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Lange Nacht der Subkultur im Periplaneta Literaturcafé

Thomas Manegold bei der Langen Nacht der Subkultur

Überdacht, falls es donnert. Und wohltemperiert, falls es zu heiß ist. Auch das Bier ist kalt. Wir sind gerüstet für unsere nächste Subkultur Nacht.

Am Freitag den 23. Juni 2017 präsentieren Thomas Manegold, Michael Schweßinger, Jan Philipp Kabasci, Alisha und Laura-Marie Schulz Literatur abseits des Mainstreams. Für die Musik ist der exzellente Singer/ Songwriter Conor Kilkelly zuständig.

Los gehts um 20 Uhr, der Eintritt ist frei, man zahlt, um zu gehen.

Die Edition Subkultur veröffentlicht Independent-Literatur und Musik. Zwischen subtil und subversiv ist alles dabei – witzig, schräg und jenseits jener Schubladen, in die man „Szeneliteratur“ so gerne einsortiert.

Veranstaltung für Deinen Kalender

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Periplaneta freut sich schwarz

Rabe WGT

Subkultur-Lesungen auf dem WGT 2017.

Alle Jahre wieder, am Pfingstwochenende, findet in Leipzig das größten Randgruppen-Festival Europas statt: das Wave Gotik Treffen. Während Marcus Rietzsch mit seiner Kamera unterwegs ist, um für das Pfingstgeflüster 2017 die schönsten Festival-Motive einzufangen (das Kulturmagazin erscheint Mitte Juli in unserer Edition Subkultur), gibt es auch dieses Jahr wieder einige Lesungen mit Periplaneta-Autoren:

Am Samstag, den 03. Juni,16.00 Uhr, liest Michael Schweßinger bei „Sex, Drugs & Literatur“ im Schwarzen Salon.
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Am Sonnstag, den 04. Juni 15.45 Uhr, wird Thomas Manegold böse Sachen über Religion erzählen: „MORBUS DEI 2.0 – Blasphemie für Anfänger und Fortgeschrittene“ im großen Saal des Haus Leipzig (Eintritt nur mit Festivalbändchen).
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Ebenfalls Sonntag, den 04. Juni 18.45 Uhr, wird Christian von Aster „Die ominöse Grantelschau“ aufs Parkett des Haus Leipzig legen. (Eintritt nur mit Festivalbändchen).
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Am Montag, den 05. Juni 15.30 Uhr, wird Thomas Manegold „Gespräche mit Goth“ führen: Geschichte über Zombies, Burn-Out, Depression und Party. Ebenfalls im großen Saal des Haus Leipzig (Eintritt nur mit Festivalbändchen).
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Natürlich sind zu allen Lesungen auch die dazugehörigen Werke zu haben und die Autoren … jedenfalls für Autorgramme.

ACHTUNG!
PFINGSTMONTAG BLEIBT DAS PERIPLANETA LITERATURCAFÉ TAGSÜBER GESCHLOSSEN.
Ab 20 Uhr findet aber planmäßig unsere LESEBÜHNE VISION UND WAHN statt.

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Warum Zwillinge nicht ein und dieselbe Person sind.

Alisha & Laura-Marie Schulz: „Glampain“

Interview mit Alisha und Laura-Marie Schulz.

Gerade erscheint mit „Glampain“ der erste gemeinsame Roman der Zwillingsschwestern Alisha und Laura-Marie Schulz. Schon der Titel verrät, dass hier Glamour auf Skandal trifft. Die Protagonisten: das überhebliche Model Olivia Livington und Torina Dawn, eine Frau, die immer an das Gute im Menschen glaubt. Hervorragende Ausgangslage für einen Roman voller Skandale, aufdringlicher Paparazzi, zurückgewiesener Liebe und der ganz großen Frage, woran man heute noch glauben kann.
Nicht nur im Buch versuchen die beiden Autorinnen, darauf eine Antwort zu geben. Auch im Interview mit Periplaneta erklären sie, woran sie ganz persönlich heute noch glauben. Außerdem verraten sie, wie es sich als Zwilling lebt – und was dabei ganz besonders nervt.

Das Setting eures Romans ist die Parfum- bzw. Mode-Branche. Wie wichtig ist das Thema „Mode“ in eurem Leben?
Laura: Lily Collins sagte mal: „Wear your clothes. Don’t let clothes wear you.“ Das drückt so ziemlich meine Einstellung dazu aus. Mir ist mein Stil wichtig, aber Trends spielen dabei keine Rolle, obwohl ich nebenbei in einem Mode-Geschäft arbeite, also Outfitberaterin bin und mitkriege, was so „in Mode“ ist. Die Wirkung meiner Kleidung o.Ä. hängt von mir ab. Insofern könnte ich auch einen Müllsack tragen, solange ich zufrieden damit bin und das ausstrahle.
Alisha: Mode beeinflusst mich nicht. Ich trage, was ich tragen will. Das ist meist vom Wetter abhängig oder welche Stimmung das bei mir auslöst. Oder auch, welchen Lippenstift ich heute tragen will.

Alisha Schulz

Du sammelst Lippenstifte. Was genau hat es damit auf sich?
Alisha: Für mich ist das so ähnlich wie eine Brille: Ich kann ohne gehen, aber irgendwas fehlt dann. Ohne Lippenstift fehlt mir was im Gesicht und ich empfinde es als etwas, das irgendwie zu mir gehört.

Was hat euch daran gereizt, Glampain in New York spielen zu lassen?
Alisha & Laura: New York ist für uns das Sinnbild von Schnelllebig-, Vergänglich- und Oberflächlichkeit. Ohne Erfolg bist du nichts. Als New Yorker bist du gezwungen, dich aus der Masse herauszuheben, um jemand zu sein, und nicht unterzugehen.

Wohin zielt eure Gesellschaftskritik noch?
Laura: Jeder lebt nur noch für sich selbst, sucht für sich den größten Vorteil aus allem. Immer häufiger erlebe ich, dass andere runtergemacht werden, damit ein anderer sich profilieren kann. Die Menschen sind immer weniger in der Lage zu teilen. Jeder redet nur noch, ohne zuzuhören.
Alisha: Die Gesellschaft könnte ohne Vorurteile und Selbstüberschätzung besser funktionieren. Plötzlich glauben viele, sie dürften sich über jede Person eine Meinung bilden und die dann auch in Besserwisserforen rumposaunen. Das ist dumm und sinnlos.

Wie sähe für euch eine gleichberechtigte Gesellschaft aus?
Alisha & Laura: Wenn alle gleich wären, egal welches Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Sexualität und alles, was noch dazugehört. Jeder hätte die gleichen Rechte, könnte alles machen, was er will, bekommt die gleichen Chancen, verdient in gleichen Jobs das gleiche Geld. Dass man mit jedem ohne Vorbehalte interagieren würde. Dass jeder die Farbe tragen kann, die er will und dass jeder lieben kann, was er will, wie er will, wen er will.

Olivia glaubt an sich, Torina an das Gute im Menschen. Woran glaubt ihr?
Alisha: An die Wissenschaft, weil es für alles eine logische Erklärung gibt. Ich bin Studentin der Geisteswissenschaft. Hier beruft man sich meist auf Interpretation und Spekulation, ohne nachweisbare logische Zusammenhänge. Gerade deswegen bin ich fasziniert davon, wie Naturwissenschaften funktionieren. Biologie, Chemie, Physik – es ist möglich, Verknüpfungen zu schaffen und Gesetzmäßigkeiten logisch herzuleiten.
Laura: Ich glaube, an den Glauben in etwas. An menschliches Potential. Wenn ich an etwas glaube und für etwas arbeite und dafür einstehe, kann ich etwas verändern. Solange mich etwas vorantreibt, bin ich nahezu unbesiegbar.

Ihr seid Zwillinge. Wie unterschiedlich bzw. ähnlich seid ihr euch?
Alisha & Laura: Da wir uns auch lange ein Zimmer geteilt haben, haben wir viel von dem mitbekommen, was der andere macht und wie er ist. Da wir aber auch noch andere Einflüsse unabhängig voneinander haben, sind wir uns zwar ähnlich, aber charakterlich sehr unterschiedlich gestrickt. Wir wissen, wie der andere funktioniert, ohne wie derjenige zu sein.

Das war wahrscheinlich so eine Zwillings-Klischee-Frage. Welche Klischees könnt ihr nicht mehr hören?
Alisha & Laura: Dass Zwillinge sich gleich anziehen müssen oder es von sich aus tun. Wir haben nicht den gleichen Geschmack, was Kleidung angeht. Individualität muss sein.
Das Muster wird auch gern auf andere Bereiche übertragen: Dass wir beispielsweise die gleiche Musik, die gleichen Filme und Bücher mögen. Sicherlich gibt es Überschneidungen, aber wir sind nicht dieselbe Person. Was am meisten nervt, dass grundsätzlich jeder glaubt, wir wüssten alles übereinander. Also absolut alles: Wo ist der andere gerade? Was isst der andere heute zum Mittag? Was zieht er heute an? Was hat der andere heute noch vor? …

Wie lebt es sich allgemein als „Zwilling“?
Alisha: Ein bisschen anders: Manchmal sind wir wie Geschwister, manchmal habe ich eher das Gefühl, wir wären verheiratet. Wir haben beide unsere eigenen Hobbys. Laura steht zum Beispiel total auf Anime, ich habe massenhaft Kosmetik. Wir treffen Freunde unabhängig voneinander, aber auch zusammen. Nichtsdestotrotz ist es uns wichtig, Zeit zusammen zu verbringen. Wir kennen einander am besten und haben auch ein gutes Verständnis für die Gedanken des jeweils anderen. Das ermöglicht uns auch, Bücher zusammen zu schreiben.

Gutes Stichwort. Wie sieht euer gemeinsamer Schreibprozess aus?
Alisha & Laura: Er entsteht sehr spontan und irgendwann gibt es immer mindestens drei Versionen eines Roman. Die erste entsteht immer sehr spontan. Meistens hat einer von uns ein Werk angefangen und der andere meint: Hey, das gefällt mir, da wär Platz für eine zweite Hauptfigur. Dann wird die ganze Idee noch mal gemeinsam ummodelliert. Anschließend machen wir uns mündlich einen groben Überblick, worum es gehen soll, und legen ein erstes großes „Ereignis“ fest und schreiben bis zu diesem Punkt. Währendessen kommen uns meistens noch mehr Ideen, die wir dann besprechen. So kommen wir nie ins Stocken. Und wenn das doch passiert, wissen wir, dass unsere Idee nicht funktioniert hat, und gehen zurück.
In der ersten Version geht es nur darum, die Geschichte zu beenden und überhaupt herauszufinden, was wichtig ist. Da sind natürlich noch Logikfehler drin. Aus dieser Rohversion filtern wir wichtige Ereignisse. Bevor wir uns dann an die zweite Version machen, plotten wir tatsächlich die ganze Geschichte. Da klappt auch nicht immer alles, aber die Probleme sind deutlich geringer, da wir einen Rahmen haben und die Figuren kennen. In der dritten Version überarbeiten wir die zweite, korrigieren und kürzen und lassen sie dann testlesen.

Laura-Marie Schulz

Und zum Schluss natürlich noch die wichtige Frage: Wie geht ihr mit aufdringlichen Paparazzi um?
Alisha: Ich bin dankbar, dass ich keine habe. Wenn ich welche hätte, würde ich mich wohl dauerhaft maskieren, damit keiner mich auf der Straße erkennt. Ich hab gern meine Ruhe.
Laura: Kommt auf meine Tagesform an. An manchen Tagen sehe ich mich in der Lage, mich vor eine Kamera zu stellen und mir Mühe zu geben, ein paar Fragen zu beantworten. An anderen halte ich den Paparazzi eine Rede darüber, wie absolut respektlos und schamlos ich ihre aufdringliche Art finde. Zuletzt würde ich mich wohl ebenfalls maskieren, mir einen Bodyguard zulegen und immer schnell wegrennen, weil aufdringliche Menschen ganz schöne Panik in mir auslösen können.

Knips! Danke für das Interview!

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Moabit liest Periplaneta-Werke

Die einzige „Lange Nacht des Buches“, die fünf Tage dauert.

Vom 14. bis zum 18.11. findet zum 8. Mal „Moabit liest! / Die lange Nacht des Buches“ statt, eines der größten Literaturfestivals in Berlin. Und bereits zum 6. Mal machen auch wir wieder bei diesem ungewöhnlichen Konzept mit: Denn hier wird an besonderen Orten gelesen – in Waschsalons, Küchen und Galerien.
Von den rund 100 Autoren sind auch 7 Periplanetaner mit dabei und präsentieren Ausschnitte aus ihren Soloprogrammen. Das Spektrum reicht dabei vom musikalischen oder literarischen Kabarett über witzige Lesebühnenliteratur bis hin zu unkonventionellen Fantasy-Romanen und schwarzhumorigen Krimi-Kurzgeschichten.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist übrigens frei. Kommt also zahlreich und mehret euch 🙂

la2683936_g15.11. Steve Bürk (Edition Drachenfliege):
Die unwahrscheinliche Erleuchtung des Kiffers Felix B.
Ort: Kapitel 21, Lehrter Straße 55, 10557 Berlin
 Zeit: 19.30 Uhr

16.11. Stephan Hähnel (Edition Totengräber):
Gefallen auf dem Feld der Ehe
Ort: ZKU – Zentrum für Kunst und Urbanistik, Siemensstraße 27, 10551 Berlin
Zeit: 19.00 Uhr

16.11. Thomas Manegold (Edition MundWerk):
Heimathiebe
Ort: Leck meine Küche, Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin
Zeit: 20.00 Uhr

17. 11. Clint Lukas (Edition MundWerk):
Nie wieder Frieden
Ort: Kallasch, Unionstraße 2, 10551 Moabit
Zeit: 20.00 Uhr

17. 11. Mikis Wesensbitter (Edition Subkultur):
Wir hatten ja nüscht im Osten … nich’ ma Spaß!
Ort: Kallasch, Unionstraße 2, 10551 Moabit
Zeit: 21.00 Uhr

18. 11. Bastian Mayerhofer (Edition MundWerk):
Wirsing fürs Volk
Ort: Kapitel 21, Lehrter Straße 55, 10557 Berlin
Zeit: 19.30 Uhr

18.11. Robert Rescue (Edition MundWerk):
Zum Glück hab ich wenigstens Pech
Ort: Leck meine Küche, Gotzkowskystraße 11, 10555 Berlin
Zeit: 19.00 Uhr

Weitere Informationen zum Literaturfestival und allen Veranstaltungen auf der Webseite von Moabit liest!
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3. Subkultur-LeseNacht am Karfreitag

Jan Lindner, Thomas Manegold, Mikis Wesensbitter und Johannes Kubin.

Bereits zum dritten Mal laden wir zu einer Lesenacht der Edition Subkultur ein. Dieser Name steht bei Periplaneta für „Overground Literature & Music“, für nonkonforme Werke und Inhalte abseits des Mainstreams. Zugleich feiern wir an diesem Tags die erste Buchpremiere 2016, denn der Leipziger Poet Jan Lindner wird uns sein neues Buch „Auf Teufel komm Rausch“ vorstellen. Außerdem mit dabei: Mikis Wesenbitter, der nach seinem fulminanten Debüt „Wir hatten ja nüscht im Osten …“ gerade an seinem lang erwarteten Franka-Roman werkelt, Thomas Manegold, dem gerade nach Versen zumute sein soll, nachdem seine Lyrikwerkschau Himmelsthor nun auch digital erschienen ist  – und als musikalischer Gast der Singer/Songwriter Johannes Kubin.

FREITAG, 25.03.16. Periplaneta Berlin. Wir nehmen im unter 030 44673433 gern Platzreservierungen entgegen, die wir bis 19.30 Uhr gewährleisten. Der Eintritt ist frei. Man zahlt um zu gehen.

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Im Rüssel des Elefanten

Gary Flanell – Stuntman unter Wasser

Gary Flanell: Kurzgeschichtenband „Stuntman unter Wasser“

(Berlin, Edition Subkultur) Der Herausgeber des Renfield-Magazins Gary Flanell veröffentlicht im Juni 2014 seinen ersten Kurzgeschichtenband „Stuntman unter Wasser“ in der Edition Subkultur. In über 20 Erzählungen dreht der Berliner Autor und Vertreter des gepflegten Anarchismus an den Vernunft-Schräubchen der Realität, bis Unmöglichkeiten ganz plausibel erscheinen. Neben skurrilen Storys im B-Movie-Style finden sich aber auch scharfsinnige Betrachtungen seiner Umwelt und überspitzte Szenen aus dem Berliner Großstadtleben. Das Buch erscheint sowohl als 152-seitiges Softover als auch als eBook für Kindle, iPad & Co.

„Ein Stuntman braucht dringend eine Zigarette, der letzte Arbeitslose Deutschlands wird mit ganz neuen Strategien des Jobcenters konfrontiert, die kleine Spinne Pup trinkt mit Darth Vader eine Limo auf dem Todesstern, ein schwarzer Anzug passt nicht, das Berliner Großstadtleben zeigt seine Tücken und irgendwo ist ein Ufo gelandet. Oft klingen die kurzen Geschichten, als hätte das Leben selbst sie geschrieben. Hat das Leben aber so nicht gemacht. Also musste Gary Flanell ran.  Ein Buch voller Revolveroptimismus, schöner Geräusche, und – gibt’s denn sowas? – mit einem Backstein-Mobile.“

Gary Flanell zog vor über zehn Jahren nach Berlin. Hier lebt und arbeitet er als Journalist, Off-Kulturarbeiter, Punkrock-/Independent-Musiker und Radiomoderator. Zudem ist er verantwortlich für das RENFIELD-Magazin, des einzigen Fachorgans für Krims & Krams & Rock’n‘Roll.

Buchpremiere ist am 26.06.14 in der Frankenbar in Berlin