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# verlagebesuchen

DIE GANZE WAHRHEIT

Ja, klar ginge es auch eine Nummer kleiner, aber dann würde es uns und Dir auch weniger Spaß machen.

  • PERIPLANETA BESUCHEN
  • SAMSTAG, 22. April 2017, ab 14:00 bei Periplaneta Berlin.
  • Bier & Bücher, Tee & Texte, Neues & Nähkästchengeplauder

Im Literaturcafé des Periplaneta Verlags kannst Du Dich einen ganzen Tag lang ungezwungen vergnügen, die Augen schließen, chillen und unseren Darbietungen lauschen, Dich bei einem Kalt- oder Heißgetränk durch das Sortiment blättern – oder sogar mitmachen. Ab 14 Uhr stehen Marry, Sarah und ToM Rede und Antwort. Und zu jeder vollen Stunde gibt es Vorträge und Lesungen:

14.00 Uhr: Wie entsteht ein Buch? (Vortrag)
15.00 Uhr: „Gefallen auf dem Feld der Ehe“ (Krimi-Lesung mit Stephan Hähnel)
16.00 Uhr: Stirbt das Buch aus? (Vortrag)
17.00 Uhr: „Lämmels Syndrom oder Die fünf Dimensionen der Wahrheit“ (Lesung; Wahnsinnsgeschichten mit Mark Uriona)
18.00 Uhr: Anekdoten aus 10 Jahren Periplaneta (Nähkästchengeplauder)
20.00 Uhr – unser Verlagebesuchen-Highlight: „Herr Schlau-Schlau wird erwachsen“ & „Wirsing fürs Volk“ (Lesung & Musik; mit Lesebühnenautor Johannes Krätschell und Musik-Kabarettist Bastian Mayerhofer)

Und damit nicht genug. Bei einem kostenlosen SPEED COACHING kannst Du Dich individuell beraten lassen. Wir beantworten gern alle Fragen rund ums Kreativsein allgemein und die Buchmacherei, die man in 10 Minuten beantworten kann. Melde Dich unter lektorat@periplaneta.com an und wir vereinbaren einen Termin!

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HAMSTERWOCHEN vom 9.9. bis 10.10.

Bücher und CDs bei Periplaneta für kurze Zeit ab 1 €.

Statt Sommerschlussverkauf gibts anno 2016 HAMSTERWOCHEN. Denn nicht nur Lebensmittel muss man horten, um zu überleben, sondern auch Geistesnahrung. In diesem Sinne bieten wir hier bei uns, in der Bornholmer Straße 81a zu Berlin, viele unserer Bücher vom 9. September bis 10. Oktober für 1, 2 oder 3 € an. Unser diesjähriger Sonderverkauf geht nur viereinhalb Wochen und Remittenden, Ansichtsexemplare, Restauflagen sowie Überbestände gibts nur, lange der Vorrat reicht. Kommt also vorbei und deckt euch ein. Natürlich ist auch unsere Theke geöffnet. Und Kartenzahlung ist auch möglich. WAHNSINN!!!

Periplaneta, Bornholmer Str. 81a. Berlin Prenzlauer Berg.

 

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Das verflixte 7. Jahr Weltretten

Literaturcafe7

Das Periplaneta Literaturcafé Berlin feierte seinen 7. Geburtstag.

Es gab keinen Geburtstagskuchen, kein Topfschlagen und keine Schnitzeljagd – also nichts, was man üblicherweise mit 7 so veranstaltet. Dafür gab es aber eine ordentliche Party – mit Sekt, Häppchen, mit ausgewählten Künstlern und vielen Gästen, manche auch von weither angereist.
Für all jene, die nicht an diesem sagenhaften Abend mit dabei waren, haben wir eine Bildergalerie zusammengestellt und … *Tusch* … veröffentlichen wir die Laudatio von Sarah. Denn sie plauderte aus dem Nähkästchen: über das Weltretten, Flopquoten, Alkohol, Wohnzimmer, Periplaneta und über Brüste …

Sarah 7 Jahre

Liebe Gäste und Gästinnen, ab jetzt verzichte ich auf das Gendern, denn es liegt mir nicht und stört meinen Lese- und Redefluss.
Gestern Abend habe ich noch mit Tom und Marry gechattet und am liebsten würde ich einfach unseren Trialog wiedergeben, denn eigentlich haben wir dort genau das gemacht, was wir immer machen: die Welt gerettet! – Und uns lustige Tiervideos geschickt … 😉
Aber wir haben schließlich eine Laudatio angekündigt. Daher hier nur die kurze Zusammenfassung: Alkohol ist eine Kohlenwasserstoffverbindung, wovon ich leider als Lektorin nichts verstehe, obwohl das Periodensystem größtenteils aus Buchstaben besteht. Die chemische Formel lautet: C2 H5 OH. Und genau dies hatte Tom als Blutgruppe auf seinem Motorradhelm stehen. Und dann ging es noch um Brüste, die den Rhythmus beim Joggen vorgeben und vielleicht sogar Vorhersagungen treffen können … Weltretten eben.

Wer Tom und Marry kennt, der weiß, dass Geburtstage für sie nicht die wichtigsten Anlässe sind. Aber diese verflixten sieben Jahren, die wollten auch sie würdigen. Denn dies bedeutet, dass sie keine Neugründer mehr sind und auch nicht mehr als Zugezogene betrachtet werden können, sie dürfen nun endlich Berlinern und unfreundlich sein … Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Natürlich muss da eine Rede gehalten werden, eine, die ein bisschen lobhudelig ist, also eine Laudatio. Da habe ich mutig den Arm gehoben und gefragt: „Darf ich denn die Rede halten?“
Schließlich gibt es mich hier erst seit drei Jahren. Davon ein halbes Jahr als Projektassistentin, denn Praktikanten gibt es hier nicht, ebenso wenig wie Hierarchien. Dieses halbe Jahr hat mich damals so sehr überzeugt, dass ich Teil dieser Community, dieser Familie, sein wollte.

WdB2016Periplaneta

Denn als ich vor über drei Jahren beim Vorstellungsgespräch an einem der Tische saß und Marry mich fragte, wohin ich denn eigentlich wolle, druckste ich rum und sagte in einem entschuldigenden Ton: „Na, eigentlich will ich ja Lektor sein …“
Darauf folgte ein fast einstündiger Vortrag von Tom, an den ich mich leider nur noch in Stichworten erinnere … irgendwas mit Amazon, Buchhändlersterben, Risiko, scheitern und noch weiteren unfassbar positiv konnotierten Wörtern. Aber ganz zum Schluss fiel der Satz: „Dann tu es doch einfach!“
Nach zwei Stunden Gespräch und einer Zusage stand ich draußen, grinste und wusste, dass ich genau hier hinwollte.
Und so möchte ich diesen Moment nutzen, Tom und Marry für die Chance zu danken, dass ich mich beweisen durfte und dass ich meinen Traumberuf Lektorin ergriffen habe, denn ich untertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich ohne den Zuspruch der beiden diesen Schritt nicht gewagt hätte.

Als ich das Literaturcafé zum ersten Mal betrat, hatte ich so ein heimeliges Gefühl. Und nicht nur mir ging es so. Es kommt nicht gerade selten vor, dass Menschen unser Literaturcafé betreten und sagen: „Oh, ist das schön bei euch, so eine angenehme Atmosphäre, wie in meinem Wohnzimmer.“
Genau dies war der Anspruch einer Filmrestauratorin und eines Flüchtlings aus dem Thüringer Wald. Als Tom und Marry mit dem Verlag starteten, fand dies alles noch in ihrem echten eigenen Wohnzimmer statt. Aber da Bücher ja viel Platz in Anspruch nehmen, wurde es irgendwann zu eng und so wurde ein passender Raum für das neue Verlagszuhause gesucht.
Dass dies keine einfachen Büroräume sein konnten, in denen nur ein paar MacBooks, Schreibtische, Bücherstapel und Grünpflanzen rumstehen, war klar. Es sollte ein Ort der Kreativität sein, des Zusammenkommens, zum Netzwerken, vielleicht mit einer Bühne, vielleicht ein Ort zum Arbeiten und für die Freizeit – und vielleicht auch mit gutem Bier.

PeriplanetaLiteraturcafe4
Wie sie mir einmal erzählten, hatten sie die Wahl zwischen einem kleineren, aber wirtschaftlich sinnvolleren Laden und diesem großen hier. Doch erfolgreiche Unternehmen haben nun mal eine kalkulatorische Flopquote von 70 (!) Prozent. Wer Angst vor dem Scheitern hat, kann sich nicht weiterentwickeln. Schon damals risikobereit und mit einem starken Glauben an das, was sie da vorhatten, entschieden sie sich für dieses ehemalige Internetcafé.
Dass die vorherigen Besitzer nicht nur Computer zur Verfügung stellten, merkten die beiden erst, als fast täglich irgendwer hereinkam, sich umsah und auf den Tresen gestützt fragte: „Was steht denn heute auf der Speisekarte?!“
Es dauerte mindestens ein Jahr, bis diese Menschen verstanden hatten, dass Tom und Marry es ernst meinten, wenn sie sagten: „Bier und Bücher!“
Doch jetzt ist Periplaneta längst bekannt als das Zuhause unterschiedlicher Veranstaltungen. Seit nun sieben Jahren prägt das Literaturcafé mit seinem vielfältigen Programm die Kulturlandschaft Berlins.
Neben hauseigenen Autoren unterstützen wir auch verlagsfremde Künstler. Denn wir wissen: Auch andere machen gute Bücher, Musik und Kunst, auch andere haben etwas zu sagen. Das kann natürlich auch mal anders ausgehen als erwartet, positiv wie negativ.

Literaturcafé 2012
Unser Veranstaltungskalender ist nicht stringent, sondern klassische Lesungen, subkulturelle Lesebühnen und Kabarettveranstaltungen finden hier genauso statt wie Konzerte mit Liedermachern, Filmvorführungen und Expertenvorträge mit anderen Diskussionslustigen. Eben alles, was den Anspruch hat, die Welt zu retten, was frei ist und unabhängig, was zum Denken anregt und all jenes, das aneckt.
Genau diese Vielfalt ist es, die Periplaneta und das Literaturcafé so erfolgreich machen und uns ganz besonders am Herzen liegen.

In diesen drei Jahren, die ich nun schon zu diesem Team gehöre, habe ich so viel über das Büchermachen und Künstlerdasein gelernt, über das Planen von Events, die Arbeit mit Künstlern, aber auch sehr viel über Menschen und über mich.
„Praktiziere, was du predigst!“ und „Tu das, was dich glücklich macht. Und tu es nur für dich selbst!“ sind zwei der wichtigsten Grundsätze, die Tom und Marry vertreten, die sie anderen ans Herz legen und die es ihnen überhaupt möglich machen, seit so vielen Jahren ein so konsequent hohes Niveau an Kunst zu produzieren, zu planen, aufzuführen und sich dabei nie zu verbiegen. Dieses Literaturcafé wäre ohne euch beide nicht dasselbe. Denn ein Wohnzimmer ist nur immer genau so heimelig und authentisch wie seine Familie.

Sekt für alle, auch für Käfer
Und weil ich dank euch Lektorin bin und weiß, wie man Texte kurz und bündig beendet, sage ich nun noch im Namen von uns allen: Ihr seid großartig, hört nie auf, euch so genial und vielfältig weiterzuentwickeln und andere mit eurer Liebe zur Kunst und zu Freiheit, eurem Drang zum Weltretten und Anecken anzustecken.

Liebe Sarah, Danke für so eine phantastische Lobhudelei. Eine bessere Family kann man sich gar nicht wünschen 🙂 Und natürlich auch Danke an alle Künstler und Gäste, die so engagiert und zahlreich da waren – für die nächste Party müssten wir eigentlich in noch größere Räume umziehen … Aber die kalkulatorische Flopquote darf man ja auch nicht überstrapazieren 😉

 

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7 Jahre Periplaneta Literaturcafé in Bildern

Zu unserer Geburtstagsveranstaltung am 09.07.16  hatten wir uns viel vorgenommen:

Erst ein Rückblick in Bildern und dann eine Laudatio von Sarah, dann Sekt und Häppchen, anschließend eine Lesung mit ToM, Marry, Robert Rescue und Matthias Niklas, dem folgte ein Konzert mit der Liedermacherin ANNI und schließlich und endlich ein Ausschnitt aus dem Musikkabarettprogramm „Wirsing fürs Volk“ von Bastian Mayerhofer. Und dazwischen und danach immer wieder mit Gästen anstoßen …
Feiern ist manchmal ganz schön anstrengend 🙂

 

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Film „Wer rettet wen?“ erneut am 7.3.15

wrwNach der überaus erfolgreichen Vorführung des Films „Wer rettet wen?“ haben wir uns entschieden, den Film noch einmal zu  zeigen.

NÄCHSTER TERMIN IST DER 07.03.2015 ab 20 Uhr.

Der Eintritt ist wiederum frei. Es sind unentgeltliche Vorbestellungen möglich (wir halten Plätze bis 19.45 frei).

Danke allen für eine gelungene Diskussion nach der ersten Vorführung des Films und nochmals unser Bedauern, so viele interessierierte Menschen nicht einlassen zu können.
Hier die Links, die bei der Diskussion angesprochen wurden:

Den Film (mit Aufführungslizenzen) gibt es hier.

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Dirk Bernemann bei Periplaneta

Lachen und Weinen dicht beieinander

Es herrschte eine erregte, erwartungsfrohe Stimmung, als die ersten Gäste schon fast eine Stunde vor Beginn der Lesung von Dirk Bernemann zu seinem neuen Buch „Vogelstimmen“ eintrafen. Die Vorfreude auf diesen Abend war dem Publikum anzumerken. Schnell füllte sich der kleine Caféraum   An der Tür hing bald das Schild: ausverkauft. Die stimmungsvolle Beleuchtung, die liebevoll aneinandergereihten Stühle, das gemütliche Sofa – all das ließ auf einen schönen Abend hoffen.

Als dann alle saßen, mit einem Bier oder Gläschen Wein versorgt, das Licht ausging, begann Dirk Bernemann nicht nur vorzulesen, nein, schauspielerisch untermalte er, was er las. Es war eine Freude, ihm nicht nur zuzuhören, sondern auch zuzuschauen. Er lieferte eine wahre One-Man-Show ab. Er saß da vor seinem Tisch, angestrahlt durch eine kleine Leselampe, gestikulierte mit Händen und Füßen, feinste Gesichtsakrobatik war zu sehen und begleitete das Gesagte aufs Treffendste, die Stimme – mal leise, mal laut, wehklagend, lachend – unterstrich jeweils den Humor oder die Tragik seiner Texte, mit der er dem Alltag abseitige Momente abgewinnt. Seine Texte bilden eine ganze Bandbreite des Lebens ab, in der man sich oftmals wiederfindet, und die aus überraschend ungewohnten Blickwinkeln dargeboten werden.

Weinen und Lachen stehen in seinen Texten dicht nebeneinander, betroffen hat besonders die Passage über eine alzheimerkranke Mutter aus seinem neuen Buch „Vogelstimmen“ gemacht. Der Protagonist besucht in dieser Szene seine an Alzheimer erkrankte Mutter im Pflegeheim. Doch sie erkennt ihn nicht mehr. Auch wenn es ihm schwerfällt, absolviert er pflichtbewusst seine wöchentlichen Besuche,mit äußerlich cooler Gelassenheit, ein wenig Zynismus, den Erinnerungen an eine bessere Vergangenheit und das Wissen um die Hoffnungslosigkeit der Situation ohne Aussicht auf Verbesserung. Diese Geschichte scheint direkt aus dem Leben gegriffen, verstört, ist anrührend und gewinnt der Traurigkeit trotzdem unerwartete witzige Seiten ab, so dass das Publikum befreiend auflachen kann. Dies war einer der Höhepunkte des Abends. Unbedingt nachzulesen bei Dirk Bernemann. Es lohnt sich!

Gelesen wurde auch aus älteren Veröffentlichungen und es gab sogar zwei Kurzgeschichten aus dem noch nicht erschienenen „Ich hab die Unschuld kotzen sehen – Teil 3“. Leise, nachdenkliche Momente wechselten sich ab mit lautem Lachen, Schmunzeln oder Kichern. Das Kichern war wohl dem Altersdurchschnitt geschuldet, denn das sehr junge Publikum ließ an Schulausflüge oder Klassentreffen denken. Die Stimmung war jedenfalls ähnlich ausgelassen.

Soviel Zynismus und Sarkasmus Bernemanns Geschichten auch enthalten, nie zeigt sich Verachtung gegenüber den Helden, die in komische, tragische Situationen geraten, sondern immer ist auch Verständnis und ein Mitleiden mit den sogenannten Verlierern oder Versagern dieser Gesellschaft spürbar. Und die Botschaft scheint trotzdem durch: Mach einfach weiter, manchmal ist das Leben zum Kotzen unerträglich, aber es kann (vielleicht) auch wieder besser werden. Sprachlich nicht gerade zimperlich sind manche Satzkonstruktionen beeindruckend und legen den Finger direkt in wunde Stellen des Lebens.

Der Abend verlief sehr kurzweilig, viel zu schnell ging es in die Pause und dann begann schon der zweite Teil und man wünschte sich, der Abend solle länger dauern, fast ertappte ich mich dabei, nach einer Zugabe zu rufen. Die Begeisterung über das Gehörte spiegelte sich nach der Lesung in der Schlange wider, die sich vor dem Büchertisch von Dirk Bernemann bildete.
Der Abend klang mit weiteren Gläsern Wein und den verschiedenen Leikeim-Biersorten aus, man stand draußen und unterhielt sich noch lange lebhaft in der lauen Berliner Abendluft.

Von Dana Grünzig