmers

Ein Lesebühnenerlebnis.

Donnerstagabend bildete sich eine beachtliche Schlange mitten in der schummrigen Z-Bar in Berlin Mitte. Wo diese Schlange hinführte war nicht ersichtlich, die nächsten Örtlichkeiten waren doch tatsächlich die Toiletten. Irgendwann öffnete sich aber irgendwo eine Tür und ein schwarz gekleideter, hagerer Mann ließ die Menge in einen dunklen kleinen Kinosaal hinein. In blutiger Schrift wurde das Motto des Abends auf die Leinwand projiziert: „Hier können Sie das Fürchten lernen“.
Wir schoben uns an der Kasse vorbei und einem riesigen Berg von Büchern, hin zu den Kinosesseln des mit dunkelrotem Stoff verhangenen Zimmers. Und vorne saßen sie schon an einem viel zu kleinen Tisch gedrängt: die Autoren dieser Berge von Büchern, die Meister der Anzüglichkeit, der Epik und des Skurrilen.

666 – Das höllische Jubiläum des Stirnhirnhinterzimmers weiterlesen