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Zum Teufel nochmal!

Die ganze Wahrheit über diabolische Hufträger

Der Teufel hat viele Namen. Wir nennen ihn Beelzebub, den Antichrist, Luzifer, den Höllenfürst, Satan oder den Leibhaftigen. Trotz der zahlreichen Beinamen des Sohns der Verdammnis, haben wir alle ein ähnliches Bild vor Augen: Er ist hässlich, hat spitze Hörnern, Bocksfüße und einen bequasteten Schweif. Einzig der periplanetarische Autor Christian von Aster stellt sich den Teufel anders vor. Bei ihm ist er süß, schokoladig und ein Muffin. Aber Herr von Aster bildet ja bekanntlich nicht nur mit dieser Ansicht eine Ausnahme …

Aber wieso muss der Teufel bei dem nicht ganz so phantasiebegabten Durchschnitts-Menschen unbedingt eine Chimäre aus Bock und altem Mann sein? Wieso nicht aus einem Karnickel und einer fleischfressenden Pflanze?  Was hat unser Bild vom Höllenfürsten eigentlich so geprägt?

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Rakete 2000 (Berliner Lesungen 5)

Ein Abend im Ä

Wer am zweiten Donnerstag des Monats um 21.00 Uhr in das urige Ä in der Weserstraße in Neukölln einkehrt, dem schlägt geballte Frauenpower entgegen. Denn hier ist „Rakete 2000“ zu Hause, die östrogenreichste Lesebühne der Welt.

Bei schmackhaftem urbayrischen Tegernseer Spezial-Bier kann man sich in einen der gemütlichen Sessel fallen und den Abend auf sich wirken lassen. Allerdings ist es ratsam, den dort gereichten, würzigen Gerstensaft mit Vorsicht zu genießen, denn mit seinen 5.6 % Alkoholgehalt steigt er einem ungeahnt schnell zu Kopfe. Dies sollte auch ich an diesem Abend feststellen …

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Surfpoeten (Berliner Lesungen 4)

Jeden Mittwoch Im KdR (inzwischen Haus 13)

Meine erste Lesebühne in Berlin habe ich natürlich hier bei Periplaneta erlebt. Schon zweimal war ich nun bei Vision und Wahn dabei, es wurde aber langsam Zeit, sich auch mal bei „den Anderen“ umzusehen. Die Anderen waren in dem Fall die Surfpoeten, eine der legendären Lesebühnen, die doch tatsächlich wöchtentlich stattfinden…

Ich machte mich auf den langen Weg von der Bornholmer Straße 81a zur Pappelallee 81. Ein bisschen zu früh, gegen 20 Uhr komme ich am Klub der Republik an, der als solcher von außen nur schwer zu erkennen ist. Ich warte also, bis sich ein kleine Truppe im Hinterhof  zusammenfindet und mir den Weg zeigt. Ich muss eine gefährlich aussehende, löchrige Treppe rauf, durch eine braune Schwingtür und finde mich bald in einem kleinen, braunen, verrauchten Gang wieder, dem ich nach links folge.

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Im Körper des Amokläufers

Interview mit Dirk Radtke

„Ich wusste manchmal nicht mehr, wo mir der Kopf steht, war hin- und hergerissen zwischen Trauer und Wut. Man will ihm eigentlich schon nach der Hälfte des Buches die Knarre in die Hand geben.“ Diese Wortmeldung zu Dirk Radtkes neuen Roman „Vergeltungsschlag – die Aufzeichnungen des Tobias B.“ ist symptomatisch: Die Leserinnen und Leser sind geschockt. Der Autor versucht in seinem Roman die Beweggründe eines jungen Amokläufers zu hinterfragen und ein mögliches Szenario zu liefern, welches ihn zu dieser Verzweiflungstat getrieben haben könnte. „Unser Sozialgefüge ist zerstört, bei vielen ist die Hemmschwelle bis auf ein Minimum gesunken.“ Und damit meint der Autor eben nicht nur diejenigen, die ausflippen, denn die medienwirksamen Gewalttaten sind doch meistens das Ende einer langen Tragödie und nicht deren Anfang. „Vergeltungsschlag“ ist nicht nur das dickste, sondern auch eines der aufwühlendsten Bücher, die bisher bei Periplaneta erschienen sind. Der Roman konzentriert sich auf die Folter hinter deutschen Gardinen, die doch eigentlich für alle sichtbar und alltäglich ist.

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Über Voltaire, Kafka und „Arschloch!“

Interview mit Mauricio Borinski

Man kann schon sagen, dass Mauricio Borinskis Debüt ungewöhnliche hohe Wellen verursacht, denn es ist böse, kratzt und verdirbt einem den Appetit auf Tzaziki. Zudem kommt der Autor quasi aus dem Nichts, ist vorher faktisch nirgends in der Welt des geschriebenen Wortes in Erscheinung getreten. Doch kurz nach seiner Veröffentlichung war die Limited Edition bereits ausverkauft und Herr Borinski beglückt derzeit verschiedene kleine und große Radiostationen mit Episoden aus seinem Werk … Einen Roman „Arschloch!“ zu nennen ist sicherlich eine Entscheidung, die man sich gut überlegen sollte. Er polarisiert, schreckt viele vielleicht ab und wird mancherorts als vulgär und ordinär abgetan.
Mauricio Borinskis Debütroman darf man aber auf keinen Fall nur nach seinem Titel beurteilen, denn der ist, trotz vieler Inhaltsstoffe, die Befremdlichkeit und Empörung hervorrufen könnten, nur die berühmte Spitze des Eisbergs…

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