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“Cats sleep everywhere“

Viola Nordsieck @ Lange Nacht der Subkultur

Erlebnisbericht Lange Nacht der Subkultur.

Am Freitagabend, den 21. September, kamen fünf Künstler aus dem In- und Ausland im proppenvollen Periplaneta Literaturcafé zusammen, um für die vierteljährliche Lange Nacht der Subkultur auf der Bühne zu stehen. Vorgetragen wurden dabei die unterschiedlichsten Werke – allesamt wie immer weit abseits des Mainstreams. Bis auf den letzten Platz war das Periplabeta Literaturcafe besetzt. Auf Stühlen, Sofa und dem Boden sitzend lauschte das Publikum den skurillen Werken, die die fünf Künstler zum Besten gaben.
Den Anfang machte dabei … ich (!). ja, ich durfte mitmachen. Natürlich musste ich zwanghaft der „Provinz“, in der ich aufwuchs, den verbalen aber nett gemeinten Mittelfinger zeigen. Es ging um Dirndl und Bratwurstgipfel und meine Nachbarin.
Der internationale Gast des Abends war H.C. Roth aus Graz. Schnell sorgte er für Verwunderung und misstrauische Blicke, als er das Publikum aufstehen, hüpfen und ein Kinderlied nachsingen ließ. Nachdem sich die Verwirrung wieder gelegt hatte, las er aus seinem Kinderbuch „Frosch mit Socken“ und von einem Pinguin, der unbedingt Rockstar werden will. Von ihm gab es außerdem eine exklusive Sneak-Peak aus seinem neuen, noch unveröffentlichten Buch ‚Kiwi mit Zitrone‘ zu hören, in dem Raffaela Ravioli ein Loch bis nach Neuseeland gräbt, weil sie auf einmal Lust auf Kiwi hat. Übrigens wollte H.C. weder ein Buch über Obst noch über Neuseeland schreiben – wie dann schlussendlich beides passiert ist, kann er sich auch nicht erklären.
Viola Nordsieck, Chefredakteurin des transform Magazins sorgte mit Geschichten über das Scheitern und verzwickte, traurig-schöne Lieb- und Freundschaften für nachdenkliches Schweigen. Es war deutlich zu spüren, wie das Publikum die Frustration und Ratlosigkeit der Protagonisten nachvollziehen konnte.
Den musikalischen Teil des Abends übernahm Gary Flanell, der uns mit verstaubter Gitarre herrlich schräge Erkenntnisse ins Bewusstsein rief – oder ist euch schon einmal klar geworden, dass Katzen wirklich überall schlafen können?! Weiter überzeugte er mit einem massiven, aber gut geretteten Texthänger und einem gesungenen Eintrag aus einem Internetforum.
Und auch die Lyrik kam nicht zu kurz – ganz in schwarz gekleidet las Musiker und Autor Sascha Blach mit rauer Stimme über erotische Lust, traurige Clowns und eine mörderisch-eifersüchtige Liebesgeschichte auf dem Land. Seine Frage, ob die Zukunft der künstlichen Intelligenz wohl singende Klospülungen oder rappende Mülleimer seien, blieb am Ende des Abends leider ungeklärt.

In diesem Sinne: Danke an alle, die mitgesungen, mitgelacht, mit-nachdenklichdreingeschaut und vorgetragen haben. Für alle, die sich diesen Abend haben entgehen lassen: Die nächste Subkultur Nacht kommt schneller, als ihr Underground sagen könnt.
Bis dahin: Auf Wiedersehen, Servus und Baba.

http://www.edition.subkultur.de

Sascha Blach

Sarah und ich haben an diesem Abend auch Fotos geschossen:

Hannah Haberberger

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