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"RUHM!" Ein Künstlerroman

1.Auflage, periplaneta, Berlin, November 2008, 19x 13,5 cm

"Ruhm!" erzählt vom Aufstieg und Fall eines jungen Künstlers. Franz Kappa ist Mitte zwanzig und studiert an der Münchner Kunstakademie Fotografie. Das Studium steht für ihn allerdings nicht im Mittelpunkt, zumal ihm der althergebrachte Unterrichtsstil der Professoren gänzlich gegen den Strich geht. Viel wichtiger ist für ihn die volle Auskostung der studentischen Lebensart, gepaart mit dem Stil eines Bohemien. Zusammen mit seiner Freundin Iana lässt er keine Party aus, und wo die beiden auftauchen, setzen sie Akzente. Bald wird das Duo durch Olga, ein russisches Model, ergänzt, das den beiden zusehends den Kopf verdreht.

Im Gegensatz zu seinem Nachtleben ist Franz Kappas künstlerische Existenz nicht gerade vom Erfolg gekrönt. Seit Jahren versucht er durch auffällige und irrwitzige Kunstaktionen im Münchner Stadtraum Aufmerksamkeit zu erlangen und schlägt dabei äußerst provokative Wege ein, doch bleibt ein künstlerischer Erfolg in der Regel aus. Franz ist durchdrungen von der Idee, berühmt zu werden. Nachdem eine weitere aufwändige Kunstaktion scheitert und ein erfolgreicher Abschluss seines Studiums immer unwahrscheinlicher wird, trifft er eine folgenschwere Entscheidung. Diese verhilft ihm zu Ruhm und Ansehen. Es gelingt ihm bravourös, den Medien- und Kulturbetrieb für sich zu gewinnen und überall Chaos zu verbreiten. Richtig verstehen will ihn aber auch jetzt noch niemand.


Die Menage à trois zwischen ihm, seiner Freundin Iana und Olga besteht immer noch und nimmt teils groteske Formen an, sodass es abzusehen ist, dass diese Konstellation, kombiniert mit dem glamourösen, exzessiven Leben nicht von Dauer sein kann.
Eine unsensible politische Kunstaktion begründet schließlich das Ende seines Erfolges. Franz Kappa geht als Eintagsfliege und Fußnote in die Jahrbücher der Kunstgeschichte ein...

"Ruhm!" ist Andreas Kecks zweiter Roman. Schon sein Debüt "Schneeblind" hatte bei Presse und Lesern durchweg positive Reaktionen hervorgerufen und wurde für seine Eindringlichkeit und sprachliche Extravaganz gelobt. Für "Schneeblind" kreierte Keck den Begriff "Patientenroman" und füllte diesen mit angemessenen bescheidenen und stillen Attributen. "Ruhm!" ist genau das Gegenteil, ein "Künstlerroman", laut, dekadent und immer auch stilistisch an den expressionistischen Neigungen des Hauptdarstellers angelehnt.

So wie auch "Schneeblind" dank Video und extravaganter Gestaltung auf mehreren Ebenen funktioniert, ist "Ruhm!" ebenfalls ein Werk der vielen Stimmen und Gesichter. Der Roman gewährt einen tiefen Einblick in den Kosmos zeitgenössischer Kunst. Er beleuchtet das gesellschaftliche Phänomen hinter jener wahr gewordenen warholschen Definition von Ruhm und zeichnet eine Person, die für die Rolle des Stars geschaffen scheint; eine Person, die vom Ruhm angezogen wird und die den Erfolg um jeden Preis will. Die zunehmende Lust am glamourösen Leben verschüttet jedoch bald die ursprüngliche Idee des jungen Künstlers, in der Kunst Antworten auf das Leben zu finden. Jedoch wird Franz Kappas Scheitern nicht auf die Versuchungen des Ruhmes zurückgeführt, weil es sich primär im zwischenmenschlichen Bereich abspielt.

Andreas Keck zeichnet ein ausgefeiltes Psychogramm seines Hauptprotagonisten, der gerade ob seiner menschlichen Schwächen ein hohes Maß an Identifikation ermöglicht - auch wenn es sich dabei um teils unliebsame Seiten handelt, die man an sich selbst oftmals erkennen, sich diese aber selten eingestehen mag. Die Introspektion, die dauerhafte Analyse und Beobachtung seiner selbst lässt tief in die menschlichen Abgründe der Hauptperson Franz Kappa blicken, und Andreas Keck versteht es, dieses Seelenleben mittels eines zum Teil stark elliptischen Schreibstils authentisch darzustellen.


"SCHNEEBLIND" Ein Patientenroman.

1.Auflage, periplaneta, Berlin, Februar 2008, Softcover, 19 x13,5 cm

Schneeblind erzählt von einem jungen Menschen, der nicht in das Leben eintreten will. Matthias ist vierundzwanzig und wurde gerade in die Psychiatrie eingeliefert. Hier beginnt der Roman. Und er beginnt komisch. Denn eigentlich stand es um Matthias gar nicht so schlimm. Aber die unglaublichsten Zufälle führten dazu, dass er schließlich dorthin gelangte. Matthias erzählt all das in seinen eigenen Worten. Jedoch ist der Komik und dem Zynismus seiner Ausführungen bereits ein deutliches Maß an Tragik abzufühlen. Und so muss er als vollkommen untypischer Patient der Psychiatrie seine Nische und seine Rolle finden, mit der er die Zeit in der Klinik überbrücken kann.
Im Laufe der Zeit jedoch findet er zusehends Gefallen an der Kuriosität seiner Mitpatienten, ihren schauerlichen oder wunderbaren Lebensgeschichten und ihren Marotten, die sie mit sich herumschleppen ud allerorten zur Schau tragen. Sein betreuender Psychiater, Doktor Fink, versucht ihn zu erden, was ihm nur schwerlich gelingt. Stattdessen will Matthias der Welt seinen Stempel aufzudrücken. Nun, und deswegen landete er auch in der Psychiatrie, zeigt sich, dass sein Modell im realen Leben nicht funktioniert. Er droht zu scheitern, aber er leugnet dies. Sein Leugnen ist gewaltig, brillant. Er begeistert, polarisiert, irritiert und schafft es immer wieder der gewohnten Realität ein Schnippchen zu schlagen. Man wird ihn lieben oder hassen, viele Möglichkeiten gibt es nicht. Und auch für ihn gibt es nur das Eine, und wenn das nicht, dann überhaupt nichts.
Matthias lernt das Leben in einer Psychiatrie allmählich kennen, fühlt sich aber nach wie vor als eine Art Tourist. Er passt in keines der gängigen Krankheitsraster. Er krankt vor allem an der Ideenlosigkeit und Banalität des Lebens. Und er verweigert sich ihm, ist ein Rebell der Worte und Gedanken, der sein Rebellentum jedoch nicht auszuleben wagt.
Er verliebt sich in eine junge Patientin auf seiner Station und streift mit ihr durch die Korridore und Etagen des Klinikkomplexes, immer auf der Suche nach der Wiedererlangung seiner alten Kräfte und im dem Bestreben, seiner hübschen und zugleich verlorenen Mitpatientin seine faszinierende und spannende Gedankenwelt nahe zu bringen.
Der ungefähr 200 Seiten umfassende Roman schildert innerhalb der großen Geschichte der Rekonvaleszenz des Protagonisten zahlreiche kleinere Episoden. Der Leser dringt zusehends in den Kopf des Protagonisten ein, lacht mit ihm, findet ihn zuweilen lächerlich und erschrickt häufig auch vor ihm. Die Frage nach der Ursache seiner Krankheit ist im Zentrum des Denkens und Handelns des Erzählenden. Hierum kreist er unentwegt. Er stilisiert sie zu bis zur Meisterschaft. Und auch für den Leser wird sie immer mehr zu einer Metapher für das Enigma des Lebens, der philosophischen Frage nach dem Wozu und Wohin.

"Sprachlich ausgefeilt nimmt uns Matthias mit in seine Gedankenwelt. Geradezu stolz präsentiert er uns seinen überaus wachen, hellen Verstand und gewinnt durch seinen feinen Humor und seine Phantasie schließlich auch den Leser für sich."
Sozialprojekte.de

"Überwiegend entsteht eine sehr authentische Sprache, die den Leser sehr nah an die Figur heranlässt."
Suite101

"Der flott und spannend geschriebene Erstlingsroman weckt beim Leser hohe Erwartung auf Kecks nächstes Werk."
Frankfurt Live


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