Lesung: Stefanie Schleemilch & Marc Bensch

Stefanie Schleemilch & Marc Bensch
Wann:
9. September 2019 um 20:00 – 22:00
2019-09-09T20:00:00+02:00
2019-09-09T22:00:00+02:00
Wo:
Periplaneta Berlin
Bornholmer Straße 81a
10439 Berlin
Preis:
Kostenlos

Indie² am Montag, den 9. September, bei Periplaneta

Stefanie Schleemilch und Marc Bensch suchen nach der Wahrheit in ihren Fiktionen. In „Morgengrauen“ von Stefanie Schleemilch folgt der Leser einer Schriftstellerin, die sich dem eigenen Leben und seinen ungeschönten Wahrheiten stellen muss. In „Die unverhoffte Genesung der Schildkröte“ von Marc Bensch bekommt es der Erzähler hingegen mit seinen eigenen Protagonisten zu tun. In seiner Not bittet er den Leser selbst um Hilfe …
Ein Abend mit zwei großartigen Indie-Autoren, der den Zuhörer sich fragen lässt: Was ist wahr und was erfunden?

Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.
Wir empfehlen, telefonisch Plätze zu reservieren: 030 4467 3433.

»Nichts an dieser Geschichte ist wahr. Außer du glaubst es.« So beginnt Stefanie Schleemilchs Roman „Morgengrauen“ (duotincta).
Wenn der Morgen graut, ist das im Leben der Schriftstellerin Agnes wortwörtlich zu verstehen. Nacht für Nacht kreisen ihre Gedanken um die Stationen ihres bisherigen Lebens: Kindheit, Gymnasium, Psychiatrie, Abitur, Universität. Ein abgebrochenes Studium und ein misslungener Suizidversuch schmücken dabei ihren Lebenslauf. Dann kommt das Angebot eines Verlags. Plötzlich muss Agnes eine druckreife Geschichte zu Papier bringen – und mit ihrer eigenen abschließen: Berlin diskutiert #metoo, während in der Ungleichzeitigkeit zwischen Metropole und Provinz, zwischen Gegenwart und Vergangenheit klar wird, dass die Primitivität nicht nur Prominenten vorbehalten ist …

Nach ihrem philosophischen Debüt »Letzte Runde« zeigt sich Stefanie Schleemilch in »Morgengrauen« (2018, duotincta Verlag) teils melancholisch, teils erfrischend zynisch und vor allem kämpferisch in der Demontage des Status quo der Geschlechterrollen in der süddeutschen Provinz.

»Ich weiß, du denkst, du hättest mit all dem nichts zu tun. Dass dies nur eine Geschichte sei, die dich nicht betrifft. Aber du täuschst dich. Du bist ein Teil dieser Geschichte. Ob du es willst oder nicht.« „Die unverhoffte Genesung der Schildkröte“ ist Marc Benschs Romandebüt (Carpathia Verlag).
Der Journalist Paul Gram hat ein ambivalentes Verhältnis zum Begriff der Wahrheit. Seine jüngste Story über Mauscheleien zwischen lokaler Wirtschaft und Stadtverwaltung ist komplett erfunden – und doch wahr. So wahr jedenfalls, dass sie das Leben eines kriminellen Unternehmensbosses, eines frustrierten Detektivs, eines rachsüchtigen Schwindlers und eines Buchhalters mit gesichtslähmungsbedingtem Dauerlächeln komplett aus den Fugen bringt. Es entspinnt sich ein rasantes und intrigenreiches Verwirrspiel – bis einer der Protagonisten erkennt, dass sie alle nur Teil einer Geschichte sind. Die Figuren gehen auf die Barrikaden, und der Erzähler ruft in seiner Not den Leser zur Hilfe.
Ein ungewöhnlicher und intelligenter Roman über Schein und Sein, über Selbstbestimmung und Fremdsteuerung und über den Kampf des Erzählers mit seinen Geschöpfen.