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DOKTOR WER, BITTE?

Doctor Who – Innovatives Kult-Sci-Fi ohne Laserschwerter, aber mit Schallschraubenzieher.

Die schmale Tür, auf der WC stand, ließ auf ein winziges Bad schließen. Sozusagen ein Plumpsklo mit Wasserhahn. Aber als ich einen Blick hineinwarf, prallte ich einen Schritt zurück. Vor mir lag ein etwa 30 Quadratmeter großer Wellnesstempel mit Bidet, Dusche und Whirlpool. Ich rieb mir die Augen.
„Ines!“, schrie ich. „Ich halluziniere.“
Sie trat zu mir, öffnete ihrerseits die Tür und sah hinein. „Wieso, was ist denn?“
„Dein Bad ist … es ist … na … es ist …“
„Innen viel größer als außen?“
Ich sah sie misstrauisch an. „Du kennst Star Wars nicht. Du kennst Star Trek nicht. Aber Doctor Who kennst du, ja?“
„Welchen Doktor soll ich kennen?“

Kein Wunder, dass Ines aus „Pudel, Nerd & Nymphe“ Doctor Who nicht kennt. Schließlich spielt Dieter Wischnewskis Roman auch in Deutschland. Hier hat traurigerweise kaum jemand von der britischen Kult-Serie gehört.
Ich, enthusiastischer Doctor-Who-Fan, werde das ändern! Wenn jemand die Worte „innen viel größer als außen“ in meiner Gegenwart verwenden würde, ich würde vor Aufregung durch die Gegend hüpfen, im Glauben, einen neuen besten Freund gefunden zu haben! Aber um das zu erreichen, gehen wir erst mal einen Schritt zurück.

Der Doktor ist ein Alien der Spezies Timelord vom Planeten Gallifrey – Alien-Muffels, bitte klickt jetzt nicht weg! Besagter Timelord sieht nämlich aus wie ein normaler Mensch. Mit seiner Tardis (Time And Relative Dimensions In Space) kann er durch Raum und Zeit reisen. Allerdings läuft die Maschine nicht ganz rund und landet selten da, wo und wann der Doktor sie hinsteuert. Außerdem ist ihr Tarnmechanismus defekt: Sie sieht permanent aus wie eine blaue britische Polizei-Notrufzelle.

Die TARDIS!

Von außen betrachtet glaubt man also, dass innen maximal vier Quadratmeter zur Verfügung stehen. Und jedes Mal, wenn der Doktor jemanden in die Tardis einlädt – meist hübsche, junge, menschliche Damen – damit er nicht mehr allein das Universum erkunden muss, steht besagter Jemand mit großen Augen in der Tardis, rennt wieder raus, rennt einmal um die blaue Notrufzelle, kommt wieder rein, und ruft ungläubig: „Sie ist innen viel größer als außen!“
Diese Kult-Phrase kennt in Großbritannien jedes Kind.

Was aber weder in Großbritannien noch im restlichen Whoniverse* jemand kennt, ist der Name des Doktors. Stellt sich der Doktor vor, so folgt oft die Frage „Doktor, wer?“, im engl. Originalton also „Doctor Who?“ Damit wäre also auch das Rätsel um den Titel gelöst und ein weiterer Running Gag der Serie offenbart.
Den Namen der Doktor gab sich der Timelord übrigens selbst und damit gleichzeitig ein Versprechen an die Welt: Er würde immer jenen helfen, die in Not sind.**

Einzig bewaffnet mit einem Schall-Schraubenzieher (Ja, ernsthaft: ein modifizierter Schraubenzieher, der allein mit Schall einfach alles irgendwie beeinflussen kann!), bereist der Doktor die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, fremde Planeten, Raumschiffe, Traumwelten und auch gerne mal ein Paralleluniversum – in Doctor Who gibt es absolut keine Grenzen.

Als Außerirdischer hat der Doktor einige ungewöhnliche Fähigkeiten. Zum Beispiel spricht er fast jede Sprache, so auch Babyisch (einem frischgebackenen Vater teilt er mit, dass sein Sohn nicht Alfie, sondern lieber Stormageddon, Dark Lord of All genannt werden will) oder Pferdisch (ein Reiter muss erfahren, dass sein Hengst eigentlich Susan heißt und um Respekt für seine Lebensentscheidungen bittet). Außerdem hat der Doktor zwei Herzen und immenses Wissen über das Universum und seine Gesetze (Was eigentlich logisch sein sollte, wenn man seit Tausenden von Jahren in Zeit und Raum durch die Gegend reist).

Seit Tausenden von Jahren? Ja, genau. Denn wie alt der Doktor wirklich ist, weiß er selbst nicht mehr. Und so kommen wir nun zur spannendsten Fähigkeit eines Timelords: Wird dieser tödlich verwundet, so stirbt er nicht, sondern regeneriert sich. Er wird zu einer komplett anderen Person (er kann auch das Geschlecht wechseln), mit neuem Aussehen und neuer Persönlichkeit.
Diese spezifische Timelord-Eigenschaft wurde eigentlich aus einer Not heraus geboren – der erste Doktor-Darsteller hörte unerwarteterweise auf. Mittlerweile ist das aber der Clou der Serie. Nun haben wir seit der achten Staffel mit Peter Capaldi den zwölften Doktor.

Aufgrund dessen kann die Serie nicht nur eine unfassbar lange Laufzeit aufweisen (die ersten 26 Staffeln wurden von 1963 bis 1989 ausgestrahlt***, ab 2005 folgten mittlerweile acht neue Staffeln), die Drehbuchautoren haben damit auch immer wieder die Möglichkeit, Doctor Who neu zu erfinden. Jeder Doktor bringt ein neues Grundgefühl in die Serie. Manche haben eine rücksichtslosere Einstellung und bringen bedenkenlos Opfer, während für andere jedes Leben zählt, egal welcher Rasse oder Spezies es angehört. Jeder hat seinen eigenen Charakter, das reicht von arrogant über schrullig bis hin zu schwermütig und kindisch. Durchgeknallt sind sie aber alle.****

Trotzdem haben alle Doktoren gewisse Eigenschaften gemein: Sie helfen immer, ganz im Namen des Doktors, und retten – in den meisten Fällen – den Tag, den Planeten, die Zeitlinie oder, nicht selten, gleich das ganze Universum. Ihre Erklärungen sind oft haarsträubend und mögliche Zeitparadoxe werden mit dem Satz „Zeit kann umgeschrieben werden“ einfach weggeredet.

DAS versucht der Doktor regelmäßig zu verhindern!

Das ungewöhnliche Format einer Science-Fiction-Serie, die ständig wechselnden Darsteller und somit Charaktere machen den Charme der Serie aus und erlauben grenzenlosen Einfallsreichtum, gepaart mit witzigen Sprüchen und zahlreichen Eigenheiten.

Doctor Who ist nicht nur etwas für SciFi-Fans, sondern für alle Serien-Junkies, die bunte, innovative, etwas nerdige, aber auch mal ernste Unterhaltung schätzen. Man kann also behaupten, dass die Serie selbst „innen viel größer als außen ist“.

Werft bei Netflix, ARD ONE oder Amazon Prime einen Blick in meine Lieblingsserie, damit ich öfter vor Aufregung durch die Gegend hüpfen kann, wenn jemand diese Kult-Phrase sagt.

von Antonia Luba (Bloggerin von https://storiesonmyscreen.wordpress.com)

* Serienuniversum von Doctor Who

** Fun Fact 1: Der aktuelle kreative Kopf der Serie, Steven Moffat, „beantwortet“ die Frage zum Namen des Doktors in einem Interview: „Uns wurde befohlen, niemals den Namen des Doktors preiszugeben, sonst müsste die Serie umbenannt werden in ‚Mildred‘ – oh, Mist!“ (Quelle: screenertv.com)

*** Fun Fact 2: Knapp 100 Episoden aus den ersten sechs Staffeln sind mittlerweile vernichtet. In der damaligen Zeit (bis in die 70er Jahre) war es üblich, solche Bänder nur ein paar Jahre aufzubewahren und anschließend wiederzuverwenden und zu überspielen.

**** Fun Fact 3: Außerdem hat jeder Doktor natürlich sein „Markenzeichen“. So bietet der 4. Doktor jedem eine Geleebohne an, der 10. Doktor brüllt jedes Mal „Allons y!“ (dt.: „Los geht’s!“), wenn es nur ansatzweise aufregend wird, und der 11. Doktor verliebt sich in jedes völlig aus der Mode gefallene Kleidungsstück und erklärt dessen Zustand zu „cool“ (u.a. eine Fliege, ein Fez und Hosenträger).

Weitere Informationen zur Serie findet ihr zum Beispiel auf der deutschen Doctor-Who-Wikipedia-Seite, die sehr ausführlich recherchiert ist.
Die neusten Nachrichten, einen Episodenführer und viele ausführliche Episoden-Rezensionen gibt es auf der Seite Serienjunkies.de.

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Neuauflagen für „Seelenunruhen“ und „Mitternachtsraben“

Seelenunruhen Premiere Periplaneta

Da soll mal einer sagen, dass Lyrik keiner mag…

Gleich zwei Gedichtbücher mit CD sind gerade nicht mehr lieferbar, ausverkauft … Christian von Asters balladesken und von Herrn von Weihersberg klavierbeglittenen „Mitternachtsraben“ ereilt deshalb eine im Wesentlichen unveränderte neue Auflage. Die asteresken Balladen erfreuen sich seit den Kindertagen unseres Verlags schon steter Beliebtheit und werden uns also erhalten bleiben.

Ebenso ist die erste limitierte vollfarbige Edition der „Seelenunruhen“ von Holly Loose und Peggy Hoffmann vergriffen – und geht nun in die zweite Auflage. Der von Endwerk vertonte Gedichtband wurde von Nicole Altenhoff illustriert und wird demnächst unter neuer ISBN, diesmal gänzlich mit schwarz/weißem Inhalt, wieder erhältlich sein.

Beide Werke können ab 15.11. wieder ausgeliefert werden.

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26. Dezember: Ein paar E-Books für die leeren Reader

Schönen 2. Weihnachtsfeiertag!

Vielleicht bist Du ja jetzt auch stolzer Besitzer eines E-Readers … oder Du weißt noch nicht, was Du mit dem Hunni von Omma machen sollst. Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: So ein Reader birgt relativ geringe Anfangsfixkosten und hat Platz für mehr Bücher, als in Deine Wohnung reinpassen. Das Lesen ist sehr komfortabel und die Akku-Laufzeit kann man getrost in Wochen angeben. Sogar, wenn man einen dieser Deluxe-Dinger mit Hintergrundbeleuchtung hat. Solltest Du überwiegend englischsprachige Werke lesen, kannst Du Dich auch noch über sehr preiswerte E-Books freuen, denn die englischen E-Books sind meistens um die Hälfte  günstiger als die ausgedruckten. Doch auch der deutsche Markt kommt langsam auf den Trichter, dass ein E-Book nicht nur ein paar Cent weniger kosten sollte.

Bei Periplaneta war das schon immer so. Unsere E-Bücher waren schon immer so kalkuliert, dass die Materialersparnis weitergegeben wurde.

Die Bestückung der Reader ist über Plattformen wie Kindle, iBooks und Tolino am bequemsten. All unsere digitalen Bücher sind in den bekannten E-Book Stores zu haben. Zusätzlich bieten wir aber auch E-Books in unserem Shop an. Diese sind DRM frei. Derzeit gibt es zwar nur E-Pubs in unserem Shop. (Also Bücher für alle Reader außer dem Kindle) Aber auch wir würden unsere Kindle auch nur bei Amazon bestücken, weil das so schön einfach ist.

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Wir wünschen fröhliches Lesen!

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25. Dezember: Das Beste zum Schluss

It ain’t over till it’s over …

… und auch wenn Du gestern das letzte Türchen des Kalenders geöffnet hast, machen wir noch nicht Schluss. Für alle, die genug vom Geschenkeauspacken, Essen und der Familie haben, sei unsere heutige Abendveranstaltung empfohlen. Unter dem Motto „Das Beste zum Schluss“ geben wir Periplanetaner noch mal alles. David Wonschewski, Heiko Heller und Thomas Manegold präsentieren Kolumnen, Geschichten und Poetry.

Gänzlich unweihnachtlich versprechen sie zu sein.
Für die audiophile Beglückung reist Dani „Balladenschwein“ Voigt extra aus Rostock an und präsentiert die Songs ihres neuen Albums „Colour of the Ocean“: Akustisch – Heart-Core – Rosarot.

DAS BESTE ZUM SCHLUSS- mixed Show @ Periplaneta Literaturcafé Berlin, Freitag, 25.12.15 ab 20 Uhr

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20.Dezember: Die temporäre Kneipe hat heute geöffnet!

Heute: Verkaufsoffener Sonntag am vierten Advent!

Ausnahmsweise haben wir am Sonntag, den 20. Dezember 2015 von 11-19 Uhr geöffnet. Es gibt Bücher ab einem Euro und natürlich auch Getränke a la cart sowie weite Teile des Periplaneta-Sortiments zu entdecken und zu kaufen.

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Passend dazu ist im heutigen Fenster: Der Intimitätendieb.

„Die wichtigste Voraussetzung, um die temporäre Kneipe betreten zu können, ist die Vorstellung, sie betreten zu können. Man muss also wissen, dass es sie gibt oder zumindest daran glauben. Das Letztere erledigt sich, wenn man einmal dort gewesen ist. Man muss nur davon überzeugt sein, dass, wenn man irgendeine beliebige Kneipe betritt, diese die temporäre ist. Das erste Mal betritt man sie, wenn man vor irgendeinem Laden steht und diesen vom Äußeren her als unangenehm empfindet, ihn gar nicht betreten will und es aus irgendwelchen Gründen dann doch tut. Die temporäre Kneipe ist überall und nirgends. Ihr Standort ist so vage, dass weder Verkäufer von Rosen noch von pfeifenden oder blinkenden Plastikfeuerzeugen hereinkommen. Da diese allerdings in Berlin allgegenwärtig sind, liegt die Vermutung nahe, den Standort der temporären Kneipe im Ausland, auf dem Jupitermond Io oder in einem Paralleluniversum zu vermuten.“

Die temporäre Kneipe ist ein beliebter Treffpunkt für komische Gestalten in Robert Rescues Roman „Der Intimitätendieb“. Auch ihr Gastwirt Chat hat eine ganz besondere Eigenschaft. Er besitzt die unheimliche Fähigkeit, aus jeder Äußerung seiner Gäste Aussagen über deren Lebensumstände zu schlussfolgern. Deswegen kommuniziert Hakim, der Intimitätendieb, mit seinem Stammkneiper lieber über beschriebene Bierdeckel. Der Bierdeckel ist als universelles Utensil aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Er fungiert als Bierzähler, Rechnung, Werbeträger, Schreibblock, als Unterlage bei kippelnden Tischen  oder auch für Kneipen-Spiele in gemütlicher Runde oder am Stehtisch auf dem Weihnachtsmarkt. Naja- und eben als Untersetzer.

Zu jeder Intimitätendieb- Bestellung legen wir bis Ende 2015  zwei (unbeschriebene) Bierdeckel dazu und einen Biergutschein für Berlins einzige echte temporäre Kneipe, denn bekanntlich wird aus unserem Verlag ja regelmäßig wenn es draußen dunkel wird das Periplaneta Literaturcafé …

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17.Dezember: Timmy kennt den Weihnachtsmann

Unsere perfekte Weihnachtsgeschichte.

„Als Timmy jedenfalls die Tür aufmachte, da stand ganz plötzlich der Weihnachtsmann vor ihm. Und mit großen Augen und offenem Mund staunte Timmy, weil doch die anderen Schornsteinfegerbuben behauptet hatten, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gab!“

Wie jedes Kind glaubt auch Timmy in Christian von Asters Geschichte „Timmy kennt den Weihnachtsmann“ ganz fest daran, dass es den Weihnachtsmann doch gibt. Leider bleibt es trotzdem nur ein Märchen. Sogar Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Existenz eines Weihnachtsmannes nicht möglich ist.

[button link=“ http://www.orbit9.de/wissen/kein_weihnachtsmann.php“ bg_color=“#990000″ size=“large“]Kein Weihnachtsmann?[/button]

PS: Wenn man vom 24. bis 26. Dezember Verwandte besucht, die man den Rest des Jahres doch eher selten sieht, kann es schnell passieren, dass die „Stille Nacht“ zu einem „stillen Tisch“ wird. Das muss aber nicht so sein, denn es gibt neben dem empirischen Beweis, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, viele weitere Fakten über Weihnachten, die man zusammen erörtern kann.

[button link=“http://www.wattpad.com/33127233-stupid-facts-and-more-weihnachtsfakten“ bg_color=“#990000″ size=“large“]Unnützes Weihnachtswissen[/button]

Tipp: Unnützes Wissen hat immer einen Platz in unserem Gehirn. Lerne einfach die Fakten auswendig und schon kann keine Langeweile mit den Verwandten aufkommen. Oder kaufe das Hörbuch und hör Dir Christian von Asters Weihnachtsgeschichte an –  und lies sie dann Deinen Verwandten vor. Sie werden Dich entweder loben und preisen oder enterben. No risk, no fun!