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Die Spargelsaison ist eröffnet!

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Lucas Fassnachts erster Roman jetzt wieder zu haben.

Neuauflagen, Teil 2: Seit heute 12 Uhr ist bei uns sozusagen die Spargelsaison eröffnet. Denn „Es geht immer nur um Sex“, Lucas Fassnachts satirischer Roman mit dem einprägsamen Cover, ist ab sofort in seiner zweiten Auflage zu haben. Lucas Fassnacht setzt seine Protagonisten der wichtigsten, manche würden auch sagen, der schönsten Sache der Welt aus … Vielleicht auch, weil diese Welt sonst nichts Wichtiges oder Schönes zu bieten hat … Eine unterhaltsame und sarkastische Gesellschaftssatire.

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Jack Rodman „The whole fuckin‘ truth“

Jack Rodman

Ein Interview mit dem Musiker aus Arno Wilhelms Debütroman.

Ursprünglich als Starbiografie angelegt, wurde das Buch aber im Laufe vieler Gespräche zwischen Autor und Musiker immer mehr zum Roman, wobei nicht so ganz klar ist, was unser Autor davon erfunden hat und was „echt“ ist. Fakt ist, dass Jack Rodman eine bewegte (Musiker)Vergangenheit vorzuweisen hat, die in relativ kurzer Zeit alle Höhen und Tiefen durchmessen hat, die das Musikbusiness für Künstler so bereithält. Nach dem knappen zweiten Platz bei einer Castingshow in den Vereinigten Staaten standen für den Singer/ Songwriter mit dem dunkeltraurigen Image alle Türen zu einer internationalen Karriere offen.

Nadine Heßdörfer traf sich mit dem aus Arizona stammenden Musiker im Berliner Yorckschlösschen in Kreuzberg.

Jack RodmanÜber dich wird im Juli der Roman „Jack Rodman – Die ganze Wahrheit“ des Berliner Autors Arno Wilhelm erscheinen. Wie kam es dazu? 



JR: Ich wollte einfach meine Geschichte erzählen, meinen Fans und allen da draußen zeigen, wie ich der geworden bin, der ich heute bin. Es wäre mir aber falsch vorgekommen, meine Biografie selber zu schreiben. Da ist eine gewisse Distanz nötig, die ich mir selber gegenüber nicht habe. Arno Wilhelm hat sich dann bereit erklärt, diese Geschichte für mich zu Papier zu bringen. Wir haben uns mehrere Male getroffen und er hat lange Interviews mit mir und auch einigen der Menschen geführt, die meinen Weg begleitet haben. Es ist ein tolles Buch geworden.



Warum erscheint deine Geschichte in Romanform und nicht als Autobiografie?

JR: Ich finde diese typischen Autobiografien einfach grässlich. Es ist so langweilig. Der Schreibstil und der ganze Aufbau, dazwischen dann ein paar Fotos. Ich denke, so etwas wäre vielleicht in zwanzig Jahren interessant, oder nur für meine allergrößten Fans. Aber für die Masse ist das jetzt nichts. Ich möchte, dass es auch für Menschen interessant zu lesen ist, die mich noch nicht kennen oder live gesehen haben. Und ich denke in Romanform kann man meine Entscheidungen besser nachvollziehen. Ich finde, das hat Arno gut umgesetzt.



Woher kennt ihr euch?

JR: Ich war 2011 in Berlin wegen Streitigkeiten mit meiner alten Plattenfirma und da bin ich mit Bekannten zu einem Poetry-Slam gegangen, irgendwo in Neukölln und da trat eben auch ein gewisser Arno Wilhelm auf. (lacht)
 Mir haben seine Texte sehr gefallen und wir kamen nach dem Slam ins Gespräch und haben dann noch eine Menge Whiskey miteinander vernichtet. Irgendwann kamen wir auf das Buch zu sprechen, für das ich damals schon einen Autor gesucht habe und er fand die Idee gut. Ich hab´ mir am nächsten Tag ein paar seiner Texte auf Youtube angeschaut und wir haben uns nochmal in Ruhe auf ´nen Kaffee getroffen und dann war der Deal auch schon besiegelt. 
 


Wäre das auch etwas für dich? Texte für die Bühne zu schreiben, ganz ohne Musik? 



JR: Ich glaube schon, dass mir das Spaß machen könnte. Arno hat mich mittlerweile auf alle möglichen Slams und Lesebühnen in Berlin geschleppt und es reizt mich durchaus. Vielleicht kann man mich ja in den nächsten Monaten mal auf einer Lesebühne oder einem Slam live erleben… (lacht), lasst euch überraschen.



Das hört sich an als wärst du öfter in Berlin und würdest dich hier wohlfühlen. Überlegst du in die Hauptstadt zu ziehen? 



JR: Ja, ich habe schon mit dem Gedanken gespielt. Zur Zeit wohne ich ja in der Nähe von Göttingen, da hab´ ich ein Haus für mich alleine, mit einem kleinen Aufnahmestudio im Keller, und kann gerade nach langen Aufnahme-Phasen oder Touren ganz gut runterkommen. Dort erkennt mich auch niemand auf der Straße, das ist eine angenehme Freiheit, die ich eigentlich nicht missen möchte. Aber Berlin reizt mich als Stadt sehr, es zieht mich immer wieder hierher. Vielleicht suche ich mir demnächst eine kleine Zweitwohnung in Berlin. Wir nehmen hier ja auch gerade das neue Album auf, da wäre es schon angenehmer, wenn ich nicht immer ins Hotel pendeln müsste.

Warum bist du eigentlich nach Deutschland gekommen?

Jack RodmanJR: Komisch, das fragen die Deutschen immer. Findet ihr euer Land wirklich so scheiße? Ich habe meine Wurzeln hier, bin hier geboren, und wusste immer, dass ich irgendwann hierher zurückkommen würde. Ich kam mir letztlich etwas festgefahren vor in den Staaten. Ich hatte genug Erfolg und auch finanziell keine Sorgen, aber ich hatte das Gefühl, nicht weiterzukommen. Künstlerisch und auch persönlich. Ich wollte irgendetwas Neues erleben. Da fand ich die Idee gut, in Deutschland nochmal neu anzufangen. Zu schauen, ob ich es hier schaffen kann. Das Land und der Musikmarkt sind hier schließlich vollkommen anders gestrickt.

Und du hast es geschafft. Aber wie wirst du nun mit der Enthüllungsgeschichte über deine Karriere umgehen? Hast du Angst, dass die Wahrheit Auswirkungen auf dich und deinen Alltag hat?



JR: Natürlich war es sehr schwer so viel von mir preiszugeben, es macht mich verletzlicher in der Öffentlichkeit, andererseits hatte es auch etwas von einem Befreiungsschlag. Ich stehe dazu, wer ich bin und wie es dazu gekommen ist und finde es gut, das endlich auch meinen Fans und der Öffentlichkeit zeigen zu können. Sicherlich werden bestimmt auch Kritiker auf den Plan gerufen, aber ich hoffe, meine Fans werden mir treu bleiben. 



Dein erstes Album „The Jack“ hat sich in Deutschland ganz gut verkauft, warum ist es jetzt aus den Plattenläden verschwunden?

JR: Es gab Probleme mit der Plattenfirma. Bei denen fand ein Wechsel in der Führungsetage statt und der neue Chef mochte meine Musik nicht. Er wollte den Fokus mehr auf Pop setzen. Auf Musik, die leichter und billiger zu produzieren ist, unabhängig von Künstlern und den längeren Entstehungsprozessen richtig guter Songs. Wir haben uns dann zwar im Guten getrennt und den Vertrag einfach auslaufen lassen, aber sie haben „The Jack“ nicht mehr nachpressen lassen und auch den digitalen Vertrieb eingestellt.



Dem Roman von Arno Wilhelm liegt eine EP mit drei Liedern von dir bei. Wie kam diese Auswahl zustande? Sind es für dich besondere Lieder?

JR: Ja, es sind auf jeden Fall besondere Lieder. Gerade „Hoist the Sails“ hab´ ich in einer Zeit der Umbrüche geschrieben, als es mir sehr schlecht ging und ich viel an mir zweifelte. Die drei Songs gehen auch musikalisch in eine neue Richtung. Es sind Songs, in denen nicht nur ich und meine Gitarre zu hören sind. Wir haben sie komplett im Studio produziert und ich werde wohl auf der nächsten größeren Tour auch eine eigene Band dabei haben. Die neue Note gefällt mir, sie lässt mehr Variation zu und gibt mir beim Schreiben eine zusätzliche künstlerische Dimension, in der ich mich ausdrücken kann. Natürlich sind die drei Songs auf der EP auch ein Vorgeschmack auf das neue Album. 



Jack RodmanWann erscheint dein neues Album? Und womit beschäftigst du dich zur Zeit?

JR: Das neue Album ist für Herbst geplant, es soll den Titel „Five Aces“ tragen. Wir waren wirklich ewig dafür im Studio – es ist großartig geworden. Die besten Songs, die ich je geschrieben habe.
Außerdem würde ich gern eine Lesereise mit Arno machen, aber wir wissen noch nicht genau, ob das klappt. Und eine Live-DVD ist auch geplant, aber dazu muss sich das mit der Band erst ein bisschen eingespielt haben. Auf jeden Fall wird es mir nicht langweilig werden… 



Zu guter Letzt würde ich gerne noch wissen, welche Bedeutung für dich das Pik-Symbol auf deiner Wange hat?

JR: Um ehrlich zu sein, habe ich mich in meiner Jugend ziemlich viel in den Casinos in Phoenix herumgetrieben. Naja, es waren eher Bars, deren hintere Räume als Casino genutzt wurden, in die offiziellen kam ich noch nicht rein. Da hab´ ich mal an ´nem Abend einen Haufen Geld beim Pokern gewonnen, mit einem Pik-Flush.  Dass Pik mir Glück bringt ist dann irgendwie hängengeblieben. Ich hab´ ne Zeit lang sogar bei jedem Brief, den ich geschrieben habe, bei jeder Unterschrift, einfach überall ein kleines Pik-Zeichen daneben gemalt. Und bei den ersten großen Auftritten hat es mir eine Freundin dann immer auf die Wange gemalt. Ich hab´ auch ein paar Mal überlegt, ob ich es mir tätowieren lasse… (grinst), aber aufgemalt sieht es doch auch ganz gut aus, oder?


Ja, du scheinst es perfektioniert zu haben.
Ich danke dir für das Gespräch und wünsche dir viel Erfolg.

www.jackrodman.com

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Claudius Pläging „Über Selbstorganisation und To-Do-Listen“

Interview zum Roman „Häkchenharakiri“

Claudius Pläging

Claudius Pläging hat lange in erster Linie für andere geschrieben, denn er arbeitet für diverse Comedy- und Unterhaltungsshows bei Brainpool TV.
Sein erstes eigenes Werk ist bei Periplaneta in der Edition MundWerk erschienen. Häkchen-Harakiri – Die To-do-Liste des Konrad Roth hat sehr viele Lorbeeren eingeheimst; nicht nur das BVG-Magazin fordert „MEHR“ und auch Radio Fritz hatte beim Rezensieren einen höllischen Spaß.
Wir haben den in Köln lebenden Autor nach seinen Arbeitsweisen, Motivationen und der Entstehungsgeschichte von Häkchen-Harakiri gefragt. Und vor allem interessierte uns natürlich, wie viel Claudius Pläging in seinem neurotischen Roman-„Helden“ Konrad Roth steckt.

Du arbeitest seit Jahren als TV-Autor. War diese Arbeit der Auslöser dafür, mit einem eigenen Roman in die Öffentlichkeit zu treten und ohne Vorgaben deine Ideen umzusetzen?
Auslöser eigentlich weniger. Aber wenn man ohnehin als Autor arbeitet, liegt es nah, verschiedene Formen auszuprobieren. Jedes Medium hat seine eigenen Erfordernisse, Zwänge und Möglichkeiten und daher auch seinen ganz eigenen Reiz. Die Triebfeder mich an einen Roman zu wagen, war meine Lust am Schreiben. Und die vage Hoffnung darauf, dass andere sich von dem, was ich schreibe, unterhalten fühlen.

Du hattest dein Buch zuallererst auf der Internetplattform BookRix veröffentlicht, bevor es bei Periplaneta erschien. Kannst du diesen Weg unbekannten Autoren empfehlen?
Ich kann schwer einschätzen, wie repräsentativ der Werdegang von „Häkchen-Harakiri“ ist – da spielte sicherlich auch Glück eine Rolle. Die Autoren Jacob Nomus und Dirk Radtke haben „Häkchen-Harakiri“ bei BookRix entdeckt, und so kam dann auch der Kontakt zu Periplaneta zustande. Aber auf jeden Fall ist BookRix eine Möglichkeit, Feedback für ein Manuskript zu bekommen. Alles ist besser, als ein Buch einfach nur in der Schublade liegen zu lassen. Es sei denn, es ist ein schlechtes Buch.

Und wie viel Konrad ist in dir?
Was Konrad so denkt und fühlt, ist mir nicht ganz fremd. Zum Beispiel dieses Gefühl beim Einkaufen, dass man beobachtet und für einen potentiellen Dieb gehalten wird und deshalb versucht, sich möglichst unauffällig zu verhalten. Andere gehen mit so was zum Psychiater, ich schreibe halt ein Buch.
Was er erlebt, ist allerdings frei erfunden. Vor allem der Anfang! Ich werfe ihn sozusagen in die Situationen, damit er darauf so reagieren kann, wie ich das tun würde. Vielleicht sollte ich mir eines Tages mal seine To-do-Liste vorknöpfen und sie selber abarbeiten.

Entstand auch dein Roman im stillen Arbeitszimmer und beim Beobachten der Nachbarn?

Im stillen Arbeitszimmer ja, aber leider ohne so interessante Nachbarn, wie Konrad sie hat. Es hätte mich vermutlich auch vom Schreiben abgelenkt, die ganze Zeit eine barbusige Dame vor Augen zu haben, die in ihrem kaputten Toaster herumstochert.

Hattest du den Plott vollständig im Kopf, als du mit dem Schreiben begonnen hast?
Ich bin da erst mal ziemlich unbedarft rangegangen und habe einfach drauf los geschrieben. Irgendwann geriet ich dann aber ins Stocken, weil die Richtung fehlte. Nach ein paar Tagen schlechter Laune habe ich das Buch bis zum Ende skizziert und gemerkt, dass es sich viel besser schreibt, wenn das Gerüst steht.

Das klingt nach „Organisation ist alles“….
Da ich das alles nebenher gemacht habe, war ein gewisses Maß an Organisation und Disziplin nötig. Ich habe mich meistens morgens vor der Arbeit hingesetzt und versucht, ein bestimmtes Pensum zu schaffen. Diese Regelmäßigkeit war auch fürs Schreiben hilfreich.

Arbeitest du schon an einem nächsten Projekt?

Die Veröffentlichung von „Häkchen-Harakiri“ hat mich motiviert, einen weiteren Roman zu schreiben. Mit noch mehr Macken und noch größeren Problemen.

Werden wir dann Konrad Roth wiedersehen?
Nee, ich finde „Häkchen-Harakiri“ in sich rund, deshalb denke ich da momentan nicht an eine Fortsetzung. Konrad hat genug durchgemacht, finde ich.

Vielen Dank für das Interview. Und sei vorsichtig bei der geplanten Abarbeitung von Konrads To-do-Liste. Das kann zu Komplikationen führen 😉

Das Interview führten Dana Grünzig und Oliver Schwab

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Claudius Pläging liest Häkchen-Harakiri

Konrad Roth stellt sich vor.

Am 29. Juni 2011 gab es eine doppelte Premiere bei Periplaneta: Der aus Köln angereiste Claudius Pläging las das erste Mal vor Berliner Publikum aus seinem skurrilen ersten Roman „Häkchen-Harakiri – Die To-Do Liste des Konrad Roth“.
Laut Radiosender Fritz, der das Buch am selben Tag vorstellte, funktioniert sein Roman wie ein ausgedehnter, guter Gag. Dementsprechend war Claudius Plägings Lesung auch Veranstaltungstipp des jungen RBB-Senders.
Um halb neun ging die Tür zu, die Gäste nahmen Platz und der Autor kuschelte sich in seinen Vorlesesessel.

Eingeleitet wurde die Lesung mit einem stimmungsvollen Klavierstück von Georg von Weihersberg, dem Haus- und Hofpianisten des Verlags. Nach einer kurzen Vorstellung des Autors ging es auch schon los und der offene, freundliche und bodenständige Claudius Pläging verwandelte sich in den schüchternen, unter Verfolgungswahn leidenden Protagonisten.

Schon bei der ersten Szene hatte der sympathische Autor das Publikum für sich eingenommen. Man hätte wirklich denken können, dass Konrad Roth in dem Sessel sitzen würde, um uns zu erzählen, wie es zu dieser sonderbaren To-Do-Liste kam:

Konrad, der neurotische Held des Buches, wird (aus einem sehr „speziellen“ Grund) von seiner Freundin verlassen. Um sich von dem darauffolgenden Liebeskummer abzulenken, erstellt er eben diese To-Do-Liste mit Aufgaben, die ihn herausfordern und manchmal sogar, bis an seine Grenzen treiben.

An diesem Abend standen drei Punkte auf der Liste: Im Supermarkt klauen, eine Schlägerei anfangen und einmal mit einer Prostituierten schlafen. Das alles ist wirklich schwierig, wenn man sich eigentlich nichts traut und wirklich witzig, weil Konrad sich dadurch in die unmöglichsten Situationen bringt. Eben echtes Häkchen-Harakiri…

Die Zuhörer hingen an seinen Lippen und wollten ihn so schnell auch nicht mehr gehen lassen. Die Stimmung war gut und viele Lacher und noch mehr Applaus war zu hören. Es war ein äußerst gelungener, unterhaltsamer Abend und die ca. eineinhalbstündige Lesung ein echtes Erlebnis.

Dinah Reetz