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Mein inneres Kind mag Krokodile

Götz Hindelang - periplaneta

Ein Interview mit dem Autor Götz Hindelang.

Periplaneta hat ein unerklärliches Faible für Tiergedichte. Als uns das sehr ergötzliche Manuskript mit dem Titel Die taube Taube hört es nicht, was der Tauber zu ihr spricht auf den Lektoratstisch flatterte, mussten wir unseren Entschluss revidieren, keine weiteren Lyrikbände zu verlegen. Wobei ich gleich anmerken muss, dass es in den scharfsinnigen Gereimtheiten von Götz Hindelang nicht nur um Tiere geht, auch wenn er selbst ein ziemlich schräger Vogel ist. Denn der pensionierte Sprachwissenschaftler ist ebenso leidenschaftlich Indien-Reisender wie auch Zyniker. Das Interview mit ihm fiel dementsprechen humorvoll aus:

Was meinen Sie als Fachmann: Welches Ereignis hat die Menschheit dazu bewegt, die Sprache zu erfinden? Schließlich kommen anscheinend alle anderen Existenzformen der Erde hervorragend ohne klar.

G.H.: Es ehrt mich, dass Sie mir eine Antwort auf eine solche anthropologische Grundfrage zutrauen. Aber sie liegt außerhalb der Themen, mit denen ich mich wissenschaftlich beschäftigt habe. Als spekulierender Laie habe ich allerdings die Theorie, dass sich die Sprache aus postkoitalem Wohlfühlgrunzen entwickelt hat. Zu hören waren Klänge wie WoW, Whoa oder Uuuahhh, usw. Da sich diese Laute bei den einzelnen Exemplaren der Gattung Australopithecus charakteristisch voneinander unterschieden haben, wurde die Nachahmung dieser Geräusche dazu verwendet, den Partner des Vortages für eine Wiederholung der Paarung hinter den jeweiligen Gebüschen hervorzulocken. So entstanden die Eigennamen. Der Rest kam dann von selbst. Oder so.

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Wir halten uns für unsterblich

Apokalypse in Pasewalk

Ein Interview mit Daniel Marschall.

Bei Periplaneta sind ja schon einige Zukunftsvisionen erschienen, aber der Weltuntergangsroman „Tonatiuh oder Apokalypse in Pasewalk“ ist auch in dieser Kategorie was Besonderes. In ihm reist der gescheiterte Journalist Konrad Fall nach Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern, um von einem nicht stattfindenden Weltuntergang zu berichten. Laura Alt hat mit dem Autor Daniel Marschall über Verschwörungstheorien, künstliche Intelligenz und Ostdeutschland gesprochen.

Tonatiuh oder Apokalypse in Pasewalk“ handelt von einem nicht stattfindenden Weltuntergang. Was fasziniert Sie an diesem Thema?

D.M.: Die grundsätzliche Möglichkeit einer Vernichtung intelligenten Lebens auf der Erde ist real. Man kann ernsthaft die Varianten durchspielen: Atomkrieg, Pandemie, Klimakatastrophe, Mega-Vulkanausbrüche oder eine ganze Reihe Gefahren aus dem Weltraum. Ganz sicher wird die Erde durch die Verwandlung der Sonne in einen Roten Riesen ausgelöscht. In meinem Roman droht der Weltuntergang allerdings aus dem Ende des aztekischen Kalenders. Und das ist natürlich Blödsinn.
Mich interessierte vor allem, wie ein Nicht-Ereignis, ein von Esoterikern herbeifantasierter „Weltuntergang“ es als Top-Nachricht in Tagesschau, Mittagsmagazin und andere renommierte Medienformate schaffen konnte. Warum machen sich die Kamerateams verzweifelt auf die Suche, um irgendjemanden zu finden, der was Absonderliches in die Kamera spricht? Im Roman beschreibe ich, wie ein Haufen internationaler Kamerateams und Trupps hochgerüsteter Polizei durch Pasewalk schweifen und kein Schwein ist da, außer sie selbst. Und wie man dann immer noch so tut, als berichte man über irgendetwas anderes, außer darüber, dass es eigentlich nichts zu berichten gibt.
Apokalypse in Pasewalk“ erzählt vor diesem Hintergrund die Geschichte des strauchelnden Sportmoderatoren Konrad Fall, dessen allerletzte Karriere-Chance an einer erfolgreichen Berichterstattung von eben diesem Weltuntergang abhängt. Konrad Fall kann gar keinen Erfolg haben. Er ist ein moderner Don Quijote.

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Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst

Bella Bender - periplaneta

Ein Interview mit Bella Bender.

Im Sommerprogramm 2019 ist der Kurzgeschichtenband „Die artgerechte Haltung von Gedanken“ von Bella Bender bei Periplaneta erschienen. Laura Alt hat mit ihr über Freiheit, Beziehungen und die Ellbogengesellschaft gesprochen.

Du studierst aktuell in Heidelberg und beschäftigst Dich in Deinen Geschichten mit dem Thema Freiheit. Das Studium an sich galt früher als Zeit, die besonders frei und individuell ausgestaltet werden kann. Nach der Umstellung auf das Bachelor-Master-System gab es Kritik, dass darin keine Zeit mehr für freie Entfaltung bleibe. Wie empfindest Du das?

Bella Bender: Ich empfinde diese Kritik als absolut berechtigt. Niemals würde ich bereuen, mich für die Germanistik entschieden zu haben, da ich das Fach sehr mag. Aber das Hochschulsystem, wie wir es haben, bringt einen dazu, nach ein paar Semestern nur noch in Credit Points zu denken und das ist schade. Ich würde mir wünschen, dass das Studium weniger verschult ist. Außerdem ist Studieren sehr teuer geworden. Für viele bedeutet das, Job und Studium unter einen Hut bekommen zu müssen. Wie entspannt das nun ist? Vermutlich muss man in jeder Lebensphase um seine persönlichen Freiheiten kämpfen.

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Liebe Tintenfische, liebe Damen bis Herren: Zweifeln Sie los!

Matthias Niklas

Ein Interview mit dem Bühnenpoeten Matthias Niklas.

Matthias Niklas ist der Multifunktionstisch unter den Bühnenpoeten: Er ist nicht nur Slampoet, sondern auch Stiefvater dreier Kinder, Lehrer, Übersetzer, Kulturfetischist, Kritiker, ein Rheinländer in Berlin und trotzdem noch ein äußerst heller Kopf. Sprachlich äußerst virtuos bringt er Witz in solch ernste Themen wie den Umgang mit Nazis oder Sexismus, das Sterben, die Flüchtlingsdebatte oder die Hindukusch-Frage. Intelligente Pointen, entlarvende Fragestellungen, nicht absehbare Wendungen und eine humanistische Grundhaltung lassen seine Texte aus dem emotionsbedröppelten Einheitsbrei der Slam-Bühnentexte positiv herausstechen.
Bei Periplaneta veröffentlichte er seine Textsammlung Laut Los Zweifeln in der Edition MundWerk und so baten wir ihn zu einem Interview:

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Ich bin ein Allround-Dilettant.

Stephan Hähnel

Ein Interview mit Stephan Hähnel.

Mit “Gift hat keine Kalorien” veröffentlicht Stephan Hähnel sein sechstes Buch in unserem Verlag. Schon als wir zum ersten Mal in den Genuss seiner Geschichten kamen, dachten wir : Genau unser Humor. Der Tod kommt in den vielen Geschichten in all seinen Facetten vor, meist auf die schwarzhumorige Art. Dass Stephan Hähnel nicht immer Schriftsteller war, sondern auf einen sehr breit gefächerten Berufsweg blicken kann, war seinen Geschichten offensichtliche sehr dienlich. Jetzt ist er permanent unterwegs, liest vor Publikum, macht Schreib-Workshops mit Kindern und schreibt zwischendurch fleißig Bücher. Mit Periplaneta unterhielt er sich über seinen Alltag als Autor und über die Weisheiten aus seinen Büchern.

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