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Die Surfpoeten sind umgezogen

Die Surfpoeten

Eine Leseparty.

Die Surfpoeten… Diese Lesebühne ist eine der ältesten in Berlin. Lange Zeit traten sie jeden Mittwoch im Club der Republik auf. Doch nachdem der legendäre Ostbau nun abgerissen wird, sind sie dem Schaufelbagger gerade noch so von der Schippe gesprungen und haben ihr Domizil gewechselt.
Am Freitag, den 22.07. war es dann soweit: Der neue Auftrittsort im Pfefferberg an der Schönhauser Allee wurde mit einer großen Umzugs-Leseparty eingeweiht. Hier sollten nicht nur die aktiven Surfpoeten Clint Lukas, Lea Streisand, Felix Jentsch, Konrad Endler und Tube zu Wort kommen, sondern auch Ex-Surfpoeten wie Ahne, Spider, Robert Weber und viele andere waren mit am Start.

Regendurchnässt kamen wir an. Zum Glück fand das, als Open Air angekündigte Event dann doch nicht im Freien, sondern in einer sehr netten kleinen Halle statt. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, denn es war zugegeben meine erste Surfpoeten-Veranstaltung.

Wir waren, im Gegensatz zu fast allen anderen, pünktlich da und ließen uns von DJ Joe Carrera mit Alternative-Tracks berieseln. Der Saal füllte sich langsam und Joe musste aufdrehen. Die Minuten schlichen voran. Die Poeten nahmen Platz und es wurden noch zwei Kästen Bier für die Grundversorgung der 15 (!) Künstler auf die Bühne gehievt.
Vor zwanzig Minuten hätte es starten sollen, und immer noch strömten junge Leute in den Saal. Typisch, diese Studenten, dachte ich. Felix Jentsch trat an das Mikrophon und begann mit einem ersten „übernatürlichen“ Dialog und sofort hatte er das Publikum gewonnen. Darauf folgten Geschichten einer nervenzerreisenden Einkaufstour, Lea Streisand nahm uns mit auf eine Reise nach Schweden, und natürlich ging es auch um Berlin, Beziehungen, Alkohol und andere Exzesse. Uns wurden derart viele Texte geboten, dass man sich unmöglich alle merken konnte.

Die Stimmung war durchweg hervorragend, es wurde gegrölt und gelacht. Es war jedoch oft unruhig und irgendwie schien mir der Ablauf, der durch zahlreiche Pausen unterbrochen war, recht unkoordiniert. Ich wusste nie so recht, wie weit das Programm nun war. Aber langweilig war es deswegen überhaupt nicht.  Auch wenn die Beiträge thematisch (und manchmal auch qualitativ) sehr unterschiedlich waren, war der Abend ungeahnt unterhaltsam. Das gefiel nicht nur mir, sondern auch den meisten anderen Gästen sehr gut.

Wer die Surfpoeten (dann in kleinerer Besetzung) live erleben will, kann das jeden Mittwoch tun. Die „einzigste Lesebühne, wo es auch noch Disco dazu gibt“ (Zitat Surfpoeten), tritt immer ab 21:00 Uhr auf, im Pfefferberg, Haus 13 – Schönhauser Allee 176, Berlin Prenzlauer Berg.

Johannes Schönfeld

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