Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Wacken Open Air 2010

200 Hektar Heavy Metal!

Wenn man künftig über das Jahr 2010 spricht, erinnert man sich bestimmt an den verregneten Frühsommer, den heißesten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen oder aber an gewaltige Flächenbrände auf russischem Boden. Ja, so ein Jahr ist doch wie eine Schachtel Pralinen – man weiß eben nie, was man kriegt. Diese Weisheit mag zwar auf Vieles zutreffen, nicht aber auf das Wacken Open Air. Denn wer sich auf Pilgerfahrt in das kleine Nest Wacken im Schleswig-Holstein´schen begibt, der weiß schon ziemlich genau, was ihn dort erwartet: das größte Heavy Metal Festival des Globus. Und das heißt sechs Bühnen und scheinbar endlose Camping-Plätze auf einer Fläche von etwa 200 Hektar! Dazu kommt ein Dorf, das vollkommen in das Festival integriert wurde, dessen Einwohner sich mit dem Mega-Event identifizieren und sich als Gastgeber für über 80.000 angereiste Metalheads aus aller Welt begreifen. Auch heuer ist subKULTUR mit seinen zwei Schreiberlingen, Jason und meiner Wenigkeit, dem Dagger, inmitten dieser Masse vertreten. Unterstützung erhalten wir von der Heavyhardes-Crew: Axel und Fuxx haben irgendwo auf den weitläufigen Camping-Gründen ihr Domizil bezogen. Sebbes und Ray sind zusammen mit uns – wie schon im letzten Jahr –  im Backstage-Bereich zuhause.

Um den Leser nicht unnötig zu strapazieren, wollen wir nun nicht zu jeder einzelnen Band, die wir gesehen haben, unseren Senf abgeben und beschränken uns stattdessen auf einige subjektiv empfundene Highlights. Eine ausführlichere Variante dieses Bericht gibt es allerdings auf www.subkultur.de und auf www.heavyhardes.de zu lesen.

Aber nun nicht länger unnütz geschnackt, wie der Norddeutsche zu sagen pflegt, und ab ins Getümmel!

Im Land der Wackinger

… scheint das Angebot an Freizeitaktivitäten unerschöpflich. Neben den Auftritten von knapp 90 Bands kann man sich seine Zeit in einem Mittelaltermarkt, bei Highland-Games, bei professionellen Wrestling-Shows, im Biergarten, im Metal-Markt oder im Open-Air-Kino vertreiben, um nur einige Stationen auf dem Festivalgelände zu nennen. Obwohl die Veranstalter stets auf Altbewährtes zurückgreifen und man als langjähriger Besucher mit keinen allzu großen Überraschungen rechnen muss, gibt es dennoch jedes Jahr die eine oder andere Neuerung. So wird heuer beispielsweise die im letzten Jahr erstmals eingeführte Wackinger-Stage, die sich als Bestandteil des Wikinger- und Mittelalter-Areals außerhalb des so genannten Festival Infields mit den großen Hauptbühnen befindet, deutlich vergrößert und mit namhaften Acts bestückt. Bis zu 10.000 Besucher werden sich dort in den kommenden drei Tagen aufhalten und somit das Getümmel auf dem Gelände etwas entzerren. Zudem beginnen die ersten Auftritte des Metal Battle, einem Wettbewerb für Nachwuchs-Bands, dessen Gewinner ein Plattenvertrag winkt, heuer schon am Mittwoch um 12:00 Uhr.

So ist es auch kein Wunder, dass die subKULTUR-Crew am Mittwoch-Nachmittag vollkommen staufrei in Wacken eintrifft – die meisten Besucher sind bereits vor Ort und die Zeltplätze prall gefüllt. Die haben nämlich schon am Montagmorgen um 8:00 Uhr ihre Pforten geöffnet. Von Anwohnern erfahren wir jedoch, dass viele Gäste bereits am Wochenende angereist waren und ein oder zwei Nächte im Auto geschlafen haben. Das führte schließlich dazu, dass das kleine Örtchen für zwei Tage vollkommen zugeparkt war. Wir schlagen also unsere Zelte auf dem Presse-Zeltplatz auf, genehmigen uns die ersten Bierchen und dann führt uns unser Weg schnurstracks in die Wackener Hauptstraße, deren Anwohner ihre Vorgärten zu Zwecken des Alkoholausschanks sagen wir ein wenig umfunktioniert haben. Natürlich gibt es dort auch allerhand Fleischwaren vom Grill und dergleichen. In diesem Jahr halten sich auf der kleinen Partymeile allerdings kaum noch Menschen auf. Die sind alle längst auf dem Gelände, genau genommen im Wackinger Village, wo seit 18:00 Uhr die ersten Bands zu sehen sind. Als wir dort kurz vor 23:00 Uhr eintreffen, bekommen wir gerade noch die letzten Songs der Red Hot Chili Pipers zu hören. Das ist eine lustige Truppe von Dudelsackspielern, die sich darauf spezialisiert haben, bekannte Rocknummern auf ihren Instrumenten zu blasen. „We Will Rock You“ oder „Eye Of The Tiger“ bekommt der ungewohnte Anstrich jedenfalls gar nicht schlecht. Im Anschluss daran verschlägt es einige von uns – man darf es ja gar nicht laut sagen – zum Mambo Kurt vor die W.E.T. Stage. Dessen unsägliche Blödelei an der Heimorgel zehrt jedoch zügig an den Nerven und so wird der Abend im nächtlichen Biergarten sein Ende finden. (Dagger)

A Night To Remember

Wie jedes Jahr lassen wir auch 2010 den Donnerstag eher ruhig angehen. Während sich unser Ray zum Geo Caching begibt, weil irgendwo am Ortsrand ein kleines Schatzkästchen mit einem Logbuch vergraben liegt, und Sebbes auf die Zeltplätze steuert, besuchen Jason und ich – wie jedes Jahr – einen Bekannten im Ort.

Schnell sind sie dann vorüber, die wenigen Stunden der Erholung. Auf der W.E.T. Stage im Zelt ist der Nachwuchs im Rahmen des Metal Battle zwar schon seit 12:00 Uhr fleißig am Musizieren, doch um 16:00 Uhr startet das Programm auf den beiden Hauptbühnen, der Black Stage und der True Metal Stage. Für diesen ersten Festivaltag konnten die Veranstalter in der Vergangenheit ja stets namhafte Bands engagieren, das diesjährige Billing lässt jedoch alles bislang da gewesene weit hinter sich. Alice Cooper, Mötley Crüe und schließlich Iron Maiden – da bleibt einem glatt die Spucke weg, was sicherlich nicht nur am knochentrockenen Festivalareal liegt, dessen Staub einem allmählich in alle Ritzen kriecht.

Doch zunächst betreten Skyline, quasi als kleiner Aperitif, die Black Stage. Skyline ist die Band, mit der vor vielen vielen Jahren auch Veranstalter Thomas Jensen anlässlich des ersten W:O:A 1990 auf einer selbst gezimmerten Bühne in der so genannten Sandkuhle auftrat. Heute steht er zwar nicht mehr auf der Bühne, dafür begrüßt uns Doro Pesch in gewohnt euphorischer Manier und schmettert die offizielle Wackenhymne „We Are The Metalheads“ durch die Boxen. Danach gibt sie noch „All We Are“, ihre eigene Hymne an den Spirit des Heavy Metal, zum Besten – wenn das mal kein gelungener Einstieg in das Showprogramm ist. Die Band widmet sich nun einigen Coversongs, nämlich „Breaking The Law“ von Judas Priest, „Shot Down In Flames“ von AC/DC und natürlich darf auch eine Hommage an den kürzlich verstorbenen Ronnie James Dio nicht fehlen: „Holy Diver“. Schließlich betritt mit Udo Dirkschneider ein weiteres Urgestein des deutschen Heavy Metal die Bühne, präsentiert uns die Wackenhymne 2010 „Heavy Metal W:O:A“ und anschließend den großen Accept-Klassiker „Balls To The Wall“ – was für ein Auftakt!

Jason und ich nutzen nun die Umbauzeit und begeben uns mit der Jägermeister-Gondel in luftige 40 Meter Höhe, wo einem das Ausmaß des Festivals erst so richtig bewusst wird. Zum Glück steht ein eisgekühlter Jägermeister bereit, um den großartigen Ausblick gebührend zu begießen. Also nich´ lang schnacken, Kopp in Nacken! Zur gleichen Zeit können wir beobachten, wie unter uns die Massen ins Gelände und vor die True Metal Stage strömen.

Das hat natürlich seinen Grund, denn dieses Podium beansprucht nun der Großmeister des Schock-Rock, Mr. Vincent Damon Furnier alias Alice Cooper. Im klassischen Rocker-Outfit mit Lederjacke eröffnet er seinen Gig mit drei ganz großen Nummern, nämlich „School´s Out“ (passend zum Ferienbeginn in vielen Bundesländern), „No More Mr. Nice Guy“ und „I´m Eighteen“. Grandios! Was nun folgt ist eine lange Reise durch seine Diskografie, in der die meisten seiner bislang 25 Studioalben Berücksichtigung finden. Währenddessen verwandelt er nicht nur mehrmals sich selbst, tritt in Uniform, Zwangsjacke oder im Spinnenkostüm auf, sondern auch die True Metal Stage in eine Theaterbühne, in den Schauplatz eines Horror-Musicals. Dort bringt er verschiedene Protagonisten eigenhändig und auf spektakuläre Weise um die Ecke, wird aber auch selbst gerichtet – gleich dreimal: mit der Guillotine, am Galgen und in einer Art eisernen Jungfrau. Die Musiker, die er für den Auftritt um sich geschart hat, leisten ausgezeichnete Arbeit und servieren uns die makaberen Storys mit jeder Menge Power. Schon bald findet der Gig und auch das gesamte Festival mit dem allseits bekannten „Poison“ einen ersten Hochpunkt, zu dessen Anlass Alice Cooper von einer Krankenschwester mit einer gewaltigen Giftspritze ein weitres Mal getötet wird. Währenddessen stimmen tausende Fans den bekannten Refrain an und Gänsehaut ist garantiert. Balladesk ertönen kurz darauf „Only Women Bleed“ und „I Never Cry“. Schließlich wirft sich Cooper im Sinne seines aktuellen Albums Along Came A Spider in bereits erwähntes Spinnenkostüm, lässt sich mit der Hebebühne etwa fünf Meter in die Höhe befördern und erzählt uns von dieser symbolisierten Mitte eines Spinnennetzes aus in „Vengeance Is Mine“ seine jüngst ersonnene Geschichte eines Serienmörders. Gegen Ende jagt schließlich ein Klassiker den nächsten: „Billion Dollar Babies“, „Killer“, „I Love The Dead“, „Under My Wheels“ und „ Feed My Frankenstein“. Zu Letztem gesellt sich ein übergroßer und gar hässlicher Zyklop zu den Musikern und scheucht sie einmal quer über die Bühne. Dann ist erstmal Schluss. Nach kurzer Pause kehrt der Meister aber zurück und serviert uns „Elected“ und ein zweites Mal „School´s Out“. So endet nach 90 Minuten und 24 Songs das beeindruckende und unterhaltsame Schauspiel eines Künstlers in Topform. Mit seinen 62 Jahren hat uns Alice Cooper noch einmal gezeigt, was in ihm steckt – Golf, Drogen und Rock ´n´ Roll scheinen eben doch auf ewig jung zu halten. (Dagger)

Noch völlig vercoopert versuchen wir uns an einem Standortwechsel, um für den nächsten Act ein Plätzchen möglichst nah am Geschehen zu ergattern, müssen aber feststellen, dass the Alice das Areal sozusagen „voll gespielt“ hat und es einiges an Energie kostet, sich diagonal einen Weg bis vor die Black Stage zu bahnen. Gerade rechtzeitig: Dragcar-Sound … „Kickstart My Heart“. Das kann nur eines bedeuten: Mick Mars, Vince Neil, Tommy Lee und Nikki Sixx. Die echten Mötley Crüe. Wogen gehen durch’s Publikum, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe, und nachdem ein weiteres Mal Motorengeräusche ertönen und Mick Mars das Riff von „Wild Side“ vom Stapel lässt ist klar, dass die Crüe mehr als gewillt ist, den Höchst-Level der Cooper Show zu halten. Wer „Shout At the Devil“ im Repertoire hat, dem sollte das auch nicht sonderlich schwer fallen. Von einem Moment auf den anderen springen die Menschen wie Gummibälle auf und nieder und zeigen die obligatorischen Hörnchen. Vince erweist sich als recht agil und nutzt die Bühne vollends aus, Tommy verausgabt sich wie gewöhnlich hinter seinem Monster-Kit, Mick sieht besser aus als zuletzt und da ist ja auch einer der letzten Rockstars schlechthin. Alle Augen auf Nikki Sixx! Überraschenderweise gehen die mittlerweile sicher 65.000 Schaulusten bei „Saints Of Los Angeles“ genauso steil wie bei den ersten drei Nummern. Logisch, dass die Menge aus dem Bangen, Moshen, sich um die eigene Achse drehen oder Luft-Gitarre Spielen nicht mehr raus kommt. Aha, Vince holt die Akustische raus und ich schrei meinen australischen Nachbarn an: „Girl, Don’t Go Away Mad“! Oh ja, eine meiner Jugend-Hymnen und noch nie live gehört. Ganz spezieller Moment; erst beim ersten Refrain habe ich mich wieder einigermaßen gefasst. Genial! Die Mötley-Party nimmt ihren Fortgang weiterhin im „Dr. Feelgood-Dress“ und die Hollywood-Ikonen zocken „Same Ol’ Situation“, bevor mit „Motherfucker Of The Year“ der zweite Track vom letzten Output zu Ehren kommt. Für die langjährigen Die Hard-Fans greifen die Jungs tief in die Sleaze-Schatzkiste und kramen „Ten Seconds To Love“ hervor, so dass erst gar kein Gedanke daran verschwendet werden kann, unsere zappelnden Glieder in Ruhepositionen zu bringen. „Primal Scream“ wird danach gern genommen, aber erst beim nächsten Song kommt es zu einer weiteren Explosion: „Dr. Feelgood“. 1675-mal gehört und keine Verschleißerscheinungen! Die Crüe holt zum Grande Finale aus und mit der Stripper-Hymne schlechthin gelangt ein denkwürdiger Auftritt an sein Ende: „Girls, Girls, Girls“! Noch mal eine letzte Band-Vorstellung und die vier L.A.-Rocker räumen die Bühne. „Home Sweet Home“ fällt dabei Mr. Cooper zum Opfer, der ein wenig überzogen hatte, aber was für ein Start ins Festival. Ein Package aus Alice Cooper und Mötley Crüe. Besser geht es kaum. (Fuxx)

Nass geschwitzt. Staublunge. Bierstand. Wir beschließen, uns nach der erlebten Extravaganza die nächste Band aus der Ferne anzusehen, haben aber von der Cocktail-Bar aus einen vorzüglichen Blick auf das Geschehen, das sich auf der True Metal Stage ankündigt. Schon im Vorfeld war klar, dass das Gelände beim nächsten Act voll, und ich meine voll, werden würde, denn es genügen hierzu nur zwei Worte: Iron Maiden! Nach dem bekannten UFO-Intro legen die Eisernen mit „The Wicker Man“ los. Top-Sound, auch von unserem Platz aus. Da haben die Veranstalter und die verantwortlichen Ton-Techniker im Gegensatz zu früheren Jahren ganze Arbeit geleistet. Schon beim Opener die typischen Oh-Oh-Oh-Maiden-Publikumschöre und ich freue mich, dass die Band gleich an zweiter Stelle genau den Song spielt, der mir schon seit Tagen ständig im Kopf herum spukt: „The Ghost Of The Navigator“. An den Reaktionen der Menge ist abzulesen, dass das „Brave New World“-Album längst einen Logen-Platz in der Maiden-Klassiker-Reihe inne hat, als jedoch Mr. Steve Harris das Bass-Intro zu „Wrathchild“ intoniert, herrscht für mehrere Augenblicke selbst hier im Rückraum komplettes Chaos. Nur glückliche, völlig austickende Menschen und ich muss tatsächlich meinen „Pin-Hat“ festhalten, dass er mir nicht vom Kopf gefegt wird. Aber: mit der neuen, sicher hörenswerten Single „El Dorado“ und dem in meinen Augen ein wenig überflüssigen „Dance Of Death“ gigt es danach zwei Nummern die das Ganze, sagen wir mal, beruhigen. Maiden setzen also nach dem vor zwei Jahren präsentierten Klassiker-Set heute vornehmlich auf neueres Material. Daran werden sich die Geister scheiden. Für eingefleischte Fanatiker, die bei jeder Tour Gewehr bei Fuß stehen, ist das Dargebotene eine höchst interessante Geschichte, da es im Anschluss „The Reincarnation Of Benjamin Breeg“ und das großartige „These Colours Don’t Run“ gibt. Für den, der Maiden noch nicht so oft oder noch nie sehen durfte, könnte die Set-List eine kleine Enttäuschung darstellen. Da wir uns zur ersten Gruppe zählen dürfen, feiern wir zusammen mit einem hyperaktiven Bruce Dickinson, der wieder einmal nachdrücklich unter Beweis stellt, dass es nur eine Hand voll Sänger gibt, die ihm annähernd das Wasser reichen können, eine „moderne“ Maiden-Party. „Dedicated to our beloved brother we lost this year. His spirit is everywhere among you. Among us. The spirit of one Ronnie James Dio. He’s everywhere.” Die Band gibt der Menge “Blood Brothers” und mir läuft es den ganzen Song über kalt den Rücken herunter. Das ist einer der Momente für die Ewigkeit und selbst die Hartgesottensten unter den Anwesenden können nicht umhin, eine Träne zu verdrücken. Mit „Wildest Dreams“ und „No More Lies“ nimmt die Band danach die Emotionen wieder ein Stück weit heraus; vielleicht ganz gut so … der Versuch zu verschnaufen, zu verarbeiten. Maiden schleudern uns aber schon „Brave New World“, vielleicht einen der stärksten Songs aus neuen Zeiten, entgegen und blasen anschließend zur Mega-Party. Ich denke, dass selbst im Gasthof „Zur Post“, in Wacken Stadt, das Intro – ach was – der ganze Song, inklusive Gitarren-Soli mitgegröhlt wird: „Fear Of The Dark“. Es wird Zeit Eddie von der Leine zu lassen. Wie schon seit gut dreißig Jahren liefert sich übergroße Bandmaskottchen in neuen „Final Frontier“-Kleidern sein privates Duell mit Bruce und Janick zum zeitlosen „Iron Maiden“, bevor die Band kurzzeitig verschwindet, jedoch nur, um mit dem legendären Intro „… It’s a human number. It’s number is sixhundredandsixtysix“ glorreich zurückzukehren. „Number Of The Beast“ gefolgt von „Hallowed Be Thy Name“. Da braucht man nicht viel Worte verlieren, nur einfach mitsingen und gleichzeitig dem Chor aus bestimmt 80.000 Kehlen lauschen. Da es mit „Running Free“ am Schluss des Sets noch eine kleine Überraschung gibt, die uns dazu verleitet nochmals alle Energien zu mobilisieren, werden wir mehr als zufrieden entlassen. An Spielfreude, Bühnenpräsenz und musikalischer Perfektion macht Maiden auch anno 2010 keiner was vor. Up the Irons! (Fuxx)

Nach diesem Auftakt der Superlative gilt es, den Abend sachte ausklingen zu lassen. Und was wäre dafür besser geeignet, als das Moviefield, wo ab 24:00 Uhr die Ronnie James Dio Memorial Movienight beginnt? Im Jahr 2004 wurde er hier in Wacken mit einer Trophäe für sein Lebenswerk und das Engagement in den Bands Elf, Rainbow, Black Sabbath und natürlich Dio geehrt. Letztes Jahr durfte man den Ausnahmesänger im Rahmen des Heaven And Hell Konzerts in der Night To Remember noch livehaftig auf der True Metal Stage erleben, schon heute wird sein Vermächtnis auf Leinwand projiziert. Ja, so ein Jahr ist eben wirklich wie eine Schachtel Pralinen. Den Anfang der Vorführung bildet eine Videobotschaft von Ronnies Ehefrau Wendy, die sich bei der Metal-Gemeinde in aller Form für all die Unterstützung und das Mitgefühl in den letzten Monaten bedankt. Es folgt eine Reihe von Konzert-Mitschnitten aus den unterschiedlichen Schaffensfasen Dios. Die gesamte Vorführung soll schließlich drei Stunden dauern, mich verschlägt es irgendwann nach ein Uhr noch in die Weiten der Campingplätze, doch davon sei ein anderes Mal erzählt. Viel Schlaf werde ich in dieser Nacht jedenfalls nicht abbekommen (Dagger)

Schreibe einen Kommentar