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Ich bin ein Allround-Dilettant.

Stephan Hähnel

Ein Interview mit Stephan Hähnel.

Mit „Gift hat keine Kalorien“ veröffentlicht Stephan Hähnel sein sechstes Buch in unserem Verlag. Schon als wir zum ersten Mal in den Genuss seiner Geschichten kamen, dachten wir : Genau unser Humor. Der Tod kommt in den vielen Geschichten in all seinen Facetten vor, meist auf die schwarzhumorige Art. Dass Stephan Hähnel nicht immer Schriftsteller war, sondern auf einen sehr breit gefächerten Berufsweg blicken kann, war seinen Geschichten offensichtliche sehr dienlich. Jetzt ist er permanent unterwegs, liest vor Publikum, macht Schreib-Workshops mit Kindern und schreibt zwischendurch fleißig Bücher. Mit Periplaneta unterhielt er sich über seinen Alltag als Autor und über die Weisheiten aus seinen Büchern.

Du warst Schlosser, Kneipenbetreuer, Wirtschaftsingenieur, Finanzbuchhalter, Projektmanager und und und. Was würdest du noch gern lernen?
Ich bekenne, ich bin das, was gerne ironisch mit Allround-Dilettant umschrieben wird. Ich mag es nun mal, mich in verschiedenen Berufen auszuprobieren und neuen Herausforderungen zu stellen. Für das Schreiben ist das von Vorteil. Gerne würde ich noch programmieren lernen.

Du hast mit 14 angefangen zu schreiben, um Mädchen zu beeindrucken. Wie gut lief das?
Es war ein grandioser Irrtum. Ausschließlich reifere Semester fanden das bezaubernd: meine Mutter, meine Deutschlehrerin und die Sekretärin meines Vaters.

Na gut, in einem deiner Bücher steht: Erfolg ist eine Frage der Arbeit, nicht des Talents. Wie stehst du selbst dazu?
Natürlich ist Erfolg ohne Talent, eher unwahrscheinlich. Aber auch das gibt es, leider. Idealerweise gehört beides zusammen. Dennoch, alleine Talent führt zumeist nicht zum Ziel. Talentierte Fußballspieler gibt es viele, genauso wie Autoren. Es bedarf schon harter Arbeit oder Training, um in der Spitze mitspielen zu können. Beide müssen durch Leistung auf sich aufmerksam machen. Gute Fußballtalente werden von Talentscouts gefunden, einem guten Autor bleibt nur der Weg, die Klinken der Verlage oder Agenturen zu putzen.

Du bist ja selbst regelmäßig unterwegs mit Lesungen und Workshops. Hast du einen Tipp für andere AutorInnen?
Autoren sind heutzutage mehr als nur Verfasser von Geschichten oder Bücher. Jeder ist nicht nur sein eigener Agent, um sein Buch an den Verlag zu bringen, sondern muss auch Veranstaltungsmanager und PR-Profi sein. Ein Roman, mag er noch so gut sein, reicht zumeist nicht aus, man muss ihn auch Veranstaltern schmackhaft machen. Bedeutet: telefonieren, Werbematerial verschicken, telefonieren, Netzwerken, Rezensionen erbitten, persönliche Kontakte aufbauen, telefonieren, Veranstalter besuchen … Das richtige Maß zu finden, ist dabei das Problem. Dranbleiben, aber nicht nerven. Ein Nein zu akzeptieren, ist nicht immer leicht, aber zuweilen passt die eigene Begeisterung mit den Vorstellungen der Bibliothek oder des Buchladens nicht zusammen. Der vierte Krimi zum Beispiel mit dem gleichen Thema im laufenden Jahr führt nur dazu, dass die Zuhörer wegbleiben.

Also regelmäßig auch für Abwechslung sorgen. Du schreibst Mordsgeschichten für Erwachsene, aber auch sehr abenteuerlustige Kinderbücher. Wie switchst du dazwischen?
Das ist kein Problem, denn die beiden Genres sind kein Widerspruch für mich. Ich schreibe Geschichten, ob für alt oder jung ist dabei unwichtig. Ich finde es sogar ausgesprochen reizvoll, zwischen den Genres hin- und herzuspringen, zumal dadurch auch manchmal Ideen entstehen, die mir sonst wahrscheinlich nicht in den Sinn gekommen wären.

Der Tod ist …
… manchmal eine Erlösung. Nicht nur für einen persönlich.

Und zu guter Letzt ein Blick in die Zukunft: Wie wird die Welt untergehen?
Wahrscheinlich wird jemand, nennen wir ihn Gott, eines Tages die schöne blaue Murmel finden und in die Hosentasche stopfen.

Das klingt ja soweit passabel 😉 Danke für das Interview.
Wer Stephan Hähnel gern mal live sehen möchte, sollte einfach seine Webseite checken:
https://www.stephan-haehnel.de