Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

20.Dezember: Die temporäre Kneipe hat heute geöffnet!

Heute: Verkaufsoffener Sonntag am vierten Advent!

Ausnahmsweise haben wir am Sonntag, den 20. Dezember 2015 von 11-19 Uhr geöffnet. Es gibt Bücher ab einem Euro und natürlich auch Getränke a la cart sowie weite Teile des Periplaneta-Sortiments zu entdecken und zu kaufen.

einpacken_01

 

Passend dazu ist im heutigen Fenster: Der Intimitätendieb.

„Die wichtigste Voraussetzung, um die temporäre Kneipe betreten zu können, ist die Vorstellung, sie betreten zu können. Man muss also wissen, dass es sie gibt oder zumindest daran glauben. Das Letztere erledigt sich, wenn man einmal dort gewesen ist. Man muss nur davon überzeugt sein, dass, wenn man irgendeine beliebige Kneipe betritt, diese die temporäre ist. Das erste Mal betritt man sie, wenn man vor irgendeinem Laden steht und diesen vom Äußeren her als unangenehm empfindet, ihn gar nicht betreten will und es aus irgendwelchen Gründen dann doch tut. Die temporäre Kneipe ist überall und nirgends. Ihr Standort ist so vage, dass weder Verkäufer von Rosen noch von pfeifenden oder blinkenden Plastikfeuerzeugen hereinkommen. Da diese allerdings in Berlin allgegenwärtig sind, liegt die Vermutung nahe, den Standort der temporären Kneipe im Ausland, auf dem Jupitermond Io oder in einem Paralleluniversum zu vermuten.“

Die temporäre Kneipe ist ein beliebter Treffpunkt für komische Gestalten in Robert Rescues Roman „Der Intimitätendieb“. Auch ihr Gastwirt Chat hat eine ganz besondere Eigenschaft. Er besitzt die unheimliche Fähigkeit, aus jeder Äußerung seiner Gäste Aussagen über deren Lebensumstände zu schlussfolgern. Deswegen kommuniziert Hakim, der Intimitätendieb, mit seinem Stammkneiper lieber über beschriebene Bierdeckel. Der Bierdeckel ist als universelles Utensil aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Er fungiert als Bierzähler, Rechnung, Werbeträger, Schreibblock, als Unterlage bei kippelnden Tischen  oder auch für Kneipen-Spiele in gemütlicher Runde oder am Stehtisch auf dem Weihnachtsmarkt. Naja- und eben als Untersetzer.

Zu jeder Intimitätendieb- Bestellung legen wir bis Ende 2015  zwei (unbeschriebene) Bierdeckel dazu und einen Biergutschein für Berlins einzige echte temporäre Kneipe, denn bekanntlich wird aus unserem Verlag ja regelmäßig wenn es draußen dunkel wird das Periplaneta Literaturcafé …

Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

19.Dezember: Fassnacht unterm Weihnachtsbaum

Zweizeiler: Around and around!

Winde dich nur und dreh an den Dingen und glaube zu wählen –
Stets folgst du doch nur dem Pfad, welchen das Schicksal dir weist.

Lucas Fassnacht hat Philologie studiert und damit eine gepflegte, durchaus fundierte Schwäche für die schlauen Sprüche der alten Griechen. Zusammen mit dem Illustrator Kilian Wilde hat er ein kleines philosophisches Bilderbuch herausgebracht, so mit Liebe zur Weisheit 🙂  Die alten Griechen hatten ja zudem eine Schwäche für Geometrie und fast jeder Philosoph war auch gleichzeitig Mathematiker. Denken ist schließlich denken, worüber genau man nachdachte, war wohl egal … Besonders beeindruckt wären sie wohl vom Möbiusband gewesen, auch wenn dieses erst Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieben wurde: Es ist ein dreidimensionales Objekt mit nur einer Fläche.

Was man damit anstellen kann, findest Du hier:

Tipp: Verschenke dieses hübsche Buch anstatt einer Weihnachtskarte mit einem von Dir beschrifteten Möbiusband.

Wem schlaue Sprüche und die Unendlichkeit zum Fest zu viel sind oder zu unpassend, der muss nicht auf Lucas Fassnacht unterm Weihnachtsbaum verzichten. Der Slampoet aus Erlangen hat zwei weitere Bücher bei Periplaneta veröffentlicht. Explizite Konsum- und Gesellschaftskritik sollten unterm Weihnachtsbaum auf keinen Fall fehlen. Weihnachtspostkarten gibt es bei uns inklusive, ebenso auf Wunsch als Überraschung ein Buch unserer Wahl für einen Cent und das ganze auch noch verpackt.

Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

18.Dezember: Waschbär im Schlafrock

Waschbär mit Marien Loha

Seif Dich ein!

„Du hast es nicht leicht gehabt bisher, was?“ Ich nehme den Duschkopf und drehe das Wasser auf. Der Waschbär springt hoch und klammert sich an der Duschkopfhalterung an der Wand fest. Vorwurfsvoll guckt er mich an. „Tut mir leid Kleiner, aber du stinkst wie ne Mülltonne im Hochsommer.“ Ich richte den Strahl auf Toni. Er lässt es über sich ergehen, klammert sich aber weiter an der Stange fest. Auch die Prozedur von Einseifen und Abspülen nimmt er kommentarlos hin. Nun hängt sein Fell ganz glatt an ihm herunter, sieht irgendwie witzig aus. Das Wort ‚bedröppelt‘ kommt mir in den Sinn. Ich nehme ein flauschiges Handtuch, wickle ihn darin ein und lege ihn in den Wäschekorb. Eigentlich müsste das total niedlich aussehen, tut es aber irgendwie nicht. Es wirkt eher komisch, wie ein alter Exsoldat mit Silberhaar und Bürstenschnitt in einem rosa Ballettkleidchen.

Auf einmal saß da ein Waschbär im Ohrensessel… Karl, der Held aus Marien Lohas Roman, beschloss kurzerhand, das schwarz-weiße Fellbündel erst einmal unter die Dusche zu stecken. Und was eignet sich für ein fellpflegendes Bad besser als eine selbstgemachte Seife.

  • Tipp: Verschenke dieses Buch zusammen mit einer selbstgemachten, fellpflegenden Seife. Wenn Du für das Seifenrezept Beeren-Tee benutzt, dann wird es sogar eine Waschbeer-Seife. Du bekommst von uns bis 24.12. Deine Geschenke eingepackt plus Weihnachtspostkarte und (auf Wunsch für nur einen Cent) eine Überraschung unserer Wahl.

 

Adventskalender

Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

17.Dezember: Timmy kennt den Weihnachtsmann

Unsere perfekte Weihnachtsgeschichte.

„Als Timmy jedenfalls die Tür aufmachte, da stand ganz plötzlich der Weihnachtsmann vor ihm. Und mit großen Augen und offenem Mund staunte Timmy, weil doch die anderen Schornsteinfegerbuben behauptet hatten, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gab!“

Wie jedes Kind glaubt auch Timmy in Christian von Asters Geschichte „Timmy kennt den Weihnachtsmann“ ganz fest daran, dass es den Weihnachtsmann doch gibt. Leider bleibt es trotzdem nur ein Märchen. Sogar Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Existenz eines Weihnachtsmannes nicht möglich ist.

PS: Wenn man vom 24. bis 26. Dezember Verwandte besucht, die man den Rest des Jahres doch eher selten sieht, kann es schnell passieren, dass die „Stille Nacht“ zu einem „stillen Tisch“ wird. Das muss aber nicht so sein, denn es gibt neben dem empirischen Beweis, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, viele weitere Fakten über Weihnachten, die man zusammen erörtern kann.

Tipp: Unnützes Wissen hat immer einen Platz in unserem Gehirn. Lerne einfach die Fakten auswendig und schon kann keine Langeweile mit den Verwandten aufkommen. Oder kaufe das Hörbuch und hör Dir Christian von Asters Weihnachtsgeschichte an –  und lies sie dann Deinen Verwandten vor. Sie werden Dich entweder loben und preisen oder enterben. No risk, no fun!

Veröffentlicht am Schreibe einen Kommentar

16.Dezember: Über Hamster & Münzferngläser

Hamster und Ferngläser

CHRISTian GOTTschalk unterm Weihnachtsbaum.

„Ich nehme das natürlich ganz locker, rufe meine Frau an und sage: „Das verfickte Studentenpack hat mich in der Vorrunde rausgewählt, diese ignoranten Pisaopfer-Komasäufer-Betrunkenen-Dekorierer-Penner haben doch keine Ahnung von Kunst.“
Dann habe ich aber mal nachgedacht, vor allem aber nachgerechnet. Für die meisten von denen sind ja die achtziger Jahre das, was für mich die sechziger Jahre sind: so die letzten Ausläufer der Nachkriegszeit. Mich interessiert ja auch nicht, wer damals die Stones oder die Beatles besser fand, was interessiert die Geha oder Pelikan. Ich meine, das war ja vor der Währung noch. Damals passten alle Neonazis noch in die winzig kleine Wiking-Jugend oder tobten mit der Wehrsportgruppe Hoffmann durch den Wald. Gut: Da stand ja auch der antifaschistische Schutzwall noch.“

16.Dezember: Über Hamster & Münzferngläser weiterlesen