Scheinwerfer ist die langjährige Kolumne von Thomas Manegold, welche auf subkultur.de (früher tranceform) erschienen ist und nun bei periplaneta eine neue, formgebende Heimat gefunden hat. In ihr gehen aktuelle Bezüge und persönliche Befindlichkeiten mitunter gefährliche, aber auch erhellende Bindungen ein. Die Kolumne erscheint identisch auf MySpace.com
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So much wind because of so a little change. |
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Montag, 9. November 2009 |
20 Jahre Mauerfall
Die herrschende Klasse transformiert das schnöde Dominospiel ins Riesenland Gullivers. Bläst auch ohne Feuerwerk Millionen in die Luft, um sich selbst zu feiern, um Wind zu machen, um die eigenen Befindlichkeiten wieder anzufachen, um sich so laut wie möglich um die eigene Sicherheit zu sorgen bei dämlichen Zapfenstreich-Ritualen. Wären Frau Merkel und Herr Gorbatschow einfach so über die einst böse Brücke flaniert, auf der vor 20 Jahren der Damm als erstes brach, hätte es im Wedding und im Prenzlauer Berg keiner mitbekommen. Da aber vorher die Bornholmer Straße lautstark abgesperrt wurde, konnte man doch einige Schaulustige rekrutieren, die allerdings nicht ausreichten, um die Budenstandgebühren durch durch den Konsum von Bier und Bratwurst zu amortisieren. Die vergessene, berühmte Straße in die Freiheit bekam keinen Besuch von feiernden Bürgern. Wahrscheinlich lags am Wetter. |
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Dienstag, 15. September 2009 |
Was passiert eigentlich mit Ihrer Stimme in der Wahlurne"Dedopte Gallionsfiguren versprechen sich und viel zum Nulltarif..." So war es einst, in meiner Jugend. Heute begreift selbst der bildungsgeschädigte, konsumverseuchte, fernsehabhängigte und bildzeitungsgläubige zweibeinige Wiederkäuer der gemachten Meinungen, dass wir die ganze Party auch bezahlen müssen, bei der es darum geht, uns mündige zahnlose oder billigplastikbekronte Bürger mit leeren Versprechen zu beeindrucken. Wahltag ist Zahltag. In Scharen kommen die Bespaßten zu den Sammelstellen, wo sie die einzige Stimme, die sie haben, einfach mal abgeben. Sie haben sich vorher viele Gedanken darüber gemacht... Ich auch. |
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Sonntag, 8. März 2009 |
Scheinwerfer zur Eröffnung der Lesung im BreipottZwischen 30 und 40 ereilt jeden musikbegeisterten Menschen ein Erleuchtungserlebnis. Ein Coming out. Ein Satz, der Jahre zuvor in den leicht erodierten Hirnwindungen kreiste, spricht sich aus: Früher war alles besser... Plötzlich versteht man die Kultur nicht mehr, in der man aufgewachsen ist. Die Livekonzerte sind entweder schlecht besucht oder unerschwinglich. Die Kids in den Clubs tanzen nicht mehr, stehen mit Bierflaschen in der Hand auf den Tanzflächen herum, ahmen die Bewegungen der Behinderten, die sie im sozialen Jahr betreut haben, zaghaft nach, sobald sie einen Refrain erkennen. Im Strophenteil reden sie auf ihre Artgenossen ein. Reden geht mittlerweile wieder, weil nicht nur das Niveau sondern auch der Sound in den Dissen und Konzerthallen auf das Ghettoblaster Niveau der frühen 80er zurückgefahren wurde. |
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Dienstag, 11. November 2008 |
Scheinwerfer zu periplaneta.tv "Verkehrsprobleme"Verkehrsprobleme sind ein ernstes Thema. Auch die häufig gestellte und nie beantwortete Frage ob wir unsere Verkehrsprobleme zu lösen imstande sind. Sehr lange haben die männlichen Menschen die ihrigen mit dem Kauf von möglichst teuren Personenkraftwagen erfolgreich kompensieren können. Die Frauen sind drauf reingefallen. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt sind sie dank Body-Mass-Index so schlank, dass man sie auch in einem Smart flachlegen kann oder sie sind dank maßloser Liebesentzugskompensation so dick, dass selbst ein siebener BMW zu klein wäre. Die Autoindustrie hat nur deshalb immer größere Autos gebaut. Nicht wegen der dicken Rohre, sondern wegen der massiven Stoßdämpfer... |
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Samstag, 3. Mai 2008 |
Neues vom ältesten Gewerbe der Welt Das Suffix -ismus ist ein Mittel zur Wortbildung. Das entstandene Wort bezeichnet meistens ein Glaubenssystem, eine Lehre, eine Ideologie in Geschichte, Wissenschaft oder Kunst. Ismen sind meistens negativ behaftet.... Warum? Weil es immer problematisch ist, etwas, das man mit einem Wort auszudrücken vermag, zu einem Glaubenssystem zu erheben. Sie kennen in diesem Zusammenhang sicherlich das Märchen von dem Geld, das die Welt regiert. Diesen stilisierten Aberglauben nennt man Kapitalismus. Die vergebliche Hoffnung, dass Regieren auch ohne Geld geht, nennt man Sozialismus... |
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