Posted on Schreib einen Kommentar

Vision & Wahn im Mai 2010

Zum Thema „Nervensäge“

Wieder einmal war Lesezeit bei Periplaneta: Vision und Wahn, das bedeutet wie an jeden ersten Montag im Monat unterhaltsame Beiträge, musikalisch begleitet von Georg von Weihersberg. Bei den verschiednen Texten wurde klar, dass die Lesenden das Thema „Nervensäge“ ganz unterschiedlich interpretierten.

Im zweiteiligen Beitrag von Thomas Manegold ging es um einen Patienten in einer psychiatrischen Klinik, dessen Nerven arg malträtiert werden von allerlei Dingen: Dazu zählt neben dem eingebildeten Mitpatienten Lars auch das ganz reale Fernsehen, wo gelbe Schwämme und ähnliches jeden Zuschauer am Verstand zweifeln lassen (sollten). Dass die verabreichten Psychopharmaka nicht gerade für ruhige Träume sorgen, kommt dann noch dazu.

Marion Alexa Müller, die bis zur letzten Minute noch an ihrem Text feilte, erzählte vom Drama eines Vaters, der seine Tochter nicht mehr sehen darf, obwohl er doch todkrank ist. Die Symptome sind untrüglich: Jeden Abend leidet er unter Durst, zunehmender Orientierungslosigkeit und Schwindelattacken, am Morgen unter Kopfschmerzen und Gedächtnislücken. Und seltsamerweise findet er keinen Arzt, der sein Problem ernst nimmt…

Um die Auswirkungen von reichlichem Alkoholgenuss ging es auch bei Max van der Oos, genauer gesagt um die Schwierigkeiten, die beim Zusammentreffen von Alkoholgenuss und den Reizen einer wohlgeformten Blondine entstehen. Zuvor hat er uns schon vor Augen (beziehungsweise vor Ohren) geführt, was geschehen kann, wenn jemand mit schwachem Nervenkostüm sich auf das Wagnis einer Umtauschaktion einlässt, und welche Rolle „leckere“ Äpfel dabei spielen.

Zum ersten, aber wohl nicht zum letzten Mal bei Vision und Wahn war Norma Hillemann. Ihre „Supernanny“ hat uns über die zweifelhaften Erfolge von Fernsehpädagogik bei intelligenten kleinen Mädchen aufgeklärt. Deutlich weniger intelligent war dagegen der Protagonist ihres zweiten Beitrags, was leider zum tragischen Ende einer liebenswerten Großtante führte.

Auch sehr unterhaltsam war der organisatorische Teil zum Schluss, die „demokratische Festsetzung“ des Themas für die nächste Lesung von Vision und Wahn am 7. Juni. Nachdem alle anderen Themen ausgeschlossen wurden, hat „Parallelgesellschaften“ denn auch ein gutes Abstimmungsresultat erzielt. Gespannt warten wir nun auf die Umsetzung.

Von Julia Bossart

Schreibe einen Kommentar